Das Ding mit den Perlen vor den Säuen

Gestern habe ich über Das Ding mit dem Balken im Auge geschrieben. 

Da geht's, meiner Meinung nach, ums Verurteilen und Jesus sagt im Groben:

"Guck Du mal erst auf Deine eigenen Macken, bevor Du anderen all ihre Fehler aufzählst!"


Und direkt danach sagt er das hier:

"Werft, was heilig ist, nicht vor die Hunde! Sie werden euch angreifen und in Stücke reißen. Und werft eure Perlen nicht vor die Säue! Sie werden die Perlen nur zertreten!"

Matthäus 7, 6 HfA


Mich würde mal interessieren, wie Jesus das heute formulieren würde. Damals hat man ganz andere Wörter gebraucht, die Leute waren ganz anderes gestrickt, lebten ein anderes Leben und demzufolge klingt manches heute für unsereins etwas seltsam.

Ich denke, dass es in dieser Stelle noch immer ums Verurteilen von anderen Menschen geht. Vielleicht liege ich damit falsch, vielleicht auch nicht. Gib mir die Chance, Dir zu erklären, wie ich diese Stelle verstehe.

Ich weiß, die meisten Menschen meinen, dass es hier um unterschiedliche Themen geht und dass diese Bibelstelle mit den Hunden und Perlen vor die Säue werfen bedeutet, dass man mit seinen Überzeugungen und Ansichten niemanden belabern soll, der sich davon eh nicht überzeugen lassen will. Also so in etwa: Verschwende keine unnötige Munition!


Ich verstehe es allerdings eher so, dass Jesus meint: "Wirf mal keine Perlen vor die Säue, denn die Schweine können die nicht verdauen!" Schweine fressen alles mögliche, aber keine Perlen. Wenn ein Bauer seine Schweine mit Perlen füttern würde … blush ähm, nee, das kann nicht gesund sein. Irgendwann werden die Schweine ganz schön pissig und greifen im krassesten Fall vielleicht sogar den Bauern an, weil der ihnen nichts Gescheites mehr zu fressen gibt.

Und so wie ein Schwein keine Perlen verdauen kann, kann es ein Mensch auch nicht verdauen, wenn man über ihn urteilt und ihn voreilig in Schubladen stopft. Dann wird der Betreffende früher oder später auch ganz schön pissig werden und zum Angriff übergehen. Perlen vor die Säue werfen fördert keine gesunden Beziehungen, sondern die Perlen machen krank und kaputt. 


Ich kann möchte Dir ein Beispiel erzählen, auch wenn ich nicht genau sagen kann, worum es geht, fällt es mir gerade ein. Ich hatte jemanden verurteilt – ordentlich Perlen hingeworfen – und gesagt: "Das musst Du doch sehen! So blind kann man doch gar nicht sein??!" – Es war eine Sache, die für mich glasklar war und ich dachte, der andere will nur nicht sehen, was doch offensichtlich war. Das ärgerte mich! Mit meinem Vorwurf und dem dahinter stehenden Urteil: "So blöd kann doch keiner sein?!" hab ich natürlich nicht gerade vor Weisheit gestrotzt und für eine Freundschaft sind solche "Perlen" auch nicht sonderlich förderlich. Wochen später erklärte mir jemand den Blickwinkel von dieser Person, den ich so gar nicht auf dem Schirm hatte und da wurde mir dann einiges klar. Ich hatte den anderen zu Unrecht verurteilt – es waren Perlen, die der andere überhaupt nicht verdauen konnte. Ich hab' eingesehen, dass ich mich falsch verhalten habe und hab den anderen um Entschuldigung gebeten – so war die Sache vom Tisch.


Perlen vor die Säue werfen, wird niemals gut enden und zerstört zwischenmenschliche Beziehungen und Freundschaften. Es gibt bessere Wege …


Nun gab es drei Blogbeiträge zum "Verurteilen" = pfui  no Jesus hat schließlich auch 'ne Viehlzahl von Gründen genannt, warum das nicht sinnvoll ist.

