Wenn falsche Dinge geschehen, mache die richtigen weiter …

Heute habe ich mir folgende Frage gestellt: "Wie gehe ich mit Menschen um, die mich verletzt haben oder mich noch immer verletzen?"

Es gibt meist nicht den Weg, der einzig und allein der Richtige und Beste ist. Wenn es, je nach Lebenssituation, überhaupt ein richtig oder falsch gibt. Oft führen unterschiedliche Wege zum Ziel; zu einem wünschenswerten Kompromiss, einer zufriedenstellenden Lösung oder was immer man sich am Ende des Weges erhofft.

Schwert
Ich habe mir zuerst überlegt, was ich nicht möchte: 

Ich möchte Menschen nicht alle in eine Tonne zu stecken, Deckel zu, um sie pauschal als Versager abschreiben, nur weil mir einige von ihnen Schaden zugefügt haben! 

Das wäre alles andere als fair. Damit schneide ich mir selbst ins Fleisch. Ich nehme mir die Chance(n), Menschen kennen- und lieben zu lernen und diese Liebe auch zu erfahren.

Also Tonne wieder auf … natürlich ist dies immer auch mit Risiken verbunden. Denn so öffne ich auch Bösewichten die Tür. Doch ein Leben ohne Risko gibt es nicht.
 

Wer (dazu-) gewinnen will, muss bereit sein, einzustecken!

Je schwerer das Vergehen, um so schwerer fällt es, richtig weiterzumachen. Im heftigsten Fall besteht mein innererer Kampf darin, (den) Menschen nicht zu hassen. Doch wie schwer das Vergehen auch immer wiegt … es geht immer um viel mehr. Es geht nicht um das nicht "Hassen" und auch nicht um das "Dulden", sondern immer um das Lieben!"


"Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen;  segnet die, die euch verfluchen, und betet für alle, die euch schlecht behandeln." Lukas 6, 27 GNB


Seine Feinde waren keine Geringeren als die, die ihn erst stundenlang folterten, um ihn anschließend auf brutalste Art und Weise hinzurichten. 


Jesus verlangt Unmenschliches von uns: Feinde zu lieben! = Heavy! 


Keine Frage, dazu brauchen wir ihn! Alleine? Unmöglich! 

Und somit gibt es Schritte, die zum "richtigen Weg" gehören:

Schenke Gott Anerkennung, Vertrauen und Dankbarbarkeit – zu jeder Zeit, auch ohne ersichtlichen Grund!


Ich glaube, diese drei Zutaten sind letztendlich die Wurzel des eigenen Lebensglücks. Lebe nach Gottes Regeln, auch wenn sie scheinbar (erstmal) nur Nachteile bringen. Und eine dieser gutgemeinten Regeln lautet: Liebe Deine Feinde!  


Denk mal an Paulus, der seine Leute in Ephesus am Ende seiner Predigt über die Waffenrüstung Gottes aufklärt: 

"Darum nehmt all die Waffen, die Gott euch gibt! Nur gut gerüstet könnt ihr den Mächten des Bösen widerstehen, wenn es zum Kampf kommt. Nur so könnt ihr das Feld behaupten und den Sieg erringen. Bleibt standhaft! Die Wahrheit ist euer Gürtel und Gerechtigkeit euer Brustpanzer. Macht euch bereit, die rettende Botschaft zu verkünden, dass Gott Frieden mit uns geschlossen hat. Verteidigt euch mit dem Schild des Glaubens, an dem die Brandpfeile des Teufels wirkungslos abprallen. Die Gewissheit, dass euch Jesus Christus gerettet hat, ist euer Helm, der euch schützt. Und nehmt das Wort Gottes. Es ist das Schwert, das euch sein Geist gibt. Hört nie auf zu beten und zu bitten! Lasst euch dabei vom Heiligen Geist leiten. Bleibt wach und bereit." – Epheser 6, 13-18 HfA


Übrigens: um mir selbst Druck zu nehmen, bin ich abgekommen von diesem "Ich muss irgendwie voran kommen!" – Denken. 

