Der Millionär und sein Manager

In dieser Woche habe ich Besuch und nicht soviel Zeit zum ausführlichen Schreiben. Lust aber trotzdem  :-)  Deshalb nehme ich 5 Gleichnisse her, schreibe sie mit "meinen Worten" um und füge die eine oder andere Erklärung dazu. Vielleicht versteht sie der eine oder andere so auch ein bisschen besser.


Heute:

Der Millionär und sein Manager


Jesus erzählte seinen Freunden einmal folgendes Geschichte:

»Ein Millionär stellte einen Mann ein, der ihm helfen sollte, sein Geld zu managen und Verträge abzuschließen. Blöderweise ging das nicht lange gut und der Millionär stellte fest, dass dieser Typ ein Betrüger war. Er stellte ihn zur Rede: "Sag mal was soll das?? Du beklaust mich?? Mach fertig, wo Du gerade dran bist und dann hau ab! Du bist fristlos gekündigt!"

Der Manager dachte sich: "Na toll! Und was soll ich jetzt machen? Den Job hier bin ich los. Um hart zu arbeiten, bin ich zu krank und betteln will ich ja nun auch nicht?!" Dann überlegte er und bekam eine Idee: "Ich muss nur genügend Menschen zu meinen Freunden machen! Die könnten mir ja auch helfen, wenn ich arbeitslos werde." Also rief er alle Leute an, die dem Millionär noch etwas schuldeten.  

Den Ersten fragte er: `Wie viel schuldest du ihm?´ Der Mann sagte: `Ich schulde ihm hundert Fässer Olivenöl – das sind in etwa 4000 Liter.´ Da sagte der Manager: `Zerreiß die Rechnung, mach die Hälfte draus und schreibe 'ne neue Rechnung mit fünfzig Fässern.´

`Und wie viel schuldest du meinem Chef?´, fragte er den Nächsten. `Hundert Säcke Weizen – krasse 25 Tonnen.´, antwortete er. `Hier´, sagte der Manager, `nimm die Rechnung und ersetze die hundert Säcke durch achtzig Säcke. Das passt schon.´ 


Jesus fand richtig gut, was der Manager tat und erklärte seinen Freunden, dass die ungläubigen Leute oft klüger im Umgang mit ihren Mitmenschen sind als die Christen. (Unter uns: ich glaub der Manager war ziemlich abgebrüht und nahm die Leute gerne aus, doch plötzlich kam er ins Nachdenken; Wer hilft mir eigentlich, wenn ich mal am Boden bin? Das, was wirklich zählt, ist Freundschaft! Vielleicht erließ er den Gläubigern die Zinsen, so dass sie nur noch den Betrag zurückzahlen mussten, den sie dem reichen Mann schuldeten.)

Jesus erklärte seinen Freunden weiter: Setzt Euer Geld sinnvoll für Gott ein! Helft damit anderen Menschen und ihr werdet dafür eines Tages im Himmel fett belohnt werden! 
 

Wer mit kleiner Verantwortung klarkommt, der wird auch mit großer Verantwortung klarkommen. Doch wer andere schon bei Kleinigkeiten bescheißt, der wird mit großer Verantwortung nicht gut und ehrlich umgehen können. Wenn ihr mit den Sachen und dem Geld anderer Leute nicht anständig umgeht, wer wird euch dann die richtig fetten Sachen aus dem Himmel anvertrauen? Und wenn ihr mit den Sachen von fremden Leuten nicht richtig umgeht, wer von euch wird euch da noch sein eigenes Geld zur Verfügung stellen?
 

Kein Mensch kann zwei Chefs gleichzeitig dienen, die unterschiedliche Ziele haben. Denn man wird immer den einen hassen und den anderen lieben, auf den einen hören und den anderen verachten. Gleichzeitig Gott dienen und der Kohle hinterherrennen? Vergiss es! Die religiösen Streber, die an ihrem Geld hingen, lachten über Jesus, als sie das hörten. 
 

Da sagte er zu ihnen: "In der Öffentlichkeit wollt ihr gut dastehen, aber Gott weiß genau, was in Euch vorgeht. Was bei den Menschen einen hohen Status bedeutet, ist in Gottes Augen ziemlich ätzend.  Bis Johannes der Täufer zu predigen begann, hörtet ihr auf das Gesetz von Mose und auf das, was die Propheten gesagt haben. Jetzt wird von Gottes neuer Zeit geredet und alle wollen unbedingt dabei sein. Ihr dürft aber eins nicht vergessen: Selbst, wenn diese Welt mal explodiert und das Universum sich in Nichts auflöst, die Gesetze von Gott behalten bis ins kleinste Detail immer ihre Gültigkeit. Wenn jetzt jemand seine Frau rausschmeißt und eine andere heiratet, der hat Ehebruch begangen. Und das gilt auch für denjenigen, der eine geschiedene Frau heiratet.“

 


Wie verstehst Du dieses Gleichnis und was können wir noch heute daraus lernen?

 

Denk nicht nur drüber nach! ;-)

Deine Mandy

 

 


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Dieser Beitrag wurde am 4. Juni 2015 veröffentlicht.

