Hiob, ein Mann ringt mit Gott

Das Leben ist oftmals ganz schön hart und manchmal auch Bamm, Bamm, Bamm – da kommt ein Schlag nach dem anderen. 

Auch wenn wir Gott nicht immer verstehen können – siehe Artikel von gestern, ist es für ihn total in Ordnung, dass wir weinen, kämpfen und verzweifelt aufschreien. Das sind menschliche Reaktionen und die sind verständlich und auch wichtig.

Gott fordert uns auf, uns gegenseitig zu unterstützen Römer 12, 15 und sogar Jesus tat das Johannes 11, 35.

 

Nehmen wir doch mal Hiob, der war ehrlich, hatte großen Respekt vor Gott und hütete sich dafür Böses zu tun. Hiob 1,1 Und doch musste der arme Mann unendlich viel Leid durchleben…

Innerhalb kurzer Zeit verlor er zuerst seinen Job, dann seinen kompletten Besitz und dann auch noch alle seine Kinder. Sie kommen bei einem Hauseinsturz ums Leben.
Hiob 1, 18 Er hatte sieben Söhne und drei Töchter.

All das ist schon so unvorstellbar krass, da bekommt Hiob noch eine schlimme Krankheit, die ihm zu den unendlichen seelischen Schmerzen auch noch körperliche Schmerzen beschert. Sein Körper ist von Kopf bis Fuß mit eitrigen Geschwüren übersät Hiob 2,7, dadurch wird er total entstellt. Hiob 2, 12

Natürlich wollte Hiob Antworten von Gott. Er wollte wissen was da abgeht und warum ihm das alles passiert.

Lies Dir das Buch Hiob selbst mal durch, ich finde man fühlt sich dadurch ganz gut reinversetzt in die Verzweiflung von diesem Mann, der sich zwischenzeitlich wünschte, nicht geboren worden zu sein. Hiob 3, 1

Hiob klagt Gott an, aber irgendwann stellt er fest, dass es so nicht geht – es bringt nichts, Gott auf die Anklagebank zu setzen und ihn mit Fragen zu bombardieren. Gott wies Hiob zurecht und sagte ihm:

"Wo warst du, als ich das Fundament der Erde legte?" Hiob 38,4

"Hast du die Weiten der Erde überblickt? Sag es mir, wenn du das alles weißt!" Hiob 38, 18

"Tritt mir gegenüber wie ein Mann, und antworte auf meine Fragen! Willst du mein Urteil widerlegen und mich schuldig sprechen, nur damit du recht behältst?" Hiob 40,7-8

"Willst du weiter mit mir streiten, mich, den Allmächtigen, immer noch tadeln?" Hiob 40, 2

Gott hat die Hosen an, das macht er Hiob unmissverständlich klar. Gott ist der Töpfer – der Mensch ist der Ton! So brutal das klingt, aber der Töpfer kann mit dem Ton machen, was er möchte.

Gott hat sich also entschlossen Hiob vor dem Leid nicht zu schützen…. stell Dir mal vor, Du wärst Hiob und all dieses Elend wäre auf Dich gekommen. Du hättest alles verloren – Deine Kinder, Deine Gesundheit, Deinen Job, Dein Haus und alles was Du sonstnoch hattest ist weg!

  • Möchtest Du einen Gott, der sowas tut, lieben?
  • Könntest Du diesen Gott überhaupt lieben?

 

Hiob konnte das. Hiob bekam keine Antworten auf seine Fragen und doch entschied er sich dafür, auf Gott zu vertrauen und klammerte sich noch fester an ihn als jemals zuvor. Was für ein Mann?! 

Seine Reaktion ist megakrass:

"Bisher kannte ich dich nur vom Hörensagen, doch jetzt habe ich dich mit eigenen Augen gesehen."

Hiob 42, 5

Eine Hammeraussage, erst kannte Hiob Gott nur vom "Hörensagen" – also jemand erzählte ihm von Gott, aber jetzt wo Hiob in der größten Scheiße seines Lebens steckte, lernt er Gott persönlich kennen – "mit eigenen Augen".


Ich glaube Hiob hatte das Wichtigste überhaupt begriffen, es geht nicht darum Gott und das was er tut immer nachvollziehen und verstehen zu können, sondern es geht darum an ihm festzuhalten und ihn zu lieben – auch wenn es für uns nicht immer Sinn ergibt.

 

 

Hiob ist meine Lieblingsperson aus der Bibel, gerade als es mir vor einigen Jahren gesundheitlich sehr schlecht ging, las ich häufig das Buch Hiob. Ich nannte ihn "meinen Freund Hiob" – weil ich mich mit ihm identifizieren konnte. Hiob stellte die für mich logischsten Fragen an Gott.

Ich stelle sie Gott natürlich auch und fragte oft:

"Warum habe ich diese furchtbaren Schmerzen?"

Aber bald stelle ich fest, dass diese Fragen und auch die Zweifel an ihm, "zwischen uns" standen und irgendwie blockieren.

 

Für mich gab es zwei Möglichkeiten:

Die erste Möglichkeit war: Ich spring von der nächsten Brücke – es hat eh alles keinen Sinn!

Die zweite Möglichkeit war:  Ich halte dennoch an Gott fest und werde ertragen, was da auf mich zukommt.

 

Eine dritte Möglichkeit, mein Ding alleine durchzuziehen und von Gott nichts wissen zu wollen oder sogar die vierte Möglichkeit, dass es Gott gar nicht gibt, die stellte sich mir nicht. Durch das, was ich bisher schon erlebt hatte, war mir glasklar, dass es einen Gott gibt.

