Der Starke und der Schwache

Fiktive Gedanken

Luke ist schwach, doch er dachte, er sei stark. Oder dachten es vielmehr die Anderen, die ihm begegneten? Sahen sie in Luke vielleicht sogar das Idealbild eines Menschen? Hoben sie ihn viel zu oft – wenn auch unbewusst – in den Himmel, um sich selber besser zu fühlen? Um auf jemanden schauen zu können, der scheinbar anders, stärker ist, als sie selbst? Taten sie sich und Luke damit einen Gefallen? Oder fällt er nun um so tiefer? Denn der Himmel ist hoch. Sehr hoch.

Wie kommt der Starke aus der Rolle des Starken? Wie kommt der Schwache aus der Rolle des Schwachen? 

In Wahrheit sind wir alle in der gleichen Rolle. Wir müssen uns keine aussuchen, uns in keine hinein drängen lassen. Wir müssen keine Rolle spielen. Nein, dass müssen wir nicht. Doch wir tun es allzu oft. Dabei sind wir schwach und stark zugleich.

Wenn wir nur die Hälfte davon verstehen und umsetzen, dann wird unser Leben, unsere Sicht der Welt verändern. Und jeder von uns kann ein kleiner Hafen sein … 
 

Wenn ein Mensch ein weites,
liebendes Herz hat,
kommen die Menschen zu ihm
wie die Schiffe in den Hafen
und fühlen sich wohl,
wenn sie unter dem Schutz seiner
Freundschaft vor Anker liegen.

Charles Spurgeon

Dieser Beitrag wurde am 9. September 2018 veröffentlicht.

Wer ohne Zweifel ist, der werfe den ersten Stein …

Es6473DB2D-3B31-4036-9D98-1666F48D839D scheint ewig her zu sein, dass ich in meinem Leben so wenig Kraft und Hoffnung hatte wie aktuell. Es geht mir aufgrund der Umstände hier im Krankenhaus beschissen. Ich will darauf nicht näher eingehen. Bitte keine Fragen und Floskeln.

Vielleicht jammere ich zuviel, bade im Selbstmitleid…. ganz bestimmt sogar. So ein Bad tut manchmal ganz gut. Aber ich hoffe, ich tauche bald wieder auf.

Ich glaube nach wie vor an einen großen Gott, an einen starken Gott, der aus Scheiße Gold machen kann. Einen Gott, der aus Krisen hilft, uns hilft, daraus Möglichkeiten zur Veränderung zu sehen, weise Entscheidungen zu treffen. Ich glaube an einen Gott; der uns stärkt und schützt. Ja, daran glaube ich. Immerhin ist mein Glaube wesentlich größer als das berühmte Senfkorn.

Und doch sind sie da, die Zweifel. Gibt es den Himmel wirklich? Das zweite Leben, wie es im dicken Buch beschrieben ist ? Ein Himmel ohne Tränen, ohne Leid, ohne Krankheit, Verzweiflung und all diesen Scheiß, den kein Mensch braucht und der hier auf Erden existiert? Oder ist all das eine von Menschen erfundene Wunschvorstellung, um uns die Angt vor dem zu nehmen, was möglicherweise auf uns zu kommt? Nehmen wir uns selbst damit die Angst vor dem NICHTS? Zack. Bumm.Tot. Aus?

In den letzten Tagen habe ich etwas Krasses erlebt, da hatte Gott Seine Finger im Spiel … ja, so ganz ist mein Glaube nicht untergegangen. Ich schreibe demnächst davon.

Nun versuche ich Schritt für Schritt zu gehen, jedem Tag aufs neue zu begegnen, mir Gedanken um das Heute zu machen und morgen morgen sein zu lassen. 

Ich schreibe all das nicht, um Kommentare wie: "Oh Mandy, Du Arme!" zu ernten. Nein, die nerven mich sogar! Ich schreibe es, damit auch Du weißt, dass auch ich Zweifel habe – (ganz) schwache Momente, wunde Punkte und nicht als Superwoman durchs fromme Leben fliege.

