Grenzenlos träumen?!

"Lebe Deinen Traum! Du kannst alles erreichen, wenn Du nur willst!" 


Schon mal gehört? Was ist dran? Sind (alle) Träume tatsächlich erreichbar, wenn man nur genug Willen dafür aufbringt?


Ich mache die Erfahrung, dass gerade Christen mehr von sich und anderen fordern, als realistisch gesehen, drin ist. So nach dem Motto: "Mit Gottes Hilfe kannst Du das schaffen!"

Das mag bei manchem Traum so sein, ohne Zweifel. Er hat ne Menge drauf – auch jenseits des realistischen. Und doch glaube ich, dass Gott uns gesunde Grenzen gesetzt hat. Und das mit Sinn!


Paulus sagt in Philipper 4, 13: "Alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und Stärke gibt." 

Meint er damit, dass wir frei von jeglichen Einschränkungen und Begrenzungen sind? Ich glaube er meint damit viel mehr, dass wir innerhalb von Einschränkungen und Begrenzungen lernen können zufrieden zu sein. Paulus war zuversichtlich und hoffnungsvoll, egal wie bescheiden seine Lebensumstände gerade waren. Er vertraute darauf, dass Gott ihn stärkte – gerade auch innerhalb seiner Begrenzungen.


Ich möchte Dich nicht entmutigen an Träumen festzuhalten, Dir Ziele zu setzen und daraufhin zu arbeiten. Ich möchte Dir aber den Rat geben, Dich nicht unter dauerhaft, ungesunden Druck zu setzen, dass Träume verwirklicht werden müssen


Sowie ein Künstler, zB. ein Maler, eine bestimmten Rahmen hat, in dem er sich frei austoben kann, so haben wir auch in unserem Leben – mit unseren Begabungen –  bestimmte Rahmen. Uns sind Grenzen gesteckt und innerhalb dieser Grenze befindet sich unser Wirkungsbereich. Ja, manchmal ist es auch dran sich auszustrecken …
 

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Auszustrecken, sich über Grenzen hinwegzusetzen, selbst erschaffene Grenzen zu überwinden; z.B: "Ich bin Alkoholiker, aber werde es nie schaffen davon loszukommen!" oder: "Ich bin so einsam, aber mich will sowieso keiner!" oder: "Die Schule schaffe ich eh nicht, ich bin zu doof." 

Hier ist es dran grenzenlos zu träumen, sich Ziele zu stecken – sich etwas zuzutrauen, nicht aufzugeben, sich Motivations-Hilfe und Unterstützung zu holen. Zum Grenzgänger zu werden, um letzendlich Grenzen zu überwinden!


Worin unterscheiden sich gesunde Grenzen von ungesunden Grenzen?

Ich glaube wenn wir uns innerhalb von gesunden Grenzen bewegen sind wir zufrieden. Wir toben uns gern aus, wir genießen das Leben, kommen zur Ruhe und nutzen unsere Möglichkeiten.

Befinden wir uns außerhalb gesunder Grenzen sind wir unzufrieden. Wir fühlen uns ausgeschlossen, eingeengt, sind gestreßt und sehen uns in unseren Möglichkeiten beschränkt.
 

Wir sollten Gottes Grenzen für unser Leben nicht als Einschränkungen verstehen,
sondern als Zeichen seiner Liebe!

Er kennt Dich, er beobachtet Dich und weiß besser als jeder andere worin Deine Stärken liegen.

Du hast Deinen Einsatzbereich – dort liegen Deine Stärken. Dort kannst Du etwas bewirken, kreativ werden, Menschen begeistern und ermutigen. Manchmal verändern sich die Einsatzbereiche auch – wer weiß wo Du und ich in 5, 10 oder 25 Jahren unsere Spuren hinterlassen.


Bitte hör auf Dich mit anderen zu vergleichen – auch wenn's schwer fällt!

Paulus vergleicht unsere unterschiedlichen Gaben mit dem Körper: "Wie könnte ein Mensch hören, wenn er nur aus Augen bestünde? Wie könnte er riechen, wenn er nur aus Ohren bestünde?"1. Korinther 12, 17 GNB


Mir schreiben ab und zu Leute: "Hey Mandy, Du schreibst gut – komm doch mal in unsere Gemeinde und predige!!" 

Das war zwar nie mein großer Traum, aber bei gewißen Veranstaltungen hätte ich es schon schön gefunden dabei zu sein und von meiner Sichtweise und meinen Erfahrungen zu erzählen. (Ich mag das Wort "predigen" nicht.) Das Problem dabei, ich bin keine Person die gern im Mittelpunkt steht. Wenn alles auf mich guckt und ich gefordert bin etwas zu sagen, überfordert mich das. Mir fällt es mehr als schwer vor mehr als 5-6 Leuten zu sprechen. Nun betete ich also: "Gott hilf mir diese Begrenzungen zu überwinden!!" Ich ging sogar zu einem Coach, der sich bemühte mir bei der Überwindung meiner Ängste zu helfen.