Im nächsten Beitrag geht es dann endlich mal drum, wie man den anderen richtig hilft, sich weiterzuentwickeln und zu verändern und ob das überhaupt möglich ist und überhaupt, also:

 

Fortsetzung folgt … 

 

Schönen Ostermontag noch :-)

Deine Mandy

 

 

 


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Dieser Beitrag wurde am 21. April 2014 veröffentlicht.

14 Gedanken zu „Das Ding mit den Perlen vor den Säuen

    1. Jens Vogel

      Hi Mandy,

      erst einmal vielen Dank, dass Du Dich so freimütig mit der Bibel auseinandersetzt und uns daran teilhaben lässt. Ich sehe den Vergleich von Jesus auch etwas anders, da Schweine und Hunde zu der Zeit als unrein angesehen wurden. Die Volksgruppen Juden und Samarither haben sich gegenseitig als Schweine und Hunde beschimpft. Insofern trifft deine Auslegung vom abfälligen Denken. Und der kontextuale Zusammenhang zum Richten ist definitiv gegeben. Allerdings stehen Perlen für etwas Wertvolles und da hakt Deine Auslegung etwas. Es wird ja zwei mal das gleiche mit anderen Worten gesagt. Einmal Hunde, das andere Mal Schweine, einmal Perlen, das andere Mal das "Heilige". Insofern stehen die Perlen für etwas Gutes und Reines. Die Stelle spricht auch nicht vom Fressen, sondern vom Zertreten der Perlen, dass die Tiere als unangenehm empfinden und dadurch in Rage geraten. Also beschreibt das Bild, dass Heiliges, Wertvolles zerstört, als unangenehm und wütend machend empfunden wird. Ein Bild auf Hartherzigkeit. Aber haben wir nicht den Auftrag, allen Menschen das Evangelium zu bringen. Hier gibt es wieder eine der vielen Spannungen in der Bibel. Wir sollten sensibel sein und uns leiten lassen, wem wir was in wie weit erzählen und bei Gegenreaktionen, wie diese Bild es beschreibt nicht die Leute verurteilen, denn wir kennen ihr Herz nicht. Manchmal sind die "Widerspenstigsten" genau die, die Gott mächtig gebraucht (siehe Paulus).

      Liebe Mandy – weiter so und danke für dein tägliches Seelenfutter – sehr kreativ – gefällt mir!

      Gruß und Segen, Jens

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  1. Birgit

    Da haben wir unterschiedliche Auffassungen dieses Sprichwortes. Für mich hat das einfach die Bedeutung, jemandem der es nicht will, nix aufdrücken zu wollen was ich aber für gut und richtig halte – jemanden gegen seinen Willen ‘helfen’ wollen, heisst für mich dann “Perlen vor die Säue” werfen. Also nicht verurteilend…

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  2. Uli

    Liebe Mandy,

    der Blog an sich ist gut – auch die Aussage. Das kann ich so annehmen, auch wenn ich der Meinung bin, dass die ursprüngliche Auslegung dieses Bibelwortes die richtige ist.

    Es steht ja im vorherigen Satz "Werft, was heilig ist, nicht vor die Hunde! Sie werden euch angreifen und in Stücke reißen." Daher ist für mich der Sinn eigentlich klar.

