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Neues Update zu Erik

Ihr Lieben,


einige von Euch haben bereits nach Erik gefragt, andere denken sicher öfter an ihn. Deshalb möchte ich Euch ein Update geben. Leider weiß ich selbst nicht, wie es ihm wirklich geht. 

Ende Mai ist Erik in eine Krisenwohnung gezogen, wo er täglich ein Bett und etwas zu essen bekam. Vorbei sollten sie sein, die Zeiten als er auf Parkbänken pennen musste …
 

Parkbank


Am Tag musste er die Krisenwohnung leider verlassen. 

Immerhin hatte er morgens etwas Programm: die Fahrt zur Substitutionsärztin, um sein Methadon zu bekommen. Wenn er nicht nur zur Ausgabe, sondern auch zur Ärztin musste, war das mit einer erheblichen Wartezeit verbunden. Sie ist eine tolle und kompetente Ärztin, die sich für ihre Patienten Zeit nimmt, als Nachteil muss man leider länger warten. 

Doch Eriks Problem war eher zu viel Zeit. Ein ganzer Tag, der rumgebracht werden musste. Nach der Ärztin musste er zu einer anderen Stelle fahren, um einen Übernachtungsschein für die Krisenwohnung zu bekommen und an seine Poststelle fahren. 

Leider haben wir später erfahren, dass er das nicht regelmäßig tat. Und das, obwohl wir alle so dringend auf Post vom Jobcenter warteten. Was war das für ein Kampf mit den Behörden. Erik brauchte dringend Hartz 4 und somit eine Krankenversicherung, die seine dringend benötigte Entwöhnungstherapie zahlt und auch eine körperliche Reha bewilligt. Sein Methadon musste er noch immer selbst zahlen: 30€ in der Woche. Dank Eurer Spenden war das möglich.

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Dieser Beitrag wurde am 10. Juli 2018 veröffentlicht.

Erik’s Weg zurück ins Leben: Geduld, Geduld, Geduld …

Liebe Leute.


Es wird Zeit neues von Erik zu berichten, wenn es denn großartig neues gebe … 


Als kleine Info für alle die nicht wissen, wer Erik (*Name geändert) ist:

Erik ist obdachlos, wohnt derzeit bei uns und versucht sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Kennengelernt haben wir ihn bei unseren nächtlichen Touren im Winter, in denen wir Obdachlose mit Schlafsäcken, Mützen, Handschuhen usw. versorgt haben, die Leser/innen dieses Blogs dafür gespendet haben.


Mehr dazu kannst Du hier lesen:

"Mein Leben wurde mir geklaut … " 
Durch den Bürokratiedschungel zurück ins Leben
 

obdachlos herrmannplatz


Zuerst ein herzliches Dankeschön an jeden, der Erik durch seine Zeilen hier Hoffnung schenkt, Mut macht und ihn auch mit einer Spende finanziell unterstützt hat! Das ist großartig! 


Wir versuchen das Geld gut anzulegen. Es wird für seine Verpflegung verwendet, für Medikamente (da er bisher keine Krankenversicherung hat, summiert sich das), für Schuhe, für einen Duschhocker, um eine Fahrerin zu bezahlen, die ihn bei Bedarf zur Ärztin fährt (Danke!), für Benzinkosten, vermutlich bald eine Monatskarte, für Papiere die das Amt verlangt, Porto, andere Hilfsmittel, die er so braucht …

Wie Du Dich vielleicht erinnerst, musste Karsten für zwei Wochen unterwegs sein und konnte Erik mit dem Auto nicht zum Arzt fahren. Dort muss er jedoch täglich vormittags auf der Matte stehen, um sein Polamidon abzuholen. Zu Fuß war er vor einigen Wochen noch nicht so fit, wie heute. Gute Nachricht: Er wird mobiler!

