Wir waren doch selbst Flüchtlinge.

Gedanken zum 'Tag der deutschen Einheit'.

Ich war damals gerade alt genug, um mich heute zurück zu erinnern. Zurück an die Zeiten, an denen wir vor einer hohen Mauer standen und nicht rüber durften. Ich erinnere mich an einen Abend, an dem ich mit Oma spazieren ging. Es war Vollmond und ich sah von weiten einen Mann „drin stehen“. Ein Mann mit Gewehr auf einem Wachturm, genau vor dem Mond. Ich habe nicht viele Erinnerungen, doch dieses Bild habe ich nie vergessen 

Über 3 Millionen Ostdeutsche flohen damals unter Einsatz ihres Lebens, in der Hoffnung auf ein besseres und freies Leben. Würde man sie heute „Wirtschaftsflüchtlinge“ nennen?? 
 

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Väter schwammen durch Flüsse, buddelten Erdtunnel, sprangen über Maschendrahtzäune, rannten um ihr Leben …. wir alle kennen die Geschichten zu genüge. Sie taten das in der Hoffnung ihre Familie auf „sicherem“ Weg nachzuholen. Wie schlimm muss der Gedanke gewesen sein, dass sie es nicht schaffen und ihre Lieben vielleicht nie wieder sehen?? Und wie schlimm muss es sein, auch noch gezeigt zu bekommen, dass man nicht willkommen ist?

Männer, Frauen, Kinder … sie starben einen unnötigen Tod auf der Flucht. Erschossen, weil sie ihrem Freiheitsdrang folgten. Familien wurden auseinander gerissen, Kinder traumatisiert. 


Und dann erinnere ich mich an den Abend, als ich mich meine Eltern aus dem Schlaf rissen und wir raus auf die Straße liefen. Die Leute feierten und tanzten, auf Straßen und Autos, Wildfremde fielen sich in die Arme und riefen irgendwas von Freiheit das ich damals nicht verstand. Die Mauer war gefallen! 


Ich bin kein Freund von Vergleichen und doch komme ich nicht drum rum Ähnlichkeiten zu entdecken; zwischen der politischen Situation damals und heute. Viele Menschen, die heute nach Europa aufbrechen erleben heute das, was die Menschen zu DDR Zeiten erlebt haben. Wobei mir eine Flucht über das Mittelmeer noch viel dramatischer erscheint als von Ost nach West. 

Die Zeiten damals waren nicht leicht und noch heute sind wir nicht zu 100% vereint …. und doch haben wir es geschafft gemeinsam in einem Land zu leben; neu Heimat zu finden, Familien zu gründen und Freundschaften zu schließen.


Viele von uns waren selbst Flüchtlinge.
Waren entwurzelt, heimatlos, fremd … und wollten nichts anderes als ein besseres Leben!


Ich finde, dass sollten wir das niemals vergessen!


– Mandy –

 


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Dieser Beitrag wurde am 3. Oktober 2016 veröffentlicht.

28 Gedanken zu „Wir waren doch selbst Flüchtlinge.

  1. Rebekka

    Ich erinnere mich an einen Klassenkameraden, der ein Jahr vor der Wende in die Klasse meiner ein Jahr älteren Schwester kam. Nach Bühlertal, einem Luftkurort in der Nähe von Baden-Baden.
    Wir wunderten uns alle, warum er immer mit eingezogenen Kopf herum lief. Bis wir ein Jahr später die Geschichte dazu erfuhren.
    Dieser Junge war mit seiner Familie auf der Flucht, als auf sie geschossen wurde. Hätte er in dieser Sekunde seinen Kopf nicht eingezogen, hätte ihn der Schuss tötlich getroffen.

    Als ich ihn vor kurzem sah, konnte ich immer noch die selbe Körperhaltung wie damals sehen.

    Meine Mutter ist unweit des Brocken aufgewachsen.
    Als deren Mutter als junges Mädchen unterwegs war und mal austreten musste, kam sie versehentlich dem Todesstreifen zu nahe.
    Es waren ihre schnellen Beine, die sie damals retteten.

    Ich bin sehr froh, dass ich selber dieses nicht erleben musste. Die Ängste, Sorgen, Gedanken darüber ob sie die Flucht überleben würden.
    Die Generationen nach denen des Mauerfalles.
    Wie gut haben wir es doch heute.