Ich muss gar nichts! Manchmal hilft es, stehen zu bleiben, auf Gott zu schauen, tief durchzuatmen und Ruhe zu bewahren. Ich muss nicht "immer voran kommen". In Jesaja 30, 15 GNB heißt es: "Wenn ihr gelassen abwartet und mir vertraut, dann seid ihr stark." – Bitte lies die von mir erwähnten Bibelstellen immer auch im Kontext!


Tröste Dich: Auch Gott hat uns geliebt, als wir noch Feinde waren! Wie gut, dass er uns einen guten Weg zeigt, wie wir richtig handeln können. 

Im Alten Testament kannst Du von dem Propheten Elisa lesen. Der war König und sollte ein Essen ausrichten, für die Männer, die seine Stadt Dothan dem Erdboden gleich machen wollten (2. Könige 6, 22-23 HfA) Gesagt, getan …. diese Typen griffen danach sein Land niemals mehr an!


"Da ließ der König den Syrern ein herrliches Festmahl auftischen. Nachdem sie gegessen und getrunken hatten, durften sie in ihr Land zurückkehren. Von da an unternahmen die syrischen Truppen keine Raubzüge mehr auf israelitisches Gebiet."


Wenn Du so reagierst, womit der andere überhaupt nicht rechnet, kannst Du den Überraschungseffekt nutzen!


Statt eine auf's Maul, gibt es ne Einladung zum Abendessen? Wer hätte das denn gedacht? Eben wollte ich den Textabschnitt anders beginnen. Mit dem Drohspruch: "Ruck zuck ist die Lippe dick!" und was macht meine Rechtschreiberkennung daraus? = "Ruck Zuck ist die Liebe dick!" = schlau!! 


Der Schreiber der Sprüche ermutigt seine Leute wie folgt: "Wenn dein Feind hungrig ist, dann gib ihm zu essen; ist er durstig, gib ihm zu trinken. So wirst du ihn beschämen, und der HERR wird dich belohnen."Sprüche 25, 21 HfA 

Dieser Überaschungseffekt, das Beschämen des Feindes – das gefällt mir! Darin steckt Potenzial!


Mutter Teresa und Kent Keith schrieben folgendes auf die Wand eines Kinderheimes: 

Die Leute sind unvernünftig, unlogisch und selbstbezogen, liebe sie trotzdem.

Wenn du Gutes tust, werden sie dir egoistische Motive und Hintergedanken vorwerfen, tue trotzdem Gutes.

Wenn du erfolgreich bist, gewinnst du falsche Freunde und echte Feinde, sei trotzdem erfolgreich.

Das Gute, das du tust, wird morgen vergessen sein, tue trotzdem Gutes.  

Ehrlichkeit und Offenheit machen dich verwundbar, sei trotzdem ehrlich und offen.  

Was du in jahrelanger Arbeit aufgebaut hast, kann über Nacht zerstört werden, baue trotzdem.

Deine Hilfe wird wirklich gebraucht, aber die Leute greifen dich vielleicht an, wenn du ihnen hilfst, hilf ihnen trotzdem.

Gib der Welt dein Bestes, und sie schlagen dir die Zähne aus, gib der Welt trotzdem dein Bestes.
 

Ehrlich gesagt, geht mir da so manches gegen den Strich. Aber ich bin von der Richtigkeit dieser Zeilen überzeugt, und lasse mich damit herausfordern. Deshalb habe ich sie mir ausgedruckt und aufgehängt. Ich hab Dir ein PDF erstellt, damit Du das HIER ebenfalls tun kannst.


Noch ein Hinweis zum Schluss: Verfolgung war für die ersten Christen etwas ganz normales. Das gehörte zum Alltag! Nur mal zum dran erinnern, an alle, die meinen, als Christ hätte man ja heutzutage ne Menge auszuhalten. Vermutlich haben wir mehr gut lachen, als uns bewusst ist. Weniger meckern, mehr an Gott halten und vertrauen, würde – mir zumindest – in so mancher Hinsicht guttun.


