Die (Neben-) Rolle von Josef

Zu Weihnachten war sie ja mal wieder in aller Ohren, die Weihnachtsgeschichte.

Im Mittelpunkt stehen dabei Jesus und Maria, die Weisen, die Hirten auch irgendwie – aber einer steht doch relativ als Außenseiter da und das ist Josef!

Dabei hat der ne gar nicht mal so ne unbedeutende Nebenrolle…

Josef ist verlobt mit Maria. Dann wird Maria schwanger, alles gut und schön, doch ein Problem gibt es dabei…

Josef und Maria hatten noch nicht zusammen gepoppt.

Hmmmm….

 

So liegt es eigentlich auf der Hand, dass Maria dem Josef fremdgegangen sein muss. Denn ohne Sex entsteht schließlich kein Kind. In der Bibel wird leider nicht davon berichtet, wie das ablief als Maria ihrem Josef sagte, dass sie schwanger ist.

Schade, denn das wäre durchaus interessant gewesen.

 

 

 

 

Gucken wir doch mal was drin steht:

"Seine (Jesus') Mutter Maria war mit Josef verlobt. Sie hatten noch nicht miteinander geschlafen. Da stellte sich heraus, dass Maria schwanger war –  aus dem Heiligen Geist. Ihr Mann Josef hielt Gottes Gebote, aber er wollte Maria nicht bloßstellen. Ohne Aufsehen zu erregen, wollte er sich von ihr trennen. Dazu war er entschlossen."

Matthäus 1, 18-20

 

Vom damaligen Gesetz her, ließ man sich scheiden, wenn einer von Beiden fremd geht und somit die Ehe bricht. Das hatte Josef auch vor – er war "entschlossen" heißt es. Doch dann geschah etwas spukiges.

Dem Josef erschien im Traum ein Engel und der sagte:

"Josef, du Sohn Davids, habe keine Bedenken, deine Frau Maria zu dir zu nehmen!  Denn das Kind, das sie erwartet, ist aus dem Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn zur Welt bringen. Du sollst ihm den Namen Jesus geben. Denn er wird sein Volk retten: Er befreit es von aller Schuld." 

Das alles geschah, damit in Erfüllung ging, was der Herr durch den Propheten gesagt hat:

"Seht doch! Die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn bekommen. Sein Name ist Immanuël." Das bedeutet: "Gott ist mit uns." Josef wachte auf. Er tat das, was ihm der Engel des Herrn befohlen hatte: Er nahm seine Frau zu sich. Er schlief nicht mit Maria, bis sie ihren Sohn zur Welt brachte. Und er gab ihm den Namen Jesus."

Matthäus 1, 20-25

Da kommt also ein Engel zum Josef – wie auch immer der ausgesehen haben mag – und sagt ihm das die Frau vom heiligen Geist schwanger ist, er sich nicht von ihr trennen soll und das Kind soll er am besten direkt adoptieren.

Alter Schwede – was ist das denn?

Jetzt stell Dir das mal vor – da denkst Du Deine Frau hat Dich verarscht, da bist Du emotional total durch den Wind – und dann sowas?! Der HAMMER der Story ist, dass Josef das glaubt! Zumindest ist in der Bibel nichts gegenteiliges zu lesen. Da ist keine Rede davon, dass Josef auch nur einen Augenblick lang an der Vaterschaft des Heiliges Geistes gezweifelt hat.

 

Ich stell mir vor, wie das gewesen sein muss, als da plötzlich ein Engel im Traum stand.

 

Hat Josef direkt gewusst, dass dieser Engel nicht nur Phantasie ist sondern ne wirkliche reale Erscheinung direkt von Gott vorbei geschickt?

Anscheinend – denn sonst hätte er das doch für totales Humbug gehalten, oder?

 

Was wäre, wenn Josef so verletzt gewesen wäre – schließlich ging er davon aus betrogen wurden zu sein – das er überhaupt nicht bereit war dem Engel zuzuhören und nur am schimpfen wäre.

Doch Josef war sich anscheinend total sicher, dass dieser Engel ihm die Wahrheit sagt und ihm so zum Mitspieler des Ganzen macht.

"Er wird sein Volk retten von seinen Sünden."

 

Was wäre gewesen, wenn Josef die Maria und das Baby doch verlassen hätte? Wenn er gesagt hätte: "Ich mach nicht mit bei diesem Spiel – ich hau ab!" – dann wäre das ganze Ding – im frommen Fachjargon "das Heilsprogramm" – anders abgelaufen.

Was können wir nun daraus lernen? Vielleicht das wir das nächste Mal, wenn Gott uns so direkt in Herz spricht "Ja" sagen – "Ja, ich spiele mit – egal was du vor hast"?!

 

Hat Gott jemals so direkt zu Dir gesprochen – durch was auch immer – das Du keinen Zweifel daran hattest, dass er es ist?

 

Denk mal drüber nach. Und ich sag mal DANKE Josef – falls Du das hier irgendwie mitbekommst ;-)

Segenregen
Deine Mandy
Jesus Punk

 

© Cartoon: Werner Tiki Küstenmacher

 


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Dieser Beitrag wurde am 27. Dezember 2012 veröffentlicht.