Ja, so ist es.

Bis zum nächsten Mal.


Mandy

 

Dieser Beitrag wurde am 3. September 2018 veröffentlicht.

Update

www.unendlichgeliebt.de/2018/08/30/zwangspause

Da ich ab und zu gefragt werde wie es mir so geht, schicke ich eine Mail über den SeelenFutter Verteiler und stelle sie auch hier auf den Blog.

Momentan macht das SeelenFutter und auch der Blog erstmal Pause.

Mittlerweile wurde ich von Jena (war gerade unterwegs, als ich den Notarzt brauchte) nach Berlin ins Epilepsiezentrum verlegt. In einem speziellen BIG Brother Zimmer werde ich hier nun 24 Stunden täglich mit Kameras überwacht, damit man meine leider noch immer mehrfach täglich auftretenden Anfälle analysieren kann.

Kannst ja mal durchzappen, vielleicht wird es doch im TV übertragen. ;-) Zimmer 235. Auf der kompletten Station gibt es 69 Kameras, im Gang, Essensraum .. überall. Außer im Bad, nur da habe ich meine Ruhe. Das ist sehr ungewohnt und fühlt sich doof an.
 

plan2

Der Tagesplan am Dienstag irritiert mich ebenso …

plan

 

Obwohl ich versuche meinen Humor und Optimimus zu bewahren, fällt es mir nun zunehmend schwerer. Kein WLAN (ich schreibe über Handy-Hotspot), kein Veggi Essen (unglaublich, aber wahr), höre von wochenlangen Aufenthalten, habe Verletzungen durch Stürze …. aber immerhin sehr freundliche Ärzte / Ärztinnen und Pfleger/innen. Das ist das Wichtigste!

 

 

Bitte schicke mir keine gut gemeinten Ratschläge oder eigene Krankheitsgeschichten, davon höre ich hier gerade mehr als mir gut tut.


Ich würde mich allerdings sehr freuen, wenn Du für mich betest!
 

 

 

Und auch über Post :-) so echte Briefe und so, vielleicht Urlaubskarten … ?!

 
www.unendlichgeliebt.de

Postfach 45 04 80

12174 Berlin

 
 
Lesen fällt mir gerade schwer, denn durch die Medikamente ist meine Konzentration eher mangelhaft, außerdem habe ich momentan mit Doppeltsehen Probleme. Ich hoffe, das gibt sich schnell. Falls Du noch DVDs rumliegen hast, die Du nicht mehr brauchst – gerne!! :) Am liebsten mag ich Thriller. Einen kleinen DVD Player habe ich.
 
 
Das war's von mir. Bis bis hoffentlich bald, mit besseren Nachrichten.
 

Deine Mandy
 
Dieser Beitrag wurde am 2. September 2018 veröffentlicht.

Zwangspause

Mich hat es ausgeknockt und so chille ich erstmal ein paar Tage im Krankenhaus. Die Epilepsiepillen müssen neu eingestellt werden, da ich zur Zeit wieder mehrere Anfälle pro Tag habe.

 

 

Bitte bestürmt mich nicht mit Nachfragen und gut gemeinten Ratschlägen!

Wenn Du möchtest, freue ich mich aber über einen kleinen Obulus, damit ich mir hier die Zeit mit Filme schauen, Radio hören, Lesen und Fernsehen vertreiben kann. Der Empfang ist ansonsten echt mies. In der Cafeteria gibt es sicher auch die ein oder andere Leckerei.

Voraussichtlich werde ich die Tage von Jena (war hier auf der Durchreise) nach Hause verlegt, nach Berlin. Das wäre dann ein weiterer Schritt in eine hoffentlich positive Zukunft.

Schreiben fällt mir sehr schwer, da ich zugepumpt bin mit irgendwelchen hoffentlich wirksamen Mittelchen, die in meinem Hirn Party spielen und es witzig finden, mir Doppelbildchen zu präsentieren. So wird jeder Buchstabe 'a' zum 'aa'  indecision

 

 

 
 
Mit dem SeelenFutter geht's weiter … wenn es mit mir weiter geht.

 

 

Mach's gut!

 


Deine Mandy


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Dieser Beitrag wurde am 30. August 2018 veröffentlicht.

Wer Mauern baut, sehnt sich nach Liebe!

Wir Menschen sind echte Meister im Mauern bauen! 

Sie sind optisch nicht sichtbar und doch sind sie da. Sie grenzen uns ab – und damit oft ein. 

Wir bauen Mauern, um Schuld zu verstecken. Fehler, die wir begangen haben. Lügen, die wir in die Welt gesetzt haben. Betrug, den wir begangen haben. Missverständnisse, die wir provoziert haben.  

Wir bauen Mauern, um Schutz zu suchen. Schutz vor Enttäuschungen, die wir erlebt haben. Verletzungen, die wir erlitten haben. Missbrauch, den wir ertragen mussten. 

Ja. Wir haben viel zu verstecken und zu schützen. Und so werden unsere Mauern immer höher und stärker. 
 

Mauer bauen Herz


Was steckt hinter Deiner Mauer?

Du denkst, ohne Mauer würdest Du Dich schutzlos und ausgeliefert fühlen. Je dicker die Mauer wird, umso mehr kommst Du zu der Überzeugung, dass Du mit ihr auf der sicheren Seite stehst. Ok, zugegeben, sie engt Dich schon etwas ein. Aber Deiner Meinung nach haben die Menschen auf der anderen Seite eh kein Interesse an Dir. Sie sehen Dich ja kaum noch, irgendwann bist Du von der Bildfläche völlig verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt. Es würde doch gar nicht auffallen, wenn Du plötzlich fehlst. Du fühlst Dich sowieso nicht beachtet.


Sag mal, kennst Du Oscar Wildes Geschichte vom selbstsüchtigen Riesen?

Du kannst sie HIER online lesen oder auch im Buch. Hier die Kurzversion – es lohnt sich aber auf jeden Fall, auch die Vollversion zu lesen.

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Dieser Beitrag wurde am 20. August 2018 veröffentlicht.

Übergabegebet – zum übergeben!?

Kürzlich bekam ich die Frage, weshalb sich auf der Startseite meines Blogs bzw. auf der Chipfinderseite kein klassisches "Übergabegebet" befände. Dieses vorformuliertes Gebet zum Nachsprechen ist in vielen – vor allem evangelikalen und charismatischen – Gemeinden üblich und oft auch auf deren Webseiten veröffentlicht.

Auf meiner Startseite fehle somit das Bekenntnis zum "klaren Evangelium".


Vorgeschlagen wurde mir auch gleich eins: 

„Gott, ich habe bisher ohne Dich gelebt.  
Ich habe erkannt, dass ich ein Sünder bin.  
Bitte vergib mir meine Schuld.  
Ich glaube, dass Jesus für mich, für meine Sünden am Kreuz gestorben  
und mein Erlöser geworden ist.  
Ich bin fest entschlossen, mit der Kraft des Heiligen Geistes ein neues Leben zu führen.  
Alles, was ich bin und habe, lege ich in Deine Hände.  
Du sollst mein Leben leiten.  
Amen.“  
 

(Quelle: Missionswerk Karlsruhe)


Schaut man auf die Webseite vom Missionswerk Karlsruhe, wird dort darauf hingewiesen, dass man durch Sprechen des Übergabegebets Christ werde: "Sprich folgendes Gebet und Jesus wird, wie Er es in der Bibel versprochen hat, in dein Leben kommen."
 

Übergabegebet


Die Anfrage, weshalb es kein Übergabegebet auf meiner Chipfinderseite gibt, sehe ich als konstruktive Kritik und bedanke mich dafür bei der aufmerksamen Leserin! Du hast mich inspiriert, mir darüber Gedanken zu machen und wie Du siehst, kam dieser Blogartikel dabei zustande. Und … mit dem neuen Artikel, befindet sich aktuell ein Übergabegebet auf meiner Startseite!  ;-) 

Nun, mein Problem mit einem Übergabegebet direkt auf der Startseite ist, das ich nicht glaube, dass Christ werden so funktioniert. Es kann so beginnen, aber wer das Gebet nachspricht, versteht doch vieles davon noch gar nicht richtig. Ich war bereits bei Gottesdiensten, in denen ich den Eindruck bekam, dass das Übergabegebet quasi der Höhepunkt der Evangeliumverkündigung und das einzige Ziel war.

Meiner Meinung nach geht es beim Christwerden nicht um eine magische Handlung, eine magische Wortkombination, die man aussprechen muss, und man steht zackbumm auf der richtigen Seite. Amen, Halleluja, fertig!  

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Dieser Beitrag wurde am 16. August 2018 veröffentlicht.

Lieben heißt Lasten tragen

Eine der bekanntest Bibelstellen ist sicher diese hier:

"Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." - Galater 6, 2 LUT

In einer anderen Übersetzung heißt es: "Helft euch gegenseitig bei euren Schwierigkeiten und Problemen, so erfüllt ihr das Gesetz, das wir von Christus haben." - Galater 6, 2 NLB 


Was ist damit gemeint? Wie ist das möglich? Ist es überhaupt möglich? 

Zunächst einmal solltest Du die Lasten (Schwierigkeiten und Probleme) des anderen kennen. Logisch. Wer immer nur um sich selbst kreist und in seiner Selbstmitleids-Suppe schwimmt, nicht bereit ist über seinen Tellerrand zu schauen, der wird nicht erfahren, womit andere Menschen zu kämpfen haben. Jemandem aufmerksam und geduldig zuzuhören, bedeutet ihm Zeit, Respekt und Wertschätzung zu schenken. Für viele Menschen ist es bereits eine große Hilfe, wenn sie einfach mal mit jemandem über ihre Probleme reden können. Das kennst Du sicher selbst?! 

Übrigens sollten wir das Ding auch umdrehen. Versuche auch Du Dich bei Problemen einer vertrauenswürdigen Person zu öffnen. Keiner ist verpflichtet, seine Lasten allein zu tragen! Auch Du nicht!
 

In dem wir uns gegenseitig zuhören, beginnen wir bereits unsere Last zu teilen.
 

Ameisen tragen Last


Im Grunde genommen sollten wir abschaffbares Leid abschaffen und nicht abschaffbares Leid mittragen.

Eine ganze Menge Leid und Probleme sind abschaffbar. Wir sind miesen Umständen nicht immer hilflos ausgeliefert, sondern können uns oftmals erfolgreich dagegen wehren. Dazu müssen wir uns aufraffen, auch mal etwas riskieren, Hilfsangebote annehmen und Menschen suchen, die sich auskennen. Weg mit falschem Stolz! 

Wenn ich mit meinem Vermieter Stress habe, kann ich mir Unterstützung im Mieterverein holen. Habe ich ein Alkoholproblem, kann ich mir Verbündete in einer Selbsthilfegruppe suchen. Habe ich Schwierigkeiten bei meiner Arbeitsstelle, ist das ärgerlich und scheint vielleicht sogar aussichtslos – aber ich kann zumindest versuchen, Bewerbungen zu schreiben, um eine neue Stelle zu finden. Nichts davon ist einfach, doch aufgeben ist selten die bessere Alternative.


Als Helfer, Tröster und Unterstützer kann ich dem Leidenden (ich nenne ihn einfachheitshalber mal so) Mut machen, ihn motivieren, dran zu bleiben. Vielleicht kann ich ihm auch ganz praktisch helfen, vielleicht können wir gemeinsam nach Adressen suchen, wo er Hilfe bekommen kann.
 

Wir alle wissen und erfahren jedoch, dass leider nicht alles Leid abgeschafft werden kann. Was dann? 

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Dieser Beitrag wurde am 15. August 2018 veröffentlicht.