Wie sieht es bei Dir aus?


Schönes Wochenende und bis zum nächsten Mal.

Deine Mandy

 

 


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Dieser Beitrag wurde am 18. Januar 2019 veröffentlicht.

15 Gedanken zu „Wenn falsche Dinge geschehen, mache die richtigen weiter …

  1. C.B.

    Ich finde es immer sehr hilfreich, sich klar zu werden, dass auch unsre „Feinde“ eine Vorgeschichte haben. Niemand hat sich selbst gemacht und es gibt immer einen Grund warum Menschen in unsren Augen böse, egoistisch, geizig, etc sind.
    Wenn man sich die Zeit nimmt, zu ergründen WARUM Menschen so oder so handeln, kann man vieles eher tolerieren und eben dann auch mit Liebe begegnen.

    Danke für diesen tollen Beitrag Mandy

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  2. Kerstin

    Liebe Mandy,
    Vielen, lieben Dank für deine Worte.
    Sie treffen so haargenau auf meine jetzige Situation zu. Und ich weiß nun genau wie ich handeln kann (muss).
    Dankeschön
    Liebe Grüße
    Kerstin

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  3. Daniela

    Kommt genau zur richtigen Zeit. Es ist sooo schwer… die Stelle mit der Waffenrüstung habe ich auch schon geschickt bekommen. Ich denke nicht alles aber Teile davon muss ich umsetzen um nicht ganz verrückt zu werden

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  4. Steffen [Mann aus dem Hause Radlow]

    Ja, auch ich habe Mal umgeschwenkt, von warmherzig zu kaltherzig, als ich zu oft verletzt wurde. Doch ich merkte, nach dem mir die ‚Augen‘ geöffnet wurden, das ich denen weh tue, die mir am Herzen liegen.
    Als Paps jedoch mir SEINe Liebe geschenkt hat, und seit dem mein Herz nicht mehr zu explodieren droht, bleibe ich auch weiterhin warmherzig, auch wenn andere versuchen mich erneut zu verletzen.
    Klar gibt es auch Zeiten, wo ich dann Mal gestresst bin oder mir ‚umsonst‘ Sorgen mache, doch meist ist es inzwischen so, das andere mich ‚auf Igno setzen‘ weil sie mit sich selbst ein Problem haben.

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  5. kati

    Mandy, ich finde es krass, wie das Seelenfutter oder jetzt auch der Artikel direkt in mein Leben sprechen! DANKE! Es ist, als hätte dich ein Engel geschickt.

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  6. Gast

    In sehr schwierigen Situationen hilft nur das Gebet und Fasten.
    Es ist wichtig um die richtigen Entscheidungen treffen zu können, und auf den Heiligen Geist zu hören.
    Jesus selbst zog sich immer wieder zum Gebet zurück.

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  7. Kris

    hm, ich habe so eine Angst vor neuen Verletzungen, dass ich irgendwie nicht vergeben kann und will, es fühlt sich falsch an und scheint doch der einzige Weg den Feind? von mir fern zu halten.
    ist idiotisch, ich tu mir so selbst weh und ich weiß, dass Jesus was anderes für mich will,
    ich sollte die Rüstung überprüfen, sie war einmal die unseres HERRN und sie ist es wohl nicht mehr, ich habe nicht aufgepasst. Der Schild ist nicht mehr der des Glaubens, es ist Angst und Wut gepaart mit Verachtung.
    oder besser, ich messe mit zweierlei Maß? oder mit zwei Schilden? Blöd, ist kein fairer Kampf, weil ich nur abwehren kann und nicht vorwärts gehen, Herr schenke mir den Mut, den falschen Schild loszulassen und wieder zu deinem Schwert zu greifen

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    1. Steffen [Mann aus dem Hause Radlow]

      Meist sind wir selbst der ‚Feind‘, denn vergeben heißt in erster Linie den Schmerz, dir Gefühle, loszulassen. Wir wissen nicht, ob & wie lang der andere an den Moment, wo er/sie uns verletzt hat, denkt. Doch solange wir den Schmerz/das Gefühl festhalten, solange tun wir uns selbst und, irgendwie ironischer Weise, freiwillig selbst weh.

