Jesus zu Besuch bei Zachäus

Der Zachäus ist ein Typ aus der Bibel, den die Leute nicht besonders mochten.

Denn er war ein Zolleinnehmer*, er nahm die Leute aus, wo er nur konnte und lebte damit nicht mal schlecht – er war ein "sehr reicher Mann" (Lukas 19, 2).

Vielleicht fühlte er sich ja doch irgendwie schlecht und ihn drückte sein Gewissen, weil er die Leute so ausnahm?

Keine Ahnung. 

Aber irgendwas motivierte Zachäus auf
einen Baum zu klettern, um von da aus
Jesus zu sehen, der in die Stadt kommen sollte. Das hatte sich rumgesprochen und so versammelte sich eine riesige Menschenmenge, sie wollten alle Jesus sehen – klar, da hätten sie den verhassten Zachäus nur zur Seite gedrückt, evtl. wäre es sogar zu Handgreiflichkeiten gekommen – noch dazu war Zachäus ziemlich kurz geraten und konnte sich nicht mal eben auf die Zehenspitzen stellen, um über die Menge drüber zu gucken.


Zachäus hockt also auf diesem Baum oben, Jesus läuft unten vorbei und auf einmal guckt der doch
tatsächlich hoch und ruft:


 »Zachäus!«, sagte er, »komm schnell herunter! Denn ich muss heute Gast in deinem Haus sein!«
- Lukas 19, 5


Hm, dieser Jesus – immer für eine Überraschung gut! Er lädt sich mal eben selbst ein – ab nach Hause zu Zachäus!

Der war total aufgeregt, klettert schnell vom Baum runter und nahm Jesus mit zu sich nach Hause.
Das Zuhause, was er von ergaunertem Geld gebaut und eingerichtet hatte … 


Die Leute konnten das gar nicht verstehen und murrten rum:
"Wie kann er das nur tun? Er lädt sich bei einem Gauner und Betrüger ein!" Vers 7

 

So und dann? Dann geht es plötzlich ziemlich schnell! 

Ob die beiden was gegessen haben oder bei Zachäus im Garten gesessen und geredet haben  – keine Ahnung, darüber steht in der Bibel nichts. Es heißt nur noch, dass Zachäus zu Jesus sagte:

»Herr, ich werde die Hälfte meines Reichtums den Armen geben, und wenn ich die Leute bei der Steuer betrogen habe, werde ich es ihnen vierfach erstatten!« Jesus erwiderte: »Heute hat dieses Haus Rettung erfahren, denn dieser Mann hat sich als Sohn Abrahams erwiesen. Der Menschensohn ist gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten.«  – Vers 8 – 10


Wow!! Was geht denn da? Voll die Sinneswandlung!


Jesus kommt zur Tür rein und Zachäus' Egoismus geht zur Hintertür raus oder wie?


So oder ähnlich muss es wohl sein! 

Hm, als vor kurzer Zeit die Steuerhinterziehung von Alice Schwarzer ans Licht des Tages kam, da dachte ich mir: Na, ob die Alice wohl auch auf dem Baum steigen würde, um einen Blick auf Jesus zu werfen?! :P Den Anblick würde ich mir nicht entgehen lassen!

Tschja, wer weiß, was sie so tut … Aber ich denke, der gewaltige Unterschied zwischen Alice und Zachäus war möglicherweise (ich möchte ihr nichts unterstellen) der, dass Zachäus ehrlich an Jesus interessiert war, es tat ihm von Herzen leid, was er getan hatte – aber irgendwie hatte er keinen, dem er mal sein Herz ausschütten konnte. Er befand sich in einem Teufelkreis aus Lug und Betrug und ich denke, Jesus reichte ihm die Hand und zog ihn da raus mit seiner Kraft … und das er diese Hand annahm, war ein Neubeginn für Zachhäus. 
 

Was lernen daraus? Was lernst Du daraus lieber Blogleser?

 

Alles Liebe
Deine Mandy

 


PS: Übrigens beim Recherchieren zum Thema bin ich auf einen Steuerberater Namens Zachäus gestoßen … :P


Warum waren Zolleinnehmer eigentlich so unbeliebt? 

