Der alltägliche Scheiß, der uns fertig macht …

Ja, auch die lästigen Dinge des Lebens und wenn sie noch so banal sind treffen Christen! 

Wir verpassen den letzten Bus, uns platzt der Reifen auf der Autobahn und manchmal brennt sogar das Kaffeewasser an!  :-)

Wir geraten auch in menschliche und persönliche Katastrophen. Christen sterben an schrecklichen Krankheiten wie Krebs, fiesen Unfällen oder werden sogar ermordet.

Weiter zu glauben und Gott zu vertrauen kann unmöglich scheinen, wenn alles schief läuft! Grundlegende Glaubensüberzeugungen werden angezweifelt.
 

Ich beobachte bei einigen Christen, sei es in der Gemeinde oder auch in Kommentaren auf diesem Blog, dass sie reflexartig zurückschrecken, die Hände abwehrend vor sich halten und wahrscheinlich sowas denken wie: "Oh nein, Hinterfragen und Zweifel darf nicht sein!"

Ich schreib das einfach mal so – auf die Gefahr hin, verbal auf die Fresse zu kriegen. Eine fragwürdige fromme Denke ist die: Ich darf nicht zweifeln – muss proklamieren und mir selbst immer weiter einreden – dass dies oder jenes passieren wird, dann wird es so eintreffen.


Wo Gott einem etwas gezeigt hat, kann es richtig sein, Dinge auszusprechen, bevor man sie sehen kann. Kaaarsten war mal bei einem Gebetstreffen bei Freunden – es wurde für eine gute Freundin seiner Freunde gebetet, die der es gesundheitlich sehr schlecht ging. Irgendwann fing er beim Beten an, Gott zu danken, dass es ihr bald besser gehen würde und dass das für viele Menschen sehr ermutigend und im Glauben aufbauend sein würde. Es fühlte sich richtig an so zu beten – da war der heilige Geist am Werk und Karsten ließ ihn machen. Erst ca. ein halbes Jahr später lernte Karsten die besagte Freundin (sie heißt Mandy;-)) kennen – dann lieben, dann wurde sie fast gesund und er war sicher einer derjenigen, die dadurch am meisten ermutigt und im Glauben gefestigt wurden. 

… aber man kann das nicht als Prinzip auf jede Krankheit anwenden und denken, man könnte Gott überreden und wenn das nicht klappt, hat man etwas falsch gemacht!

Auch Karsten und ich haben uns zwischendrin gefragt, ob das wirklich so passieren wird, wie damals gebetet. Noch immer leide ich unter Epilepsie, auch wenn es mir in anderen Bereichen deutlich besser geht. Wir beten, dass die Anfälle verschwinden, aber unser Glaube hängt nicht daran.


Zweifel ist nicht nur Gift, er kann sogar Dünger sein! 

Zweifel erdet uns. Die Unsicherheiten im Leben halten uns demütig – damit wir nicht anfangen zu glauben, wir hätten die Kontrolle – wir wären Gott.

Wenn man seine Überzeugung ein für allemal einbetoniert und nie mehr daran rüttelt, sich gar nichts mehr bewegen darf – dann ist man nicht überzeugt, sondern tot! Null Bewegung ist ungesund! 

Und doch wird das Fundament fester, wackelt nicht mehr bedrohlich schnell und ist einsturzgefährdet, sobald eine Frage auftaucht. Das passiert, weil man in Bewegung ist, hinterfragt, sich herausfordern lässt und Gott erlebt. Wie ein Muskel, der gefordert und trainiert wird, wächst und durch Belastung stärker wird, ist das auch mit unserem Glauben.


Traue Gott zu, dass ER realer ist als Deine Zweifel und Dir das auch jederzeit beweisen kann!


Ein zentraler, herausfordernder Satz bei den Jesus-Freaks heißt:

God is in Control – he never makes mistakes!

(Gott hat alles im Griff – er macht keine Fehler!)

