Arm und Reich

Die Tage fragte mich jemand, warum es überhaupt arme Menschen auf der Welt gibt?!

Warum stellt Gott nicht jedem die gleichen Vorraussetzungen zur Verfügung, wenn er doch alle Menschen gleich liebt?!


Tschja, warum?!

Eine gute Frage, die mich veranlasst hat nachzuschauen, was es denn Grundsätzliches in der Bibel über Arm und Reich zu lesen gibt?!


Schon Jesus stellte fest: "Es wird immer Arme bei euch geben" (Matthäus 26, 11).


Manche Menschen besitzen ein gefülltes Bankkonto und
sind dennoch arm … Reichtum kann man nicht immer am Kontostand festmachen!


Doch bleiben wir diesmal beim Geld … 


Menschen sind unterschiedlich und haben ganz verschiedene Fähigkeiten und Talente, deshalb lernen sie auch verschiedene Berufe:

"Abel wurde ein Hirte, Kain ein Bauer."

1. Mose 4, 2

Abel und Kain sind Brüder, doch sie lernen unterschiedliche Berufe – haben unterschiedliche Begabungen und Aufgaben und dadurch auch unterschiedliche Lebensbedingungen.

Ein Bauer ist vom Wetter abhängig, wenn die Ernte mies ausfällt oder Schädlinge die Ernte vernichten, dann kann der Bauer schon mal in die Tischkante beißen. Denn er hat ja dann nix, was er verkaufen kann …

Wenn Du bei Mose weiterliest, werden dann auch noch weitere Berufe beschrieben: Hirten, Musiker, Schmiede. 

Menschen haben bis heute unterschiedliche Berufe und Lebensbedingungen, unterschiedliche Werdegänge usw.

Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Ich bin mir sicher, das gefällt Gott nicht. Doch die Menschen sind frei und so missbrauchen sie diese Freiheit auch, um ihren Egoismus knallhart auszuleben und das fordert Opfer. Würde Gott immer und überall eingreifen, dann würde er unsere Freiheit als Mensch einschränken. Das ist ja auch nicht Sinn der Sache, obwohl es manchmal wirklich besser für den Einzelnen wäre … vom menschlichen Verstand her zumindest.
 

Oftmals sind es auch verschiedene Vorurteile und Einschätzungen, die in unseren Köpfen sind:
 

  • "Die Armen sind selbst schuld."
  • "Die Reichen, die da oben, nehmen sich, was ihnen zusteht."
  • "Wer vom Jobcenter Kohle kriegt, ist einfach nur faul!"
  • "Wer gut verdient, ist einfach nur geil auf Karriere!"
  • "Jeder ist seines Glückes Schmied."

Mal 'nen Schwenk zurück ins Mittelalter, damals gab es die sog. Ständeordnung. Da war klar geregelt, wer wohin gehörte und da bitte auch bleiben sollte. Der Sohn eines einfachen Arbeiters wurde wieder Arbeiter, die Tochter eines Grafen musste natürlich einen Adligen heiraten usw.

Wer sich dagegen auflehnte, der wurde blöd angeguckt oder im schlimmsten Fall sogar von der Familie verstoßen. Wenn sich einer von unten nach oben hocharbeitete und gut Geld machte, dann wurde er ein sog. "Neureicher" – ihm wurden meistens falsche Motive unterstellt, obwohl er vielleicht einfach nur andere Ziele hatte, als seine Eltern und Großeltern und was anderes ausprobieren wollte.
 

Diese Ständeordnung gibt es offiziell schon lange nicht mehr, aber ich denke, in einigen Köpfen ist sie teilweise immer noch vorhanden.

Vielleicht sogar – ganz bestimmt – auch in so manchen Gemeinden. Ja, ja, gewagt, gewagt … aber mal ehrlich; Sonntags tun viele superfromm und ein Hoch auf "Randgruppen", da wird auch mal gespendet … 
 

Doch was tust Du, wenn der Obdachlose mit seinem abgefetzten Stinkeklamotten wirklich mal auftaucht und sich neben Dich setzt? 

Was tust Du, wenn eine Prostituierte in voller (oder weniger voller) Montur weinend am Straßenrand sitzt?

Was tust Du, wenn mehrere auf jemanden verbal einprügeln?

 

Da muss ich mir auch ehrliche Antworten geben!

Wir müssen uns immer wieder klar machen, dass Menschen manchmal gar nichts dafür können, ob es ihnen gut oder schlecht geht. Vielleicht haben sie sich den Mist auch mal selbst eingebrockt … ja, wir haben alle mal Mist gebaut. Und? Wie geht's nun weiter?

Die Familie, in die wir reingeboren wurde, konnte jedenfalls keiner von uns vorher aussuchen. Fähigkeiten und Talente müssen wir annehmen, genauso wie Grenzen. 

"Abel wurde ein Hirte, Kain ein Bauer."

1. Mose 4, 2

Und heute ist heißt es eben:

"Lukas wurde ein Bauarbeiter, Susanne eine Ärztin."

