Wie Deine Kindheit Deinen Glauben prägt (Teil 1)

Unsere Kindheit prägt uns mehr als jede andere Lebensphase. Sie prägt unser ganzes Leben … 

Ein Großteil unserer Lebens- und Glaubensüberzeugungen entsteht aus frühkindlichen Prägungen. Das ist uns meistens gar nicht bewusst. Doch wenn Du genau in Dich rein hörst, wirst Du entdecken, dass es auch bei Dir nicht anders ist. Man glaubt manchmal gar nicht welches Ausmaß diese Programmierungen auf uns Erwachsene noch immer haben.

So versuchen vermutlich viele Erwachsene immer schön "brav" zu sein. Bloß keinen Ärger machen, um nicht die Wut oder Enttäuschung von Gott oder ihren lieben Glaubensgeschwistern abzubekommen. Andere hingegen sind kleine Rebellen. Hauptsache aufmucken, um gesehen zu werden. Sie betteln um Aufmerksamkeit, Beachtung und Verständnis. 

Wenn wir dann bei Anderen bemerken, dass sie ihren Glauben anders leben und anders empfinden als wir selbst, meinen wir ihnen irgendwie helfen zu müssen. Manchmal belehren wir sie dabei und merken dabei gar nicht das wir uns mal lieber um den Balken im eigenen Auge kümmmern sollten, statt um den Splitter im Auge des Nächsten.


Mal ehrlich, wir sind doch eine ganz schön kranke Gemeinschaft, oder? 

Vielleicht sagte Jesus auch deshalb: "Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken! Begreift doch endlich, was Gott meint, wenn er sagt: ›Wenn jemand barmherzig ist, so ist mir das lieber als irgendwelche Opfer und Gaben.‹ Ich bin gekommen, um Sünder in die Gemeinschaft mit Gott zu rufen, und nicht solche, die sich sowieso für gut genug halten."Matthäus 9, 12-13 HfA
 


im a big kid now


Sollten wir Gott nicht mehr Vertrauen schenken? Darauf vertrauen, dass er jeden Einzelnen annimmt wie er ist, mit sämtlichen Prägungen positiver und negativer Art?

Also ich mach das! Logisch!!! ;-) Aber manchmal … ja, manchmal aber auch nicht, wenn ich ehrlich bin. Da denke ich mir : "Und der will Christ sein?" Und dann gebe ich mir Mühe, dass Gott mich liebt! Das ist ein "guter Mensch" bin und bloß keinen Scheiß baue. Das ist ja auch nicht blöd, blöd wird es nur dann wenn der Gedanke mitspielt: "Denn wenn ich Mist baue, liebt er mich nicht mehr!" 
 

Glaube funktioniert auch ohne Druck!
Glaube ist etwas wunder-volles und das kann jeder von uns erleben!


Als Erwachsene haben wir die Fähigkeit zu reflektieren und zu erkennen in welchen Bereichen wir unsere Schwachpunkte haben. Dafür müssen wir uns mit unseren inneren Verletzungen und Ängsten auseinandersetzen. Das wir alle lieber lachend in der Sonne sitzen und Eis essen, ist verständlich. Das eine muss das andere aber auch nicht ausschließen ;-) 

Solange wir uns mit negativem Gedanken, daraus resultierenden Glaubensüberzeugungen und Gefühlen identifizieren, so lange wird sich nichts ändern. 


Ich möchte mich in der nächsten Zeit intensiv mit diesem Thema und nicht zuletzt mit meinen eigenen Prägungen auseinander zu setzen. Gerne lasse ich Dich ein Stückweit daran teilnehmen. Keine Sorge, Du bekommst hier nicht meinen Psychomüll unter die Nase gerieben – vielmehr möchte ich Dich ermutigen ebenfalls diesen Weg zu gehen. Vielleicht können wir uns ergänzen und gegenseitig hilfreiche Gedanken mit auf den Weg zu geben?! 

Als Hilfe und Inspiration dient mir dabei das Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl. 