 

Wie Du Dir vielleicht schon denken kannst, entschied ich mich für Möglichkeit Nummer zwei.

Ich ließ den Töpfer Töpfer sein und begriff, dass ich selbst "nur" Ton bin. Ich habe meine Entscheidung niemals bereut.

Ich bin glücklich, dass ich noch leben darf und sehe jeden Tag als ein großes Geschenk!

 

Fetten Segen
Mandy
 

 


© Foto unten: Hartmut910 / pixelio.de
Textgedanken: "Hölle Light" von Francis Chan und Preston Sprinkle

 


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Dieser Beitrag wurde am 14. Oktober 2012 veröffentlicht.

22 Gedanken zu „Hiob, ein Mann ringt mit Gott

  1. Lydia

    Ich find es super von dir, das du die Menschen auch mit solchen Themen konfrontierst.Ich hab es auch in meinem Leben erfahren, dass ich Gott nicht in allem verstehen konnte. Vor ein paar Jahren war mein Kind gestorben, ich konnte es nicht verstehen warum, aber irgentwie konnte ich ab da Gott mehr vertrauen.

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  2. Beate Hill

    Mandy, Du sprichst mir mal wieder aus dem Herzen. Und Hiob ist auch einer meiner Favoriten, er und David !
    Ich bin auch vor einigen Jahren durch schwere Krankheit, körperlich und seelisch, gegangen und wollte am liebsten sterben.
    Und Gott hat mich da durch getragen und mir so viel neue Kraft und Lebensfreude geschenkt. Nun bin ich Ihm so dankbar,
    dass ich noch leben darf und von Ihm und Seiner Liebe zeugen darf. Und das Schwere, das ich erlebt habe, hat meinen
    Glauben nur vertieft. Ohne Ihn wäre ich krepiert – mit Ihm hab ich überschäumendes Leben!

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  3. Dennis

    er hat zwar am ende auch gezweifelt und keine bock mehr (wird gern vergesen) aber allein das Gott sich beweist (ohen wirkcih antwort zu geben) genügt ihm um gott mehr zu loben als jemals zu vor, geil

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  4. "Unwissende Omi"

    Mandy, nicht nur du bist glücklich, dass du lebst sondern wir auch.. 
    Du bist wahrscheinlich der Kugelschreiber von Papa Gott…
    schön das es dich gibt…

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      1. "Unwissende Omi"

          Jana: 11. September 2012 at 07:37 Hallo Mandy, dein Seelen-Futter ist oft soo super gut,(Danke) dass ich es gern bei Facebook posten möchte. Ich weiß aber nicht wie??? Kannst du ner unwissenden Omi mal helfen LG Jana Antworten     Mandy: 11. September 2012 at 13:02 Hallo unwissende Omi ;-) . Das Seelen-Futter kannst Du gern auf Facebook posten – allerdings gibt es dazu bisher keinen “teilen” Button, wo Du drauf klickst und zack isses bei Facebook. Also musste den Text kopieren und als Dein Facebook Status veröffentlichen. Bitte achte drauf immer auch mit anzugeben von wem das Zitat ist. Als Seelen-Futter Quelle:http://www.unendlichgeliebt.de Fotos veröffentlichen….. darfst Du eigentlich nicht bzw. musst sehr auf die Quelle achten. Ich hole die Erlaubnis oft nur für’s Seelen-Futter ein. Pixelio Bilder darfst Du veröffentlichen, natürlich mit Quellangabe. Ansonsten gucken und erkundigen beim jeweiligen Fotografen, den ich meist klein unterm Foto angebe. Antworten   Daher der Name "Unwissende Omi" grins, grins….  

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  5. Andrea H. Warmuth

    Ich finde es aber sehr tröstlich, dass Hiob am Ende viel mehr zurückbekommt, als er am Anfang hatte!
    Ich habe heuer auch vieles Schmerzliche erfahren müssen, aber ich fand Trost im Gotteslob, im Lied 294 "Was GOTT tut, dass ist wohl getan"!!!!!!
    DANKE, liebe Mandy, dass du uns Hiobs Geschichte aus Deiner eigenen Erfahrungswelt nahegebracht hast!

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  6. Stephan

    Schöner Satz und seeeehr richtige Schlussfolgerung! >>> “Es geht darum an IHM festzuhalten und IHN zu lieben – auch wenn es für uns nicht immer Sinn ergibt.” :)

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  7. Christian Aepfler

    Mir hatte jemand einmal erzählt, ( OPa Jakob) dass diejenigen, die hier im Leben leiden, diejenigen sind, vor denen sich der Teufel fürchtet. Die will er unten halten, damit sie ihm nicht "in die Suppe spucken". Die werden im Himmel belohnt werden. Diejenigen, die im hiesigen Leben im Galopp nur durch offene Türen rennen, werden im Himmel hinten anstehen müssen. Die haben "ihren Lohn dahin". Wir sollen alle Möglichkeiten zu einem guten Leben nutzen, das ist Gottes Geschenk. Aber wir sollen unser irdisches Leben nicht so ernst nehmen, wenn er uns Leiden zutraut. Jedem kann er das nicht zutrauen. Die Belohnung gibt es im Himmel. "Keines Menschen Auge hat je gesehen, keines Menschen Ohr hat je gehört, keines Menschen Herz kann sich vorstellen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben" 1.Kor.2,9. Und wir sind im Leid nicht allein, er wohnt in uns. Wir sind immer zu zweien. "Siehe, in meine beiden Handflächen habe ich Dich gezeichnet!" Jes.49,16. Paßt nicht ganz zum leiden, aber zu Gottes Liebe zu uns.

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