11 Gedanken zu „Der Millionär und sein Manager

  1. Pilgerer

    Ehrlich gesagt: ich finde das Gleichnis immer noch schwer zu verstehen, insbesondere die Reaktion von Jesus…

    Ich kann einfach die Handlung des "Managers" nicht in Einklang christlichen Handelns bringen…

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    1. Tom

      Die Handlungsweise des "Managers" ist auch schwer zu verstehen!! Aber die Botschaft Jesu ist doch wieder recht klar:

      "Wer in kleinen Dingen treu ist, wird auch in großen treu sein…"

      und …

      "Ihr könnt nicht Gott und dem Geld zugleich dienen…"

      Bemerkenswert und auffallend in diesem Abschnitt auch der plötzliche Schwenk von Thema Geld zum Thema Ehebruch!

       

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      1. Pilgerer

        Ja das ist natürlich leicht zu verstehen. Nur dieses – für mich eigentlich abstoßende – Verhalten des Managers als Beispiel für mich verstehe ich nicht. Da kann ich für mich nichts rausziehen. Auch die Überleitung nicht.

        Vielleicht macht das ja irgendwann mal Klick ;)

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  2. Eifelwicht

    Ich verstehe dieses Gleichnis nicht. Wieso wird die Tat des "Managers" gut geheißen, obwohl er doch seinen Chef damit noch mehr betrügt? 
    Würde er mit seinem eigenen Besitz (oder mit der Erlaubnis des Chefs) so handeln, dann wäre er großzügig. Aber so betrügt er doch nur weiter. Ich raff's nicht. :-(

     

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  3. Mandy Artikelautor

    Ich kann es in sofern verstehen, dass der Manager am Anfang ein ziemliches Arschloch war und die Leute auch bei Verträgen abgezockt hat – so das eben möglichst viel in der eigenen Tasche gelandet ist. Dann hat er sich mal Gedanken drüber gemacht – sich geändert und gedacht: "Ich verzichte jetzt mal auf die Zinsen, sollen die Leute doch nur das zurückzahlen, was sie tatsächlich auch schulden!" 

    Das tat er vielleicht erstmal aus einem eigennützigen Motiv herraus (sich eben gut Freund machen, damit diese ihm dann helfen, falls er selbst mal keine Kohle hat) – vielleicht war das ne blöde Motivation. Sie brachte ihn dennoch auf den richtigen Weg.

    Freunde zu gewinnen ist die eine Sache, zu erfahren was Freundschaft wirklich bedeutet und das sie wertvoller ist als alles Geld der Welt, die andere. Ich denke, dass hat dieser Manager nun endlich kapiert. ;-) Und das findet Jesus durchaus lobenswert! 

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    1. Eifelwicht

      Danke Mandy, so erklärt, macht's für mich ein wenig mehr Sinn. Ich liebe deine Erklärungen. Hab ich dir das schon einmal gesagt? Nein? Dann tue ich das hiermit. :-)

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  4. Tom

    Mit diesem Gleichnis ist es Jesus wiedermal gelungen uns komplett zu verwirren! Was soll das?

    Ein Lob dem Unehrlichen, dem Betrüger? Ein Gleichnis das bis heute von Christen kaum auszulegen ist, und womit man sich sehr, sehr schwer tut. Vielleicht ist da auch eine gewisse Ironie von Jesus mit drin.

    Für mich ist eine wichtige Aussage dieses Textes dass Jesus einfach menschliche Beziehungen über die Regeln der Marktwrtschaft und des Geldes setzt. Der "Manager" hat jetzt, vielleicht unbewusst, offensichtlich das Richtige getan. Jesus will uns mit dieser Geschichte deutlich machen: "ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon"

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  5. Irmela

    Vermutlich wissen wir noch immer nicht alles über die gesellschaftl./ geschichtl. Kontext des Gleichnisses, weswegen auch ich es immer noch schwierig finde zu verstehen…

    Aber was ich verstehe, gibt mir schon genug zum Umsetzen mit zwei der wichtigsten Themen des täglichen Lebens: Treue im Umgang mit Geld und Beziehungen.

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  6. Hanna

    Für mich ist der Kernsatz des Gleichnisses die Aufforderung: " Nutzt euren weltlichen Besitz zum Wohle anderer ( und macht euch damit Freunde)".

    Wir sind der Manager und alles, was wir haben, sei  es Geld, Besitz, seien es Talente/Fähigkeiten, alles Sichtbar irdisch Tolle haben wir von Gott bekommen.

    Gott ist der Millionär, der uns als Manager einstellt und  Ihm kommt es nicht darauf an, das wir Seinen Besitz vermehren, sondern dass wir anderen damit Gutes tun.

    Der Manager war untauglich für seinen Job, hatte nur den eignen Vorteil im Kopf, das entspricht uns als gefallenen Menschen, aber Gott zeigt, dass  Er a) nicht betrogen werden möchte, aber b) auch nicht Seinen Besitz vermehrt haben möchte, sondern mit Nächstenliebe hat sich der Manager das Herz des Millionärs "zurückerkauft", da die Nächstenliebe Gottes Wesen entspricht.

    Nicht umsonst ist dieses Gebot dem ersten gleich " Du sollst Gott lieben… und deinen Nächsten wie dich selbst" und irdischer Besitz ist für uns am dienlichsten und auch am ungefährlichsten, wenn wir ihn für andere einsetzen.

     

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