Zuerst sollten wir rausbekommen, welche Glaubensüberzeugungen wir überhaupt haben ….

… um später zu überlegen ob sie der Wahrheit entsprechen, uns behindern und wie wir sie ablegen können.


Hier einige Fragen, die Dir helfen können raus zu bekommen welche negativen Kindheitsprägungen zu Glaubensprägungen wurden. Am Besten schreibst Du Dir die Antworten auf, dass hilft Dir auch bei meinen kommenden Blogbeiträgen zum Thema. Lass uns erstmal bei den negativen Prägungen bleiben, zu den positiven kommen wir später.

Ich spreche der Einfachheit halber von "Eltern". Falls Du nur bei Deiner Mutter, Deinem Vater, Deiner Oma oder im Heim aufgewachsen bist etc., dann passe es bitte an und nimm stattdessen Deine am nachstehendeste/n erwachsene/n Person/en.
 

– Versuche Dich an 1-2 Erlebnisse aus Deiner Kindheit zu erinnern, in denen Du Dich von Deinen Eltern übersehen, gekränkt oder gedemütigt gefühlt hast? Welche Reaktionen hättest Du Dir stattdessen gewünscht?

– Welche Charaktereigenschaften hatten Deine Eltern? 

– Hattest Du eine bestimmte Rolle in Deiner Familie? Manch einer musste häufig auf jüngeren Geschwister aufpassen, andere fühlten sich wie die Freundin der Mutter und nicht wie die Tochter, der Nächste fühlte sich wie ein Angesteller, der bestimmte Dienste zu verrichten hatte bevor es Kuscheleinheiten gab, wenn überhaupt … oder warst Du das geliebte Kind, dass Kind sein durfte? 

– Schreibe typische Sprüche Deiner Eltern auf, z.B.: "Du benimmst Dich wie Deine Mutter!", "XY ist im Vergleich zu Dir …. ", "In Deinem Alter, hat Dein Bruder schon … " etc.


Nun versuche zu überlegen, welche negativen Prägungen das von Dir aufgeschriebene damals und heute in Dir hervor ruft?!

Hierbei geht es nicht darum, ob Deine Eltern Dir diese Überzeugungen vermitteln wollten, sondern zu welcher Überzeugung Du selbst kommst! Das könnten zB. sein: "Ich bin nichts wert!", "Ich bin nicht gewollt!", "Ich darf keine Schwäche zeigen!", "Ich darf keinen eigenen Willen haben!" … 


Deine negativen Glaubenssätze sind oftmals Ursache für die Probleme, die Du in Deinem Leben hast ….

… insofern es sich um Probleme handelt, zu denen Du einen eigenen Anteil beiträgst und das sind Probleme außer Schicksalsschläge (z.B. Krankheiten).  Ob Du nun Probleme bei der Arbeit, Lebensgestaltung, in Beziehungen etc. hast. Deine negativen Glaubenssätze spielen fast überall mit rein, sie zu verändern, könnte also einiges in Deinem Leben ändern! Und das wäre doch ne feine Sache, oder?


Also, lass sie uns zusammen aufspüren …  wenn Du magst und den Mut dazu hast: herzlichen Willkommen im Team! :-)


Bis zum nächsten Mal.

Deine Mandy
 


Teil 2: Wie gehst Du mit Deinen negativen Glaubenssätzen um?
Teil 3: Ein Gespräch mit Deinem "inneren Kind"

 


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Dieser Beitrag wurde am 11. April 2018 veröffentlicht.

7 Gedanken zu „Wie Deine Kindheit Deinen Glauben prägt (Teil 1)

  1. Susanne

    Auch ich bin gerade dabei dieses Buch zu lesen. Ich stecke voller negativer Glaubenssätze und suche nach einer Möglichkeit mich selbst lieben zu lernen. Laut meiner eigenen Familie habe ich ein großes Herz für alle, nur nicht für mich. Bei mir kann ich keine Fehler verzeihen und das muss ich ändern. Ich hoffe, dass wir es gemeinsam schaffen.
    Also los geht’s. Ich bin dabei.

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