Dazu musst Du wissen, dass das heutige Israel damals von den Römern erobert und besetzt war. Die Römer waren bei den Israeliten daher alles andere als beliebt. Damit Rom das alles finanzieren konnte, haben sie an mehreren wichtigen Straßen Wegzoll kassiert. Meistens an Hauptstraßen,  Brücken, Stadttore oder Durchgänge – also Stellen, die man kaum bzw. gar nicht anders umgehen konnte. Die Zöllner (bei Steuereinziehern wurde übrigens meist ähnlich verfahren), die Rom eingesetzt hat, waren aber in aller Regel keine römischen Bürger, sondern Leute aus dem jeweils besetzten Land – also im Falle des Neuen Testaments eben Juden. Hier haben also Juden gemeinsame Sache mit der ungeliebten Besatzungsmacht Rom gemacht und alleine das wird sicherlich nicht unbedingt zu großer Beliebtheit geführt haben.

Diese Zolleinnehmer bekamen aber von Rom meistens kein festes Gehalt, sondern durften sich ihr Gehalt quasi auf den Wegzoll aufschlagen. Also wenn ein Zöllner beispielsweise 4 Quadrans (etwa 2 Euro) an Zoll verlangt hat, musste er davon wohlmöglich nur 3 Quadrans an Rom abgeben. Ob die Zöllner den Aufschlag selber bestimmen konnten oder ob es einen fest von Rom vorgeschriebenen Satz gab, ist nicht bekannt, letzteres ist aber wahrscheinlicher. Hier ist es allerdings sehr regelmäßig vorgekommen, dass die Zöllner einfach mehr verlangt haben als nötig war, bzw. als ihnen zustand. Deswegen waren die Zöllner meistens sehr reiche, aber auch sehr unbeliebte Leute, da sie ihren Reichtum auf Kosten des Volkes bekommen hatten. 
Das muss man sich etwa so vorstellen: Als ob man heute zum Amt geht und einen Personalausweis beantragt und genau weiß, dass der 16 Euro kostet, der Beamte aber 120 Euro dafür verlangt und man einfach nichts dagegen tun kann. Crazy … Zolleinnehmer = Abzocker!

Quelle: rausgeschrieben, bissle umgeändert von www.2jesus.de

 


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Dieser Beitrag wurde am 20. Februar 2014 veröffentlicht.

34 Gedanken zu „Jesus zu Besuch bei Zachäus

  1. De Benny

    Zwei Anmerkungen: Erstens ist das Problem bei den Zolleinnehmern nicht nur die Abzocke (wobei das natürlich auch ne wichtige Rolle spielte, selbst heute ist der Fanclub des Finanzamts recht klein und das ohne daß die freiberuflich abzocken für die eigene Tasche), sondern es liegt in der jüdischen Gesetzesobservanz begründet. Als anständiger Jude damals hatte man keinen Kontakt zu Nichtjuden (siehe etwa in der Apostelgeschichte, wo Petrus bei Kornelius extra nochmal betont, daß er als Jude eigentlich nicht hätte kommen können, auch Paulus spielt darauf an…). Der Kontakt zu Nichtjuden machte unrein, und als Unreine konnte man andere Juden ebenfalls unrein machen. Man war eben Abschaum, der gemieden wurde (niemand wollte sich verunreinigen).

    Zweitens steht nirgends, daß Zachäus irgendwen abgezockt hätte. Im Gegenteil, er gab den Armen von seinem Vermögen und zahlte Übervorteilungen vierfach zurück. Zu diesen Übervorteilungen muß es nicht deshalb gekommen sein, weil er gezielt jemanden ausnehmen wollte. Als Zollpächter saß er höchst wahrscheinlich nicht selbst am Zoll, sondern hatte seine Angestellten. Wenn die jemanden abzockten für den eigenen Geldbeutel, war er als Chef verantwortlich. Auch vor den römischen Gerichten. Und für Abzocke am Zoll gab es hohe Strafen. Manchmal ist vom vierfachen Preis die Rede, den man erstatten muß, manchmal sogar von mehr. Nach römischem Gesetz. Und dann gibt es noch das Problem, daß die damals keine Kassenzettel hatten, sondern der Wert der Waren geschätzt werden mußte. Da kann man schonmal etwas falsch und für zu teuer einschätzen, was dann bedeutet, daß zu viel Steuer kassiert wird.