So war das fahren mit den Öffis und 3x umsteigen vor wenigen Wochen noch keine Option. Zumal er morgens noch entzügig war und sich hundeelend fühlte. Auch das hat sich deutlich verbessert! Mittlerweile fährt er kürzere Strecken zB. zur Post oder zur Apotheke sogar alleine mit dem Fahrrad. Wir haben außerdem ein Tandem, mit dem klappen auch schon längere Strecken   :-)
 

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Dieser Beitrag wurde am 25. Mai 2018 veröffentlicht.

Durch den Bürokratiedschungel zurück ins Leben

Eins vorweg: Es ist ein Kampf!    


Ein Kampf, den man allein fast nur verlieren kann – und damit meine ich noch nicht einmal die Heroinsucht selbst!  

Ich schreibe diesen Artikel, da immer wieder Menschen behaupten Obdachlose müsse es nicht geben, man könne doch einfach einen Hartz 4 Antrag stellen …
 

PaPierkram obdachlos


Erik (41) (*Name geändert) lernten ich und Karsten (der tolle Typ, mit dem ich zusammen bin) im letzten November bei unseren nächtlichen Kältehilfe-Touren auf der Straße kennen. Wir trafen ihn fast jede Nacht. Wie viele Menschen, die wir kennen lernten ist er heroinabhängig.

Es gibt hier in Berlin überdurchschnittlich viele Junkies, da Drogen hier günstig sind und die Strafen verhältnismässig gering ausfallen.

Erik war durch eine Verletzung in einer körperlich so schlechten Verfassung, dass er dringend ins Krankenhaus musste. Ich hatte Angst um ihm. Doch er schaffte es. Gott sei Dank! Er wurde zweimal operiert und blieb zwei Monate im Krankenhaus. Wir besuchten ihn regelmässig, unsere Beziehung zu ihm vertiefte sich. Eine Freundschaft entwickelte sich.

Erik besaß kaum etwas, wie viele andere Obdachlose. Weder einen Ausweis, noch Papiere, noch irgendwelche Einkünfte wie Hartz 4. Einzig allein besaß er einige Klamotten, einen Schlafsack, einen Rollator, ein Handy ohne Guthaben. Du glaubst gar nicht wie oft die Ärmsten der Armen beklaut werden …. aber das ist jetzt ein anderes Thema.

Wir versorgten Erik im Krankenhaus mit Klamotten und Schuhen. Denn das was er hatte war voller Läuse … Wir brachten ihm Filme und Bücher aus der Bücherei, damit er sich die Zeit vertreiben konnte. Denn Fernsehen kostet pro Tag 4€. Als es ihm etwas besser ging, lief er dafür ab und an die Station ab und sammelte Pfandflaschen. Während der Krankenhauszeit wurde er substituiert. Das heißt er bekam Polamidon, einen Heroin-Ersatzstoff, um Entzug zu verhindern. Auf eigenen Wunsch ließ er das Polamidon schrittweise reduzieren, um clean zu werden. Bis zur Entlassung schaffte er es trotz Operationsschmerzen und seinem schwer gebeutelten Körper, von 10mg auf 2mg zu reduzieren.  


Erik will wieder (drogen)frei leben!   

In den letzten 15 Jahren hatte er immer wieder Episoden, in denen er mit seiner Sucht zu kämpfen hatte. Vor 4 Jahren ereignete sich ein persönlicher Schicksalsschlag, der ihn völlig aus der Bahn warf. Er war gerade dabei sich deswegen für einen Monat beurlauben zu lassen, als ihm seine Tasche mit sämtlichen Papieren, Laptop, Sicherungsfestplatten, persönlichen Fotos – seinem gesamten Leben geklaut wurde. Er verlor seinen Job, rutschte tiefer in die Drogensucht als zuvor und lebte ca. 4 Jahre obdachlos in Berlin.  

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Dieser Beitrag wurde am 28. April 2018 veröffentlicht.

Alles für den Hund!

Schaut mal, soviel Futter bekommen zwei Obdachlose für ihren Hund  surprise  … in wenigen Monaten.