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  3. x

    Ich stimme auch der ursprünglichen Auslegung zu, finde aber trotzdem gut und richtig was du sagst.
    Perlen vor die Säue werfen, mache ich selbst auch oft. Da ich es irgendwie schwer finde, nur denen zu helfen, die die Hilfe auch wirklich wollen. Es soll uns ja nicht darum gehen, Wertschätzung für unsere Hilfe zu erhalten, auch wenn die wirklich gut tut und ermutigt weiter zu machen. Denn die eigentliche und einzig heilsame Motivation ist und bleibt die Liebe. Nun gibt es Leute, die glauben, sie bräuchten diese Liebe nicht. Und wir glauben aber, die brauchen sie doch. (Was ja auch stimmt, denn jeder braucht die Liebe. Ohne sie gibt es kein Leben) Und dann wird man irgendwie ungeduldig, weil man nicht verstanden werden will. Und dann fängt man an, Perlen vor die Säue zu werfen. Also gute Dinge (nach unserer Auffassung) zu sagen, aber im Überfluss und der Gegenüber kann damit nichts anfangen. Es ist verschwendete Energie. Vergedeute Liebesmüh sagt man ja auch. Gleichzeitig aber auch ein gehöriges Maß an Unsensibilität. Wir meinen das Richtige, wollen das Richtige, haben das richtige Motiv (denken wir) und trotzdem verletzen wir. Wir gehen zu weit. Was ich sagen will ist: Wir sollten uns auf jeden Fall immer darum bemühen, Wahrheit zu sagen und Lügen aufzuräumen, aber dem Gegenüber auch Raum lassen, selbst herauszufinden, was Gott von ihm will. Manchmal reicht es wirklich, nur zu segnen und dabei beharrlich zu bleiben. Wir sollten nicht vergessen, dass wir ohne den Herren nichts tun können. Aber wir ihn auch tun lassen müssen. Ihm nicht den Weg versperren, sein Werk am Gegenüber zu tun. Genauso, wie wir ihm nicht den Weg versprerren sollten, sein Werk an uns zutun, in dem wir strampeln und um schreien, aber nicht zur Ruhe kommen. :)

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  4. Maria L.

    Danke Mandy für die zwei Blogartikel. Allgemein muss ich sagen, ist das ein Thema, dass viel Fingerspitzengefühl erfordert.Die Reaktion auf offensichtliche Kränkungen sind nicht so leicht. ich erlebe oft den umgekehrten Fall, dass Gott , die Bibel, Jesus angegriffen werden. Manchmal in einer Art und Weise, die einen sprachlos macht.Wie reagiert man da angemessen ? Den Christen allgemein wird so manches vorgeworfen, z.B. auch wenn man auf solche Beschuldigungen, die auch verletzen reagiert. Wie reagiert man am Besten darauf ?

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    1. x

      Vergeben. Sie können nichts dafür. Dass sie verletzend werden, liegt daran, dass sie selbst verletzt sind. Dass sie nicht verstehen, wie Gott ist und ihn deshalb für ungerecht und unbarmherzig halten. Eine Sichtweise, die finde ich, total nachvollziehbar ist. Wir wissen, es ist nicht Gott, der das Unheil auf der Welt verantwortet. Es sind die Menschen, die schlechtes tun und dadurch schlechte Frucht bringen. Es ist der Geist der Finsternis, von dem die Menschen sich beherrschen lassen. Ja, es passieren auf der Welt auch extrem viele Dinge, die wir nicht verstehen. Die sich schlecht anfühlen und die uns traurig und wütend machen. Und für die sich kein Schuldiger findet. Und es ist natürlich unheimlich schwierig, dann einem verletzten Menschen zu erklären, warum beispielsweise sein Kind, das doch völlig unschuldig ist, sterben musste. Aber das ist keine Gottes Strafe, sondern die Konsequenz einer Kette von Ereignissen, die wodurch auch immer verursacht worden sein kann.
      Vielleicht ein Fehler, den irgendwann mal einer gemacht hat, der nie vergeben wurde. Wir wissen es nicht.
      Ist auch nicht so wichtig, weil den Schuldigen zu suchen nicht unsere Aufgabe ist. Der Herr ist der Richter über uns und er wird es richten. Wir müssen Geduldig sein. Das Einzige, was wir am Ende tun können ist Hoffen, Glauben und Lieben und dadurch Lernen, Segnen und Beten.