Und was passierte? Nichts. Naja, zumindest wurde ich nicht zur großen Predigerin :P Dafür wurde mir umso mehr bewusst, wo mein Einsatzbereich liegt. Nämlich hier beim Schreiben. Dafür brennt mein Herz! Innerhalb dieses Rahmes erlebe ich immer wieder Gott Kraft und Hilfe!


Ich denke oft daran was Jesus zu Paulus im 2. Korinther 12, 9 LUT sagte: 

"Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig."  


Jesus sagte nicht: "Ich mach dich stark, wenn du ausreichend Glauben hast, deine Schwächen zu überwinden." oder: "Meine Stärke, wenn Du all die Fehler aus deinem Leben verschwunden sind."

Nein, er sagte: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." !!!


Du bist geliebt so wie Du bist!!

Klar, Herausforderungen kannst und solltest Du Dich hin und wieder stellen. Doch akzeptiere, dass Du nicht alles können und leisten musst! Auch nicht das, was andere scheinbar easy peacy hinbekommen oder von Dir erwarten! Du hast eben andere Gebiete, auf denen Du gut bist! Mich hat es erleichtert mir das bewusst zu machen und nun kann ich besten Gewissens "Nein" sagen.

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir, dass Du Deinen Einsatzbereich findest.

Kleiner Tipp: stell Dir die Frage: Wofür brennt mein Herz?

 

Tobe Dich innerhalb Deiner Grenzen mit ganzem Herzen aus und freue Dich an dem, was Gott in Dir und durch Dich tut!


Alles Liebe und ganz viel Segen
Deine Mandy


 

PS: Ein Haus am Strand mit Blick aufs Meer ….  das ist mein Traum. Wahrscheinlich wird er nie wahr werden, doch schon davon zu träumen macht mich manchmal … glücklich! Grenzenlos träumen ohne den Druck sie verwirklichen zu müssen, ist absolut empfehlenswert!  ;-)
 

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© Fotos: pixabay.com  / Creative Commons CC0

 


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Dieser Beitrag wurde am 22. September 2016 veröffentlicht.

8 Gedanken zu „Grenzenlos träumen?!

  1. Ines

    “Befinden wir uns innerhalb ungesunder Grenzen sind wir unzufrieden. Wir fühlen uns ausgeschlossen, eingeengt, sind gestreßt und sehen uns in unseren Möglichkeiten beschränkt.”

    Befinden wir uns außerhalb gesunder Grenzen – das verstehe ich besser.

    Sehr guter Beitrag, kommt zum richtigen Zeitpunkt für mich und schönes Bild. Mein neues Zuhause. Darfst gerne mal zu Besuch kommen, Mandy. ;-)

    Antworten
    1. Mandy Artikelautor

      Hallo Ines.

      Vielen Dank für den Hinweis. Du hast Recht, so ist es klarer. Ich habe es geändert.

      Leb Dich gut ein und danke für die Einladung. Ich bring dann einen Kuchen mit ;-) 

      Mandy

      Antworten
  2. Reni

    He Mandy! Du kannst dir gar nicht vorstellen wie gut mir dieser Post gerade tut. Ich bin nämlich Spezialist darin, mich selbst zu überfordern, weil ich mir so nicht genüge und so sein möchte wie manch andere.
    Ich denke dann immer, ich muss diese Grenze unbedingt überwinden, so sein wie andere…und erlebe dann immer wieder dass ich aber einfach so nicht bin und dass mich das überfordern würde. Und weil ich mich danach ausstrecke, so sein zu wollen wie andere, konzentriere ich mich überhaupt nicht auf meine Gaben. Dieses ständige Vergleichen mit anderen und selbst das Gefühl zu haben, gescheitert zu sein (bei mir auf beruflicher Ebene, bin “nur” Mutter und Hausfrau) macht mich oft echt depri. Mein Talent ist auch das Schreiben und darauf sollte ich mich jetzt echt so langsam mal konzentrieren. Danke für den Denkanstoß! Diese Angst, vor vielen Menschen zu sprechen, teile ich übrigens mit dir.Ich bewundere immer meinen Mann, der mit sowas überhaupt kein Problem hat. Ich wünschte auch manchmal, ich wäre anders. Aber wie du schon schreibst, es ist gesünder mit dieser Grenze auszukommen und seinen Frieden damit zu schließen. Danke dir für diese tollen Denkanstöße!

    Antworten
    1. Mandy Artikelautor

      Hallo Reni,

      Deine ersten Zeilen steuern geradewegs zum Burnout. Zumindest sind es gute Voraussetzungen.