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  8. Anette

    Liebe Mandy,
    Viele Gedanken finde ich sehr gut und muss daran auch immer erinnert werden. Vor allem das ich nicht im Hass stecken bleiben möchte. Ich möchte mich durch Jesus immer mehr verändern lassen, ihm vertrauen das er es gut meint. Aber mir ist wichtig, das alle Gefühle bei Gott erlaubt sind, das ich sie nicht verdrängen muss. Wenn mich jemand verletzt, bin ich wütend, wie gehe ich mit der Wut um? Die ist ja in mir drin und ich erlebe nicht das die Jesus so einfach weg nimmt. Manchmal schreie ich Gott an, zu Unrecht verurteile ich ihn und trotzdem liebt er mich, hilft mir weiter. Manchmal muss ich auch das was mich wütend macht beim anderen ansprechen, sonst gebe ich ihm das Recht mich immer wieder zu verletzen, manchmal muss ich dem anderen eine Grenze setzen. Ein anderes Mal sage ich ihm das ich ihm vergebe. Und wie du schreibst, manchmal braucht es Geduld bis ich zum nächsten Schritt bereit bin. Danke für deine Anregungen.
    Annette

    Antworten
  9. Mario

    Vielleicht sollten wir erst mal lernen ein ernste Beziehung mit Jesus zu haben, denn wie wir ja wissen kommt niemand zum Vater ohne IHN. Jesus könnte (und will) jeder Zeit an unserer Seite sein, doch wir leben leider so im Im glauben, so mit den ganzen weltlichen Kram beschäftigt, dass wir IHN überhaupt nicht wahrnehmen. Wenn wir uns dann mal erinnern, dann gehen wir lieber gleich zum Vater und übergehen IHN und glauben auch noch, dass sich dass Gott gefallen lässt. Zwischen uns und den Gottlosen besteht kein großer Unterschied, auch wir lassen uns gefangen nehmen von den Zwängen dieser Welt. Und, wenn wir mal leiden, denken wir gleich Gott hat uns verlassen. Was soll Gott nur mit solchen Gläubigen anfangen?
    Fangt endlich an zu glauben, dass Jesus jeden Augenblick an eurer Seite ist! Und wenn ihr IHN nicht spüren könnt, dann schreit aus vollen Herzen nach IHN, weint und bittet. Und wenn ihr Scham davor habt es vor anderen zu tun, dann geht irgendwo hin wo keine Menschen sind, z.B. in den Wald und schreit aus voller Kraft: „Bitte Jesus hilf mir doch in meinem Unglauben und Erlöse mich.“
    Ihr könnt natürlich weiter rumhocken und darauf warten, dass es von alleine passiert – wird es aber nicht. Es heisst ja: Bittet und es wird euch gegeben.
    Und bittet um Weisheit und auch um die Gabe der Geistesunterscheidung. Damit ihr erkennt, was hinter all dem steckt und wie Menschen durch unreine Geister des Neids, der Eifersucht, der Wut, der Schwäche, der Schuld, des Unglaubens usw. aus der geistigen Welt heraus manipuliert werden, die nicht fest mit Jesus gehen.
    Es gäbe noch so viel zu sagen, den Gott schenkt einem immer mehr und mehr. Doch was am meisten für IHN zählt ist unser Herz und unsere Liebe zu Jesus und IHN. Seid euch immer und zu jeder Zeit beeusst: Gott liebt euch mehr als ihr auch nur zu denken vermag. Egal, ob es gut geht oder schlecht, ob euer Gewissen rein ist oder verdreckt. Gott schaut nur in euer Herz.
    Gott segne Euch und gebe Euch eine wahrhaftige Beziehung zu seinem Sohn Jesus.

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