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  5. Elisabeth

    Meine Perlen und die armen Schweine:

    Vielleicht liege ich mit einem "Urteil", einer "Erkenntnis", einer sog. "Perle" ja richtig, habe etwas total Kluges erkannt – aber mein Gegenüber kann damit soviel anfangen wie das Schwein mit einer Perle.

    Kommt dazu, dass Jesus sagte, das Urteilen resp. Be-Urteilen sei SENE Sahe, von daher ist das schon eine heilige Angelegenheit und nix für mich.

    Meine Erfahrungspalette mit Perlen und Schweinen ist – leider – unrühmlich lang und ich bin immer wieder am Beten und Ueben, wem ich was – und wann – "zum Frass" vorwerfen soll. Eigentlich will ich ja nähren – nicht verärgern. Ich will mein Gegenüber auch nicht zum Alles-Fresser degradieren und ihm Weiseiten "vorwerfen". Dann ginge es ja nur um mich, den Weisheiten-Spender, um meine Lust auf Recht-Haben.

    Vielleicht liege ich eben mit einer Erkenntnis-Perle richtig, aber die ist im Moment für den andern absolut unverdaubar – es ist nicht Zeit – und vielleicht auch nicht meine Angelegenheit, diese zu verklickern. Und mein Gegenüber wird evt. sauer, weil er eben KEIN Schwein ist, das alles frisst. Vielleicht ist mein Ding bloss, für etwas zu beten.

    Hast Du vielleicht das gemeint, Mandy?

    Be blessed!

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  6. Wilhelm Janssen

    Liebe Mandy, – ich verwuche mal Deine Auslegung zu verschärfen – die Perlen sind für mich meine Geschwister im Herrn. Und wenn wir Groll gegen sie hegen, ist das, als würden wie sie den Säuen und den Hunden vorwerfen, vor allem, wenn wir vor anderen negativ über sie reden. Dann geben wir sie dem lieblosen Umgang der "Welt" preis. Das steht im krassen Gegensatz dazu, was Jesus uns zuspricht, dass wir daran erkannt werden, dass wir Liebe untereinander pflegen. Wenn wir dies nicht tun, werfen wir Perlen vor die Säue. Also ist die einzige Möglichkeit, dies zu verhindern, unsere Geschwister von ganzem Herzen zu lieben. Danke für die Anregung, sie passt, wie ich finde sehr gut in den Kontext.  

      sei ganz reich gesegnet      Wilhelm

     

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  7. Benji

    Verdauen und zertreten sind denke ich zwei paar Schuhe. Wenn sie die Perlen nur nicht verdauen könnten wäre das mit weniger Ärger empfunden, sie würden hinten wieder rauskommen und nix ist passiert, jedoch zertreten(so versteh ich es) meint Zurückweisung gar Ablehnung. Wenn man jetzt sehr intensiv versucht jemanden zu Überzeugen oder es über einen längeren Zeitraum versucht, desto größer ist dann der mögliche Frust über die Zurückweisung.

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  8. Bill

    Entschuldigung liebe Schwester.. Es gefällt mir enorm, wie du so scharf und direkt in der Umgangsprache predigst aber ich bin nicht deutsch und ich verstehe nicht alle deine Woerter, die manchmal nicht im Woerterbuch zu finden sind. PISSIG?? meinst du BISSIG?

    Antworten
    1. Mandy Artikelautor

      Hi Bill. Ich nenne es nicht predigen, sondern bloggen. Das bedeutet für mich (mit)teilen von Gedanken, Erfahrungen, sich austauschen.”pissig” ist umgangssprachlich (German-Slang) und bedeutet soviel wie eingeschnappt, beleidigt, ärgerlich, gereizt, wütend. ;-)

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  9. GastX

    Es geht um Vergebung und die Errettung der Seele. Das sind Perlen und Gold. Halt Schätze des Himmels.
    Die meisten denken sich: “Ich? Vergebung? Errettung? Wofür denn? Ich bin doch so gut und zahle immer meine Steuern o. ä, ;)

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