7 Gedanken zu „Die (Neben-) Rolle von Josef

  1. Katha

    Habe gerade vor kurzem eine großartige Predigt von Bill Hybels über Joseph gehört, die mich auch sehr zum Nachdenken angeregt hat.
    Denn Josefs Rolle war von entscheideneder Bedeutung – auch wenn sie auf den ersten Blick wie eine Nebenrolle aussieht .
    Er war immerhin der offizielle Vater, der Jesus beschützt und unterstützt und unterwiesen hat, solange er (Jesus) jung und hilflos war.
    Von meiner Seite "Hut ab" vor diesem Menschen, der menschlich gesehen großartig gehandelt hat.
     
    Hier kommt für die, die englisch können, der Link: http://media.willowcreek.org/weekend/not-a-normal-christmas/ und dann Week One – Joseph.
     
    Fetten Segen für Euch
    Katha

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  2. Matthias

    Joseph war, was Gerechtigkeit und Gehorsam anbelangt, sicherlich ein Vorbild.Nach Gesetzt hätte Maria ein Prozess gemacht werden müssen. Um sie nicht zu beschämen wollte Joseph das aber unterlassen. Bamherzigkeit wertete er mehr als sture befolgung des geschriebenen Gesetzes.
    Jedoch kann man sich zu Joseph und seiner Rolle noch weitere Gedanken machen. Joseph war ein Nachkomme Davids. Über ihn führt Jesus' Stammbaum zu David. Wenn nun Joseph an der Zeugung Jesus' nicht beteiligt war, stammt Jesus ja eigentlich nicht von David ab, oder? Zumindest nicht leiblich, sondern "nur" durch Adoption. Dem widerspricht jedoch Rämer 1,3, wo es heisst, Jesus sei aus dem "Samen Davids", oder nach Luther: "…der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids…"
    In Matthäus 1,16 steht: "Jakob zeugte Joseph, den Mann der Maria, aus der Jesus gezeugt wurde…" oder, je nach Quelle: "Jakob zeugte Joseph, Joseph, dem die Jungfrau Maria verlobt war, zeugte Jesus…" Diese Übersetzung wirft zudem die Frage auf, was denn genau mit "Jungfrau" gemeint ist.
    Ein weiterer Gedanke: Wenn Jesus keinen irdischen Vater hat, ist er, wie beispielsweise Herkules, ein Halbgott. Meiner Meinung nach ist Jesus aber ganz Mensch, und ganz Gott. Er wurde von Gott als sein Sohn erwählt.
    Gott ist es sicherlich möglich, ein Kind ohne Eingreiffen des Vaters zu zeugen, zweifelsohne. Aber ob er es wirlich getan hat?
     
    LG und Gottes Segen

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  3. Doro

    Maria war auch eine Nachfahrin von König David, also ist über ihr Erbgut Jesus doch aus Davids Stammbaum.Sie war nur aus einem anderenLinie (Salomo) wie Josef (Nathan), habs gerade erst kürzlich wo gelesen.

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  4. Gekreuz(siegt) Moderator - Hanspeter

    Die zwei Stammbäume im Lukas- und Matthäusevangelium sind letztlich ein Geheimnis. Die katholische Kirche versucht es so zu erklären: Die Mutter von Josef hatte Eli geheiratet (Lk 3,23), doch bevor sie Kinder bekamen, starb er. Schon die Großmutter hatte ihren ersten Mann verloren und ein zweites Mal geheiratet. Sie hatte von beiden Männern Söhne und so ging der Halbbruder Jakob mit der verwitweten Mutter die Schwagerehe ein. Ihnen wurde Josef geboren. Nach jüdischer Tradition blieb so das Geschlecht von Eli erhalten.
    Andere sehen im Stammbaum des Lukasevangeliums den Stammbaum von Maria. Nach dieser Version hatte Maria keinen Bruder und empfing so als Erbtochter das Erbgut in Bethlehem (4. Mo 27,8). Deshalb musste sie bei der Volkszählung gegen die Gewohnheit nach Bethlehem reisen. Maria durfte auch nicht außerhalb des Stammes heiraten (4. Mo 36,8-9). Der Mann einer Erbtochter musste sich in das Geschlecht ihres Vaters einschreiben lassen und bekam dadurch „zwei“ Väter. So wurde Joseph ein Sohn Jakobs und Elis (Mt 1,16 / Lk 3,23).
    Warum nun zwei Stammbäume existieren, bleibt aber ein Rätsel. Die Stammbäume scheiden sich bei den Söhnen Davids: Salomo und Nathan. Die Erklärung mit dem Stammbaum von Maria hat ihre Logik, weil sonst die effektive Abstammung von David in Frage gestellt werden könnte. Diese war aber unbestritten (Mt 9,27; 21,9). Auch waren bis zur Zerstörung vom Tempel (70 n.Chr.) die Geschlechtsregister vollständig erhalten. Die Gegner von Jesus hätten ein leichtes Spiel gehabt, ihm seine Messianität abzusprechen, wenn er nicht aus der Linie von David gestammt hätte. Da beide Linien auf David zurückgehen hätte so Gott seine Verheißung auf doppelte Weise wahr gemacht.
    Herzliche Grüsse Hanspeter

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  5. Bettina Puchert

    Ja, Gott hat schon so direkt gesprochen bzw. reingeknallt in mein Leben…das ist doch immer sehr "awe-stricken", sehr "breathtaking", sehr sehr besonders…

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