Hundefutter

Sie leben vor einem Supermarkt am Bahnhof Zoo. Ihr vierbeiniger Freund kann all das gar nicht fressen. Immer wieder verschenken sie etwas an vorbei gehende Passanten. Gestern haben wir jede Menge Futter abgeholt und bringen es demnächst zur Berliner Tiertafel.

Die Spender haben es sicher gut gemeint, doch bitte fragt die Menschen vor eurem Einkauf ob und was ihr ihnen mitbringen könnt! Tut gar nicht weh ;-) Manch einer, der nicht gerade vor einem Supermarkt lebt, braucht das Futter vielleicht. Wobei wir auf der Straße nichts davon los bekommen haben, alle Hunde waren gut versorgt.

Wenn die Beiden Geschenke ablehnen, wird das oft als unfreundlich bewertet, also nehmen sie es an. Zum Glück haben sie die Möglichkeit das Futter in einer Lagerecke des Supermarktes zu lagern. Andere Obdachlose haben die Möglichkeit nicht, dann gibt es schnell Probleme mit Ratten – also wird das Futter weggeschmissen. Das ist sicher nicht im Sinne des Schenkers.

Die Leute geben oftmals mehr für den Hund, als für die Menschen …

 

Hund Sandra und Alex

#Mahlzeit.  #KommunikationIstAlles

Dieser Beitrag wurde am 7. März 2018 veröffentlicht.

Schau nicht weg, frag nach und ruf den Kältebus!

Ihr Lieben.

Aktuell ist sehr viel los Nachts. In den nächsten drei Nächten wird es bitterkalt, bis -14 Grad sollen es werden. 

Wir unterstützen weiterhin unsere "alten Bekannten" – füllen ihre Wärmflaschen, bringen heiße Getränke und wer in eine Notunterkunft möchte, wird dort hingebracht. Gerade in den letzten sehr kalten Nächten konnten wir den Kältebus der Berliner Stadtmission und das Deutsches Rotes Kreuz unterstützen; mit unserer gemeinsamen Hilfe, auch die Polizei Berlin entlasten.

Der Kältebus hat in diesen besonders kalten Nächten eine Zentrale eingerichtet, die die Aufträge an die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge weitergibt. 

Wer einen Obdachlosen entdeckt, bitte ansprechen und fragen ob er in eine Notunterkunft möchte oder ob er Hilfe braucht (z.B. einen Schlafsack, Mütze, Handschuhe usw.) – wenn ja, ruft bitte folgende Nummer an, wenn ihr in Berlin wohnt: 0178 – 523 58 38 (21 – 3 Uhr). 

Ich bin dankbar diese Arbeit von Herzen gern zu tun, freue mich, dass ihr mich dabei unterstützt. Ohne Euch und Eure Spenden wäre es nicht möglich gewesen, so eine mobile und intensive Kältehilfe aus dem Boden zu stampfen 


Ich freu mich aber schon jetzt auf den Frühling. Die Sonne erwacht ja so langsam … ihr könnt schon mal auf Liegestuhl Spenden sparen 


Seid herzlich gegrüßt und dankbar für Eure Wohnung, Eure Gesundheit und das warmes Bett!  Leider gibt es zuviel Menschen, die diesen Luxus nicht haben … 

Eure Mandy

 

 

 

Kältebus Notrufnummern

 

 

 

Dieser Beitrag wurde am 26. Februar 2018 veröffentlicht.

Es kann so einfach sein …

Du hast keine oder wenig Kohle und möchtest obdachlosen Menschen trotzdem helfen?  

Das ist oftmals auch ohne einen einzigen Cent möglich! :-) Hab Mut!