Vergiss niemals, im weltweiten Vergleich leben wir auf der Gewinnerseite – auf der Sonnenseite des Lebens!

Wir leben in einem Land mit gemäßigtem Klima und relativem Wohlstand, die meisten von uns sind Weiße. Wir haben kostenlose Bildungsangebote und genießen eine hervorragende Absicherung von Gesundheit, Alter und Arbeitslosigkeit. Doch es ist nicht unser Verdienst, dass wir hier geboren sind. Andere haben dieses Vorrecht nicht. Andere werden in irgendwelchen Slums auf einer Müllhalde geboren, haben keinerlei Rechte, vor allem, wenn sie Mädchen sind. Sie müssen schon als Kinder hart arbeiten, falls sie das Kleinkindalter überhaupt überstehen. Sie leiden Hunger und Durst, haben kaum was anzuziehen, werden ausgebeutet und missbraucht – und können daran nichts ändern!

 

Gott ruft Menschen – Christen – auf, uns um die Armen zu kümmern.
Die gibt es auch hier in Deutschland und auch am Ende der Welt.

Was kannst Du tun – gibt es Tipps in der Bibel? Darum geht's im nächsten Artikel.

 

Bis dahin, Segenregen!
Deine Mandy

 

 


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Dieser Beitrag wurde am 11. November 2013 veröffentlicht.

21 Gedanken zu „Arm und Reich

  1. Elke

    Hallo Mandy,

    ist ja krass, den Text Matth. 26 hab ich heute morgen auch gelesen.

    Deine Auslegung hat ihn mir nochmal tiefer reingestopft.

    Danke!

     

    Antworten
  2. Noreen

    Die Frage habe ich mir auch schon häufiger gestellt, allerdings immer bei einer bestimmten Bibelstelle (Matthäus 6, 25-34). Darin geht es darum, dass Gott uns versorgt. Für mein Leben glaube ich das schon, aber was ist mit den vielen Menschen die Hunger leiden? Hier mal der Bibeltext um den es geht:

    Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? 26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? 27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? 31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

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    1. Kerstin

      Der Text stammt doch aus der Bergpredigt (?)..ich denke, Jesus nimmt einmal mehr bildhafte Vergleiche aus der Natur , um sie auf eine gerade vorliegende Sorge der Jünger anzuwenden. Sie sorgen sich ja häufig…ob das Brot reicht…ob genug Fische im Netz sind..ob ihr Glaube groß genug ist…Vielleicht will er ja einfach sagen "Sorge dich nicht, lebe!"… und vor allem…lebe im Vertrauen auf Gott. Wir wollen immer Sicherheiten, Garantien, versichern unser Hab und Gut usw. Als ich mich noch in engmaschigen Kontrolluntersuchungen wegen meiner Krebserkrankung befand hatte ich panische Angst vor jedem MRT, er könnte ja wieder da sein der Krebs…im MRT betete ich oft unter Tränen, das es nicht so sein möge..ich machte mir also Sorgen. Die Ärztin sagte mir irgendwann, "wissen sie, ich freue mich jedesmal, wenn sie wieder kommen, dann bin ich mir sicher, dass ich letztes MRT nichts übersehen habe"(eine ganz andere Perspektive!!??)..und ein Psychologe sagte zu meinen Ängsten "wenn ich Ihnen jetzt sage, sie sind garantiert krebsfrei , und sie gehen hier aus der Praxis und werden von einem Auto überfahren, was hat Ihnen ihre Sorge und Angst wegen dem Krebs und meine Garantie dann gebracht?" Wir müssen Vertrauen haben….

      Ansonsten finde ich das was De Benny oben sagt super. "Stell Gott nicht auf die Probe, kümmere Dich…", wenn du Not siehst…und hoffe und vertraue darauf, dass auch Dir geholfen wird.

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  3. De Benny

    @Noreen:

    Ich versuch mal, daraus so einen Sinn zu machen:

    Wenn es Dir schlecht geht, mach Dir keinen Kopf, denn Gott wird sich um Dich kümmern. Wenn es anderen schlecht geht, stell Gott nicht auf die Probe, kümmre Dich um sie, denn Gott gebietet Dir Nächstenliebe.

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  4. Sandra

    Ja, so sehe ich das auch. Jeder Mensch hat s(eine) Gabe(n) und dementsprechend wird er auch entlohnt. Ich denke, es ist gar nicht zwingend das Problem arm/reich, es ist vielmehr so, dass wir nicht mehr zur Nächstenliebe, sondern eher zur ICHliebe erzogen werden. So betrachtet jeder nur sich selbst und versteht sich nicht als Teil einer Solidargemeinschaft. Dadurch ist Teilen nicht selbstverständlich. Die Frage, warum Gott nicht alle gleich versorgt, hat tatsächlich mit dem freien Willen zu tun. Diese Grundfrage des Seins, warum geht es nicht allen gleich gut …. die stellt man sich, wenn man nicht den Bezug zu Adam und Eva herstellt. Sie hatten das Paradies, aber sie wählten die Schlange …….