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  2. Stefan

    Schön geschrieben, allerdings war der Zusammenprall der Kulturen doch zu schnell und heftig. Wenn ich mir anschaue was da heute in Dresden abging, dann zweifle ich doch sehr an manchen Menschen.

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  3. Nicole

    Ich kann mich an Wochen ohne Sportunterricht erinnern…. Auch damals wurden die Turnhallen als Übernachtunsmöglichkeiten genutzt.

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  4. Bernd

    Der Vergleich hinkt wie so manch Anderer. Für mich sind das andere Umstände und überhaupt vom Hintergrund her nicht vergleichbar.
    Inzwischen kommen die meisten aus Afrika und sind pure Wirtschaftsflüchtlinge,die zum großen Teil den Islam mitbringen.
    Wie kann ich da als Christ das Geschehen so verharmlosen.
    Das ist wie Feuer und Wasser.

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  5. Birgit

    Wahre Worte. Leider wird sovieles vergessen. :-(
    Ich möchte soviel sagen, halte mich aber besser zurück und gehe lieber ins Gebet

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  6. Daniel

    Hätte es diesen Moment nicht gegeben hätte ich wohl meine Frau nicht kennen gelernt und es gäbe meine beiden Kinder nicht.Zumindest wäre es deutlich unwarscheinlicher.

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  7. Patrick

    Selten so eine scheisse gelesen. Was fürn Rindvieh muss man sein um Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Wir waren Flüchtlinge? Hier du Brathahn, unsere Wurzeln liegen ob Ost oder West in Deutschland, wir waren und sind Landsleute und keine Fremden. Auch ist keiner in den Westen um dort zu Schmarotzen, zu vergewaltigen oder zu stehlen. Und selbst wenn, ist und war das noch immer ein Innerdeutsches Problem. Was hat das also mit den Invasoren von heute zu tun?
    Scheisse muss das weh tun… so dumm kann einer alleine doch garnicht sein. Hast du Geschwister?

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    1. Petra

      Also wenn ich lese, was Sie so von sich geben, habe ich erhebliche Zweifel daran, dass wir beide dieselbe Kultur haben. Sie sind beleidigend, voller Vorurteile, sehen im Fremden nur eine Bedrohung. Ob nun unsere Vorfahren aus dem selben Land stammten oder nicht, uns trennen Welten.

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      1. Patrick

        Völlig richtig Petra, wir beide haben nichts gemeinsam, aber jede Kultur und jede Wurzel trägt auch faule Früchte mit sich… du bist eine davon mit deinem Gelaber. Ich hoffe deine Art stirbt endlich aus.

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        1. Julian

          Ich frage mich wie man als Mensch so viel Hass in sich tragen kann. Besonders gegen eine Personengruppe die aus dem Krieg fliehen musste. Ich wette sie haben noch nicht einmal selber mit einem Flüchtling geredet, denn 99% von ihnen wollen nur Frieden und nicht noch mehr Probleme hier. Sie sind eine dieser Personen die sich auf Facebook oder sonst wo informieren mit falscher Hetze und es immer mehr in sie hineinstopfen bis sie kein Mitgefühl mehr haben. Sie sollten mal z.B. freiwillig in einem Flüchtlingsheim mithelfen und dann sehen sie dass sich ihre Meinung überhaupt nicht mit der Realität übereinstimmt.

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    2. Marianne

      Hallo Patrick,

      aus Deinen Worten spricht der pure Haß; schade, denn du schadest Dir damit selber.
      Gott segne Dich …

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  8. Sarah

    Und viele Deutsche, die nach Ost und West kamen wärend des krieges, sind ursprünglich aus dem heutigen Polen usw. Das sind auch Flüchtlinge.
    Das sollten wir auch nicht vergessen.

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  9. Daniel

    Wir können auch gerne noch 44 weitere Jahre zurück gehen. “Tröstlich” zu wissen, dass damals die vor den Russen flüchtenden Deutschen aus Ostpreußen, Schlesien und anderen Ostgebieten von ihren Landsleuten genausowenig willkommen waren wie heute die armen Menschen aus anderen Teilen der Welt. Es hat sich nicht viel geändert, von daher habe ich meine Zweifel, ob das so viel mit Äpfeln und Birnen zu tun hat. Es scheint recht offensichtlich viel mehr Gemeinsamkeiten zu geben als du denkst. Also, mäßige dich und lerne Respekt! Beleidigungen haben nämlich noch niemandem geholfen, um Verständnis für die eigenen “Argumente” zu erlangen. Als gebürtiger Sachse schäme ich mich jedenfalls für das was heute in Dresden geschehen ist und bin umso dankbarer, in diesem großartigen, vereinten Deutschland leben zu dürfen und sehe es als Teil unserer Verantwortung und eigenen Geschichte, das anderen nicht vorzuenthalten. Das haben wir gar nicht nötig.