      Das Vergleichen mit anderen scheint ja sehr ausgeprägt zu sein bei Dir. Ich kenne Dich nicht und will nicht gleich mit Psychologen kommen, aber manchmal hilft es einige Gespräche mit jemand Außenstehenden zu haben, der besser erkennt wo der “wunde Punkt” liegt. Vielleicht ist es dann für Dich möglich dort anzusetzen, bei der Quelle des Problems und nicht nur die Symptome mit innerlichen Gedanken zu unterdrücken: “Ich darf mich nicht vergleichen! Nein. Nein. Nein.”

      Ich finde es schade, dass es nicht so einfach möglich ist mit seinen Gaben Geld fürs Leben zu verdienen. Wenn das funktioniert ist es ein Geschenk. Aber meistens ist es eben nicht so. Also arbeiten, Geld verdienen, dann noch Family, Freunde … und irgendwie gehen sie dann unter die Gaben. Keine Zeit mehr dafür. Das ist traurig, denn ich glaube sie sind eine der wichtigste Zutat um glücklich zu sein.

      Also liebe Reni, wenn Schreiben Dein Ding ist; schreibe! :-)

      Antworten
      1. Reni

        Wahrscheinlich kam mein Text etwas falsch rüber. Wenn ich ihn jetzt nochmal lese, sehe ich das auch. Das Vergleichen mit anderen war nur auf den beruflichen Bereich bezogen. Einfach das viele andere eben beides geschafft haben, Familie UND Beruf. Meine “Grenze” an Belastbarkeit ist aber mit Familie schon erreicht, das ist für mich quasi schon ein Fulltimejob. Und ich ertappe mich halt ständig dabei, wie ich mich mit anderen Müttern vergleiche, die eben beides schaffen. Als Frau und Mutter bekommt man eben auch permanent suggeriert, beides unter einen Hut bekommen zu müssen…Familie und Beruf. Der Spagat ist aber nicht einfach. Die Gründe sind vielfältig. Es ist eben manchmal schwierig, das einfach so anzunehmen, die eigenen Grenzen…auch wenn sie vielleicht nicht gesellschaftskonform sind.
        Ich hoffe, ich konnte das jetzt etwas verständlicher ausdrücken…:-)

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  3. Bithya

    Das kenn ich doch. Dieses Gefühl, dass alles möglich sein muss.
    Und man macht sich selbst Druck, der es vielleicht in der Praxis sogar verhindert, dass der Traum wahr wird, weil man sich zu sehr verkrampft. Es zu perfekt machen will oder glaubt, nicht versagen zu dürfen, keine Fehler machen zu dürfen. Dann werden die Fehler, die ja nicht sein dürfen, runtergespielt und man kommt kritikunfähig und arrogant rüber.
    Tragisch, sowas.

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  4. Andreas

    Finde dein Bild von dir was du mitteilst sehr reälistisch und Bodenständig.

    Du hast kapiert um was es geht im Leben und kannst es im schreiben gut ausdrücken.

    Danke

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  5. Bena

    Hallo Mandy,
    bin auf Deinen Seiten, weil ich einen Chip gefunden habe.
    Bin selber Christin und habe nun schon ganz viel von Dir hier gelesen!
    Ich danke Gott für Dich und Deine oft so weisen und (er-)leichternden Sichtweisen, die so erfrischend und wohltuend, und trotzdem christlich-biblisch daherkommen. (Jedenfalls meistens!) ;-))
    Sie tun offenbar nicht nur mir, als fast doppelt so alten Christen, gut, da wir oft eine solche Sprache der Leichtigkeit vermissen lassen mussten in der Vergangenheit.
    Auch sind Deine Worte nicht nur leichtfertig dahergeredet, sondern durch Deine Liebe zu Christus und dessen Verständnis daraus durchaus ernsthaft zu bedenkende (und manchmal neu zu denkende) Worte!

    So ist auch dieser, Dein Beitrag (oder nennt man das nun Blog!?? – Bin nämlich noch nicht so ganz durch mit all diesen heutigen Bezeichnungen im Internet) eine echte Perle für mich!
    Ein echter Friedensstifer für meine Seele, welche sich auch des öftern von gewissen oben beschriebenen Meinungen bedrängen liess. (Ich habe viele Begabungen! Und sehe dennoch oft andere, die diverses besser können!)
    Deshalb: Danke für Deine Ermutigung zur Bescheidenheit, sich in seinen eigenen Grenzen fröhlich auszutoben! ;-)
    Dies will ich gerne befolgen!
    Denn hat Jesus nicht gesagt: “Die Wahrheit wird euch frei machen!”
    Du hast Wahrheit geredet! ;-)
    Danke!
    Jesus segne Dich und Dein Team!
    Mit lieben Grüssen aus der Schweiz

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