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  5. Josef

    Ob arm oder reich braucht man dringend die Vergebung, Gnade, Liebe, Barmherzigkeit, Lehre und Freundschaft des HERRN. Wahrlich Jesus ist auferstanden und klopft an die Tür unsrer Herzen. Laden wir ihn voller Freude ein. In ihm sind wir reich beschenkt und werden ein sinnvolles, ehrenhaftes Leben haben.

    Sei gesegnet

    dein Josef

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  6. Jörg

    “Wer vom Jobcenter Kohle kriegt, ist einfach nur faul! “Was macht du wenn dein Körper kaputt ist? Rente zu kriegen ist nicht so einfach. Der Text zählt nicht für alle!

    Antworten
    1. Julia

      Hallo, das sind nicht Mandy´s Gedanken, das sind nur Beispiele dafür, dass viele Leute manchmal so denken und reden ;) (Über den Beispielpunkten steht: "Oftmals sind es auch verschiedene Vorurteile und Einschätzungen, die in unseren Köpfen sind: …")

      Liebe Grüße ;)

      Antworten
    2. Mandy Artikelautor

      Jörg, wenn Du zitierst, dann bitte im Zusammenhang!!

      "Oftmals sind es auch verschiedene Vorurteile und Einschätzungen, die in unseren Köpfen sind:

      – "Die Armen sind selbst schuld."
      – "Die Reichen, die da oben, nehmen sich, was ihnen zusteht."
      – "Wer vom Jobcenter Kohle kriegt, ist einfach nur faul!"
      – "Wer gut verdient, ist einfach nur geil auf Karriere!"
      – "Jeder ist seines Glückes Schmied.""

      Und auch dieser Absatz sollte im Kontext gelesen werden!

      Dieses "Wer vom Jobcenter Kohle kriegt, ist einfach nur faul!" ist ein beknacktes Vorurteil (nicht meine Ansicht). Das sollte doch klar und deutlich rausgekommen sein?

      Antworten
  7. Selina

    Ich wüsste gerne wieso du "Vergiss niemals, im weltweiten Vergleich leben wir auf der Gewinnerseite – auf der Sonnenseite des Lebens!" in einem Atemzug mit "Wir leben in einem Land mit gemäßigtem Klima und relativem Wohlstand, die meisten von uns sind Weiße." nennst?

    Ich habe den Zusammenhang eventuell nicht komplett verstanden und hätte ihn gerne erläutert.

     

    Mfg

    Selina

    Antworten
    1. Julia

      ;) Ja, das ist mir auch gleich "ins Auge gefallen" : "Wir leben auf der Sonnenseite (…) die meisten von uns sind Weiße …" (Vielleicht auch nur unglücklich formuliert ;) )

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      1. Mandy Artikelautor

        Statistisch gesehen geht es Menschen mit weißer Hautfarbe besser – von wegen Rassismus und der ganze Mist. Glaube das meinte ich – ist ja schon was her, der Beitrag und ja hätte ich vielleicht besser ausdrücken und hinterlegen können. ;-)

        Antworten
    1. Mandy Artikelautor

      Ach, ich denk das spricht eigentlich ganz gut für sich. Da soll sich jeder mal seine Gedanken machen, je mehr dazu geschrieben wird, umso verwässerter wird das evtl. ;-)

      Antworten
  8. Ingrid

    bei dem obdachlosen würde ich versuchen, etwas anders zu atmen…(damit ich es nicht so riechen muss) …..die Frau in Prostitution würde ich fragen, ob ich ihr helfen kann….und wenn auf jemanden verbal eingeprügelt wird, würde ich mich wohl schon einmischen…….ihm versuchen zu helfen…………

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  9. Conny

    Soll ja gut gemeint sein, aber einfach nur Prostituierte oder Wohnungsloser hätte auch gereicht. Aber neee. Die müssen ja gängiger Weise halb nackt sein und stinken. Grumml.

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  10. Mandy Artikelautor

    Da hast Du recht, hätte gereicht. Klischees kommen allerdings nicht von ungefähr. Gut riechende Wohnungslose, habe ich bisher nur sehr selten getroffen und Prostituierte im Skianzug gibt es wohl auch nicht alle Tage  ;-)

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  11. Simon

    Echt schöner Artikel, Mandy.
    Das finde ich echt schlimm dass es soviel Armut auf der Welt gibt, und sich viele Menschen weigern zu spenden und zu helfen.
    Danke Mandy. ;-)

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  12. Conny

    Ich kenne mehr Leute mit Wohnung die stinken als ohne. Und wenn ich mich so in der Stadt umschaue, laufen viele Frauen recht freizügig rum. Aber ist auch wurscht . Gott ist diesen Menschen so extrem nahe. Wenn ihr die Möglichkeit habt solche Menschen kennen zu lernen, wie auch immer, dankt dem Herrn dafür und ergründet warum es diese Begegnung gibt. Vielleicht geht ja gar nicht darum das ihr was geben sollt, sondern das ihr was bekommt. Ich komme von der Strasse und hab net gestunken.

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