 

Das klingt kindlich naiv. Etwas in mir sträubt sich gegen die Bestimmtheit dieser Aussage, aber ich glaube das. Obwohl ich immer wieder ratlos und hilflos bin, nicht alles verstehe. Ich merke, dass mein Verstand an dieser Stelle aussteigt, aber mein Herz wird ruhig, wenn ich damit zu Gott gehe und mit ihm darüber rede.
 

Das wünsche ich auch Dir, lieber Blogleser!


Alles Liebe von Herzen!

Deine Mandy

 


Ein festes Fundament

"Wer auf mich hört und danach handelt, ist klug und handelt wie ein Mann, der ein Haus auf massiven Fels baut. Auch wenn der Regen in Sturzbächen vom Himmel rauscht, das Wasser über die Ufer tritt und die Stürme an diesem Haus rütteln, wird es nicht einstürzen, weil es auf Fels gebaut ist. Doch wer auf mich hört und nicht danach handelt, ist ein Dummkopf; er ist wie ein Mann, der ein Haus auf Sand baut. Wenn der Regen und das Hochwasser kommen und die Stürme an diesem Haus rütteln, wird es mit Getöse einstürzen."  – Matthäus 7, 24-28 NLB

 

 


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Dieser Beitrag wurde am 18. August 2015 veröffentlicht.

8 Gedanken zu „Der alltägliche Scheiß, der uns fertig macht …

  1. Rüdiger

    Schön, dass du das so deutlich aussprichst und zur Diskussion stellst Mandy. Ich ringe mit der Frage des Zweifels auch immer wieder. Das kommt wohl auch daher, dass wir aus unserer wissenschaftlich geprägten Denkweise immer meinen, wir müssten alles verstehen und erklären können. Aber auf der anderen Seite vom Pferd fallen, und alles widerspruchslos hinnehmen, was ich als schreiende Ungerechtigkeit ansehe, das möchte ich auch nicht. Und ich denke, es ist so wie du schreibst: Das tägliche Ringen mit Gott und den eigenen Zweifeln, führt zu einer Stärkung im Glauben, weil man dabei immer wieder Antworten erfährt, mit denen man nicht gerechnet hat. Und dadurch wird das Leben wirklich lebendig. Auch wenn man manchmal eine weite Strecke im "Blindflug" zurücklegen muss, wo man gar nichts mehr versteht und vielleicht sogar durch großes Leid hindurch muss. Ich wünsche allen, die sich gerade im "Blindflug" befinden, dass sie wieder sicher landen und inneren Frieden finden.

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    1. Marcus Lietz

      Ich mache dich zu einem neuen Dreschschlitten mit scharfen Zähnen. Berge und Hügel wirst du dreschen und zu Staub zermalmen. 16 Du wirst sie mit einer Schaufel in die Luft werfen wie Getreide, damit der Wind sie wie Spreu fortträgt und in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Du aber wirst jubeln über mich, den Herrn; den heiligen Gott Israels wirst du rühmen.” Jesaja 41, 15
      Richtig Mandy. Die Umstände sollen nicht Herr überu uns sein , sondern wir dürfen in allem den HERRN suchen und so über die Umstände herrschen. Nicht sie sollen uns zermürben, sondern die Umstände werden mürbe an uns…

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  2. Lea

    Danke, Mandy und Kaaarsten. Die Gedanken sprechen mein Herz an. Mal wieder so'n Moment: Danke, Gott, dass du Mandy gerade jetzt das Thema hast schreiben lassen und mich drauf aufmerksam gemacht hast!

    Die "Pray-and-Love-Story" hat mich begeistert und ermutigt, besonders dieses "da war der heilige Geist am Werk und Karsten ließ ihn machen." Yeahhhh!!! Ich freu mich mit euch und preis den Herrn dafür :-)

    Auch wirklich berührt hat mich der Satz: "Wir beten, dass die auch noch weg gehen, aber unser Glaube hängt nicht daran." Ja, da merkt man, dass euer Glaube auf dem richtigen Fundament steht, das Fundament ist felsenfest, aber ihr bleibt beweglich und offen  – für mehr Heilung… Ich bete mit.

     

     

     

     

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