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      1. Daniel

        Patrick Messing An deinem Kommentar erkennt man sehr gut, dass du meinen Post nicht mal verstanden hast und auch nicht einordnen könntest. Genau darum geht es: Auch damals war man den Flüchtlingen gegenüber alles andere als positiv eingestellt. Ach ja, das war ja dann ein innerdeutsches Problem. Nur, wieso man das gleiche Verhalten unterscheiden muss erschließt sich mir nicht. Richtig, weil es ein an sich deutsches Problem ist. ;-) Oder sollen wir von den vergewaltigenden Russen sprechen, vor denen man damals floh und die heute in Dresden als Heilsbringer verherrlicht wurden? Aber wir lassen das an der Stelle lieber, führt ja eh zu nicht und ich habe keine Lust, mich weiter beleidigen zu lassen. Wenn du gelernt hast, sachlich zu diskutieren kannst du dich gerne wieder melden.

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  10. Stefan

    Haben dir die bösen Invasoren was getan Patrick? Woher kommt dieser Hass? Ich finde es gelinde gesagt eine Frechheit wie du dich hier aufführst.

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  11. Sönke

    Was Merkel im September für Budapest gemacht hat war nichts anderes was Genscher in Prag gemacht hat. Beides mal wurden Wirtschaftsflüchtlinge eingeladen. Im Heimatland war kein Krieg. Syrer kamen anders nach Deutschland. Es ist aber schön heute eine vernünftige Stimme zu hören Mandy. Ich dachte die Sachsen sind alle wahnsinnig geworden.

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  12. MeineBibel

    Heutzutage hat Deutschland und die ganze Welt viele Probleme. Wir sollten nicht zu Waffen greifen. sondern nach unseren Schöpfer von ganzem Herzen suchen.
    Nur Er kann uns helfen friedlich zu leben.

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  13. Lukas Baumann

    Aus den Worten von Mandy spricht Hoffnung und der Stolz, wozu es Deutschland gebracht hat, nämlich sich zu vereinigen und die Ergebnisse einer teuflischen Zeit zu korrigieren. Aus den Worten von Patrik spricht Angst und Frustration, welche im geeinten Deutschland neue Gräben aufreisst und Zeiten hervorruft, die überwunden schienen. Habe Mut, Patrik, und sei gesegnet.

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  14. Traudi

    Ich bin in einem Einwanderungsland geboren von Einwanderern noch vor dem zweiten Weltkrieg. Die Ureinwohner wurden von Europäern vernichtet. In so einem Land müssen die Menschen, die Völker sich respektieren. Natürlich gibt es auch “Völkergeklüngel”, aber man ist froh in einem Land der Freiheit zu leben, einer neuen Heimat. Denn die Auswanderungsgründe sind sehr Vielfältig. In so einem Land zählt die “Menschlichkeit” unter einander. Die Hautfarbe und Religion sind fast nebensächlich. Leider begenet der “Reiche dem Armen auch mit Hochmut”, aber sprichst du mit dem “Armen” auf gleicher Augenhöhe hast du seinen Respekt und kannst im Frieden in seiner Umgebung leben.
    Wir sind alle Kinder Gottes, eben Menschen, sollten wir da nicht Menschen in der Not helfen ??

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  15. Gabriele

    Patrick, leider ist das, was und wie du dich hier ausdrückst, respektlos und unangebracht. Genau diese Art und Weise führt zu Verwürfnis.

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  16. Mario

    Ich war 18 Jahre, als die Wende kam. Und all die Jahre davor wurde mir und uns eingeredet, dass die Grenze, zwischen Ost und West, für immer bestand haben würde (und, wenn nicht für immer, dann wenigstens solange ich lebe). Und, als die Mauer dann fiel war alles wie ein Traum. Alles auf der anderen Seite roch besser, das Gras war grüner usw. Ein Kasettenrecorder kostetet nicht mehr 1100,- DM, sondern nur 99,- DM ( und das auch noch in Stereo und mit Doppeldeck). Man konnte jetzt Musik in Stereo hören (z.B. mit Walkman). Das war besser, als Bananen :) Alles war jetzt erhältlich, man brauchte nicht mehr den Nachbarn fragen, um es sich zu borgen. Aber leider zog nicht nur der liebliche Geruch , sondern auch die Kälte in Ostdeuschland ein. Ich war auf meinem Nächsten nicht mehr so angewiesen und der Neid (den es vorher auch schon gab) und die Gier nahm in den Menschen überhand. Hatte der eine sich ein Auto gekauft, musste der andere ein größeres haben, usw. Eigentlich konnte man ja jetzt alles haben (wenn man genügend verdiente). Was kostet die Welt? Kommunismus wurde ersetzt durch Materialismus. Ich fand’s toll. Jeder konnte glauben was er/sie wollte, sagen was er/sie wollte, reisen wohin er/sie wollte, usw. Aber heute weiß ich, dass die weltlichen Dinge nicht endlos glücklich machen. Man braucht immer wieder ein neues Spielzeug (Auto, Smartphone) um seine Seele zu pushen. Doch bei Gott (über Umwege anderer Glauben) fand ich Heilung, auch wenn ich Christen früher ansah, wie Leute die eine Krankheit hätten. Dabei war ich doch der kranke, unbelehrbare, rebellische und blinde Schlafende. Jetzt bin ich aufgewacht und auf dem wirklichen, wahren, einzigen Weg zum Leben, bei dem man immer mehr bekommt in nie endener Freiheit.

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    1. Irene

      Ja mario,
      Ich als wessi mit der 2. Tochter hochschwanger erlebte wie sich in unsere kleinen strasse die menschen an den schaufenstern die nase platt drückten. Ich wurde zeugin von vielen emotionalen augenblicken z.b. in einer vollen u-bahn erzählte eine ältere frau sie treffe nach vielen, vielen jahren ihren bruder wieder…. eins weiss ich, es gab viele nasse augen !
      Unsere kinder egal ob west und ost werden mit keiner mauer mehr gross und eines hat es mich noch gelehrt, der mensch lässt sich nicht einsperren und gott hat auch dafür gesort das gorbatschof damals richtig reagierte . Das war ne zeit und wir waren dabei !

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  17. Catori

    Hallo,
    ich habe den Beitrag grade durch Zufall gefunden. Und ehrlich bin ich über einige Aussagen sehr schockiert die in den Kommentaren standen. Ich war zu tiefst erschüttert als ich die Nachrichten von Dresden gestern sah. Ich habe mich geschämt dass ich Deutsche bin, haben einige nichts aus der Vergangenheit gelernt? Sicher gibt es auch unter den Flüchtlingen schwarze Schafe, aber deshalb kann ich doch nicht alle über einen Kamm scheren. Unter unseren eigenen Landsleuten sind ebenfalls genug schwarze Schafe. Vielleicht sollten die die da so laut geschrien haben erstmal anfangen vor der eigenen Tür zu kehren bevor sie sich zum Richter über andere erklären. Ich kann Mario nur recht geben wenn man es genau nimmt waren wir ehemaligen DDR-Bürger ja auch Wirscharftsflüchtige. Wenn ich ehrlich zu mir selber bin wollte ich damals auch was vom goldenen Westen haben. Glücklich hat es aber nicht gemacht. In unserer ach so „tollen fortschrittlichen Gesellschaft“ zählt bei vielen nur der materielle Status. Man wird oft genug als Versager abgestempelt wenn man nicht das neuste Handy den teuersten Wagen hat. Diese Leute die vielfach am lautesten gerufen haben brauchen meiner Meinung nach einfach einen Schuldige, weil sie nicht das erreichen,was sie meinen verdient zu haben. Komisch finde ich dabei immer nur das man nie selber Schuld ist sondern immer andere. Ich bin auch nicht mit allem einverstanden was unsere Politik so zu Stande bringt. Es sind aber immer noch Menschen! Jesus hat uns gelehrt das wir alle Menschen lieben sollen wie uns selbst. Gestern habe ich die Menschlichkeit vermisst und ich war zu tiefst erschrocken. Ich wünsche diesen Menschen das sie aufwachen und die Freiheit erkennen welche nur Gott einem geben kann.

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