    Es gibt also durchaus Gründe anzunehmen, daß Zachäus eben kein Abzocker war. Er war Zollpächter und als solcher nicht gut angesehen in der Gesellschaft. Wie eben bei uns die Finanzbeamten. Oder die Banker. Man unterstellte ihnen halt, Abzocker zu sein.

    Ich vermute, die Perikope bedeutet vielmehr, daß Jesus einem eigentlich anständigen Zöllner zugesteht, eben ein anständiger (und frommer!) Mensch zu sein. Das würde dann auch erklären, wieso er so daran interessiert ist, Jesus zu sehen und sogar (als reicher Mann) auch einen Baum klettert, um ihn zu sehen. Man stelle sich vor ein Mensch wie Josef Ackermann würde irgendwo im Anzug auf nene Baum klettern, um nen Wanderprediger zu sehen. (und um rechtzeitig hinzukommen, rennt er zum Baum hin und geht nicht, wie es seiner Stellung als reichem Mann gebührt, gemäßigten Schrittes)…

    Gottes Segen

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    1. Mandy Artikelautor

      Danke für Deine Ergänzung Benny!

      Wie auch immer es genau gewesen sein muss, auf jeden Fall gut das er Jesus  erst genommen hat und seinen Lebenstil wohl ziemlich geändert hat.


      Grüßle
      Mandy

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      1. De Benny

        Ob er den Lebensstil so geändert hat weiß ich nicht. Er war ja vorher schon ein frommer Mann. Ich denke halt, daß es in der Perikope weniger darum geht, wie Zachäus sich ändert, sondern darum, wie wir uns ändern sollen um zu sehen, daß die Randsiedler der Gesellschaft eben doch ganz anständige Leute udn Kinder Gottes sind oder zumindest sein können. Ich vermute, Lukas intendierte in der Geschichte ein Aha-Erlebnis bei sienen Lesern, so wie es auch in der Situation damals gewesen sein mußte. Die Menge sah, daß es sich um einen Reichen handelte, wahrscheinlich wußte man, daß er Zöllner war, also war er ein Außenseiter, mit dem man sich nicht abgab, den man höchstens mal beschimpfte. Und dann hörte sie plötzlich, daß er sich ans Gesetz hält und schließlich nennt Jesus ihn auch noch einen Sohn Abrahams. Da muß doch so ein Gedanke gekommen sein bei den Leuten wie "Hoppla, hätt ich ihm gar nicht zugetraut, der ist doch nur so ein betrügerischer Zöllner"…

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    2. Colin Vaupel

      Hallo, was ich jetzt aber nich verstehe: Warum spricht Zachäus selbst davon dass er. er evtl. "Fehler "begangen hat:

      " Währenddessen stellte Zachäus sich vor den Herrn hin und sagte: »Herr, ich werde die Hälfte meines Reichtums den Armen geben, und wenn ich die Leute bei der Steuer betrogen habe, werde ich es ihnen vierfach erstatten!«

      Danke und Colin weünscht Dir GOTTES Segen

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      1. De Benny

        Wie ich geschrieben habe: Wenn eienr seiner Angestellen an der Zollstation jemanden betrogen hat, war Zachäus haftbar. Deshalb spricht er von "ich", will meinen "meine Firma". Außerdem gab es noch das Problem, daß die Waren geschätzt werden mußten im Wert. Jetzt kommt da ein Händler, der hat super tolle Flachbildschirme von 40 Zoll und mehr Diagonale. Denkt der Zöllner: Mann, die kosten mindestens ganz viel Geld. Der Händler beschwert sich (wie wohl alle sich beschweren, man kann's ja mal versuchen) und kommt nicht durch., In der nächsten Stadt zeigt er dann den Zöllner an und eine Expertenkