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Die Fastenzeit hat bereits begonnen. Ich bin spät dran mit meinem Tipp. Sei es drum. Fasten muss nicht ausschließlich an einem bestimmten Datum starten. Beginne damit, wann immer Du beginnen möchtest!


Ich bin auf eine Aktion in Belgien aufmerksam geworden. Sie heißt: 

"30 dagen zonder klagen", auf deutsch: 30 Tage ohne Klagen!


Die Idee hatte 2018 der flämische Gesundheitsminister Jo Vandeurzen. Wenn ein Politiker schon mal so einen konstruktiven Vorschlag macht, finde ich das stark und wirklich erwähnenswert. Zehntausende Menschen machten mit und wegen des großen Zuspruchs läuft die Aktion dieses Jahr bereits zum zweiten Mal.


Von zu Fastenzwecken auf Kippen, Alkohol, Fleisch oder Süssigkeiten zu verzichten hat ja jeder schon gehört. "Social Media"-Fasten ist mittlerweile auch im Standard-Programm vertreten. Doch wie sieht es aus mit einfach mal die Klappe halten, statt sie zum Schimpfen oder Jammern zu öffnen?! Man ist schließlich nicht verpflichtet, überall seinen Senf dazu zu geben, vor allem, wenn er nur platte Attitüden a lá: "Ja, Du hast Recht! Da kann man sich nur aufregen!" beinhaltet.
 

Jammern fasten


Man schimpft und jammert, um Stress abzubauen, aber Schimpfen und Jammern bewirkt leider das Gegenteil: Unser Gehirn setzt Cortisol frei. Zusammen mit Stress kann das Hormon krank machen. Das Risiko für Herzinfarkte, Diabetes mellitus und Fettleibigkeit steigt. Zudem steigert es die eigene Unzufriedenheit und sorgt für eine latent gereizte Stimmung in Deinem Umfeld. 

Das Stresshormon Cortisol kann Fähigkeiten wie Probleme zu lösen vermindern oder kognitive Funktionen blockieren. Ich hatte mal eine Bekannte. Wenn sie bei mir zu Besuch war, wusste ich, auf was ich mich einstellen konnte: sie jammerte und meckerte in einer Tour, über alles und jedes. Sie war derart negativ eingestellt, dass jeder Besuch für mich anstrengend war und mich absolut runtergezogen hat. Nicht nur Lachen steckt an …  den Kontakt habe ich abgebrochen, weil mir das Zusammensein mit ihr nicht gut tat. Ich hoffe auch, dass ihr Kind von dieser ihrer Art nicht allzuviel übernimmt :-(


Jammern fasten kann so wichtig sein wie einen Monat ohne Alkohol, Fleisch und Zigaretten. 

Einen Monat lang versuchen, positiver zu denken! Sich auf das Positive, statt auf das Negative zu konzentrieren – ich werde es ausprobieren und kann mir gut vorstellen, dass sich mein Lebensgefühl verbessern wird. 

Hier einige Beispiele, wo wir mehr oder weniger meckern, ohne es überhaupt mitzubekommen.

Jemand fragt z.B.: "Wie geht’s Dir?“ Wir antworten: „Muss ja.“ Nein, es muss Dir nicht gut gehen. Du hast das Recht zu sagen: "Mir geht es heute nicht gut!", schon kommt es ehrlicher und weniger jammernd rüber. Wenn Du keine Nachfragen möchtest, dann sage: "Bitte frage nicht nach!" oder "Ich möchte nicht genauer darüber sprechen!" – das wird jeder vernünftige Mensch akzeptieren. Oder würdest Du diese Bitte übergehen?

Man kann sich über einen Arzttermin in 3 Monaten über das Gesundheitssystem aufregen, oder sich sagen: "Ich hätte zwar gern eher einen Termin, bin aber froh, dass ich überhaupt die Möglichkeit dazu habe, auch wenn ich länger warten muss." Zudem hast Du freie Arztwahl und kannst mehrere Ärzte durchtelefonieren. Ein dringender Fall wird auch schneller einen Termin bekommen, als etwas, wo nicht soviel Eile geboten ist.

ZB. möchte mir zwei bisher nicht bedenkliche Muttermale entfernen lassen. Bereits 7 Hautärzte habe ich angerufen. Überall heißt es: Aufnahmestopp! Das bedeutet, dass da echt ne Menge los ist und meine "Kleinigkeit" passt eben gerade nicht in den Plan. Also probiere ich es weiter oder versuche es bei einem Chirurgen und wenn der Termin in 3 Monaten sein wird, freu ich mich, überhaupt einen bekommen zu haben.


Na klar, diese Sichtweise fällt nicht immer leicht. Deswegen ist Fasten ja auch eine Herausforderung!

Ich sehe Fasten mehr als "Zugewinn", nicht als "Verbot".

Ich sage nicht in erster Linie: "Nein, dies und das lasse ich jetzt sein!" ich formuliere auch das positiver: "Ja, ich möchte mir weniger Stress machen und aufhören, gerade über das zu jammern, was ich eh nicht ändern kann! Ich möchte mir diese Energie lieber für Anderes aufsparen!"

Zum Beispiel für Kritik, wo sie wirklich anbracht ist. Die sollten und müssen wir äußern und auf den Putz hauen, wenn etwas schief läuft oder Menschen hintergangen und nachteilig behandelt werden.


Wenn Du jammern und meckern einzuschränkst, wird Dein Verhalten auf andere abfärben.

Ok, dass dauert manchmal auch eine Weile. ;-) Dann achte mal genau drauf, was da manchmal für Reaktionen zurück kommen.

Du freust Dich und sagst: "Toll. Heute kein Stau und ich brauchte nur 15 Minuten durch die Stadt.“ Die Reaktion darauf: „Na toll. Dafür konnte ich eine halbe Stunde in der U-Bahn zwischen erkälteten Menschen stehen.“ Oder Du sagst: "Was für ein schöner sonniger Tag.“ Die Reaktion darauf: "Wenn‘s so heiß ist, gibt’s sicher noch Gewitter.“


Ja, so ticken wir Menschen … Ich finde es ist dennoch einen Versuch wert, die Welt, sich selbst und andere ein bisschen positiver zu betrachten!


Wenn Dir ein ganzer Monat für den Anfang zu lang ist, dann probiere es mit einer Woche oder drei Tagen! Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen, die kannst Du gerne in einem Kommentar berichten.


Bist Du dabei?


Alles Liebe und viel Segenregen
Deine Mandy

 


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11 Gedanken zu „30 Tage ohne Jammern

  1. Monika

    Ja, da kann ich nur zustimmen. Das ist eines meiner aktiven Übungsfelder – nicht nur jetzt während der Fastenzeit.
    Allerdings merke ich immer noch, wie schnell ich mich anstecken lasse, wenn ich mal wieder von Heulbojen umgeben bin.

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  2. Jonathan

    Auch wenn es nicht immer einfach ist, bringt es einem selbst und seinen Mitmenschen sehr viel Segen….. Es ist alles eine Frage der Perspektive… Aber uns fällt es anscheinend oftmals leichter, etwas aus dem negativen Blickwinkel zu sehen, anstatt aus dem positiven… Und da nehme ich mich auch nicht aus…. Danke für den wirklich gut geschriebenen und leicht verständlichen Text

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    1. Mandy Artikelautor

      Das ist total praktisch! Und dann einfach ne Pulle Haarspray mit rausnehmen und während der Sturm stürmt sprühen! Achtung: nicht gegen den Sturm! Klebt sonst an der Hand. :-)

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  3. Mario

    Ja warum eigentlich nicht ganz mit der Jammerei aufhören.
    Jammern und schlechte Gedanken sind sogar noch gesundheitsschädlicher, als das Rauchen.
    Das mit dem positiv Denken finde ich sehr positiv.

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