Sprich den Menschen unter der Brücke an und frage ihn ob er etwas benötigt oder Du ihm bei was auch immer helfen kannst. Manchmal sind das ganz einfache Sachen, die Du vielleicht sogar doppelt hast oder die irgendwo in Deinem Keller rumliegen. Du weißt schon, die: "Zu schade zum wegwerfen, könnte ich ja mal gebrauchen … " – Dinge.

Gestern sprachen mich Sandra und Alex an, die Beiden leben auf der Straße und bekommen heute von jemanden einen Topf für ihren kleinen Gaskocher. Und was fehlt zum Glück? Kochlöffel und Pfannenwender! Hab ich doppelt, kann ich abgeben. Und freue mich, dass sie ihrer Bestimmung gerecht werden :-)
 

kochloeffel

Ein anderes mal wird ein Notizbuch und ein Stift gebraucht. Dem Nächsten ist der Schnürsenkel gerissen. Der Übernächste hätte gerne eine Tasse, damit er nicht jedes Mal einen neuen Pappbecher für den Tee braucht. Eine Frau hat ihre Bürste verloren. Einem anderem sind die Kopfhörer kaputt gegangen oder die Gabel ging verloren. Ein Mann braucht Nadel und Faden, um die gerissene Hose zu nähen.

Einer bat mich mal seine Solarlicht Lampe aufzuladen. Die stell ich hier einfach aufs Fensterbrett. Wenn er sie auf der Straße aufstellt, wird sie schnell geklaut. Ein anderer wünschte sich, dass ich seine Musik CD's auf seinen Stick ziehe.

Und dann war da noch der kleine künstliche Weihnachtsbaum, der fachgerecht entsorgt werden sollte … doch er passte nicht in den Mülleimer. :P 

Übrigens, bevor Du Menschen etwas zu essen kaufst, frage nach Möglichkeit vorher ob und was sie gerne hätten. Oftmals ist Essen nicht das Problem. Viele schenken Essen. Es als Obdachloser abzulehnen wird oftmals falsch verstanden, also nehmen es die meisten an, aber schaffen ihre volle Tüte voller Bananen, Schokolade (aua … Zähne) & Co gar nicht zu essen. Wenn zum Beispiel eine Currywurst Bude gleich nebenan ist, kommt es vor das es ein Obdachloser gleich 4 Currywürste am Tag bekommt und das nicht nur einmal die Woche.

Für den Hund wird übrigens oft mehr gegeben, als für den Menschen. Wir haben schon oft "Essensverteilung" gemacht. Tütenweise Essen und Hundefutter bekommen für andere Obdachlose. Es gibt ja auch welche, die wirklich noch nicht viel gegessen haben.

Die oben genannten Dinge kosten zwar nicht viel Geld und doch ist es schön, sie geschenkt zu bekommen. Weil die Fragen: "Was kannst Du gebrauchen? Wobei kann ich Dir helfen?" viel mehr vermitteln … nämlich: Fürsorge statt Ablehnung. Hinschauen, statt wegschauen. Sich Zeit nehmen und Herz zeigen.


Das schaffst auch Du! heart
 

Beste Grüße. Schönen Abend.
Ich mache mich bald auf den Weg zu Sandra und Alex.

LG Mandy

Dieser Beitrag wurde am 16. Februar 2018 veröffentlicht.

Obdachloser Georgi bekommt eine Brille

Es gibt Momente die sind traurig, frustrierend und erschöpfend und dann gibt es Momente wie mit Georgi. :-)

Georgi ist obdachlos und kommt aus Bulgarien. Wir haben ihm eine Brille geschenkt – er ist so begeistert, dass er fast weinte vor Freude! „Wow!! Ich sehe jetzt alles!“ :-) eine Lesebrille bekommt er auch noch, damit er besser lesen kann, um deutsch zu lernen. Er ist sehr motiviert und bemüht. Demnächst besucht er einen Deutschkurs.

Vielen Dank an den freundlichen Mitarbeiter von Fielmann, der auch ganz berührt war.
 

Dieser Beitrag wurde am 4. Februar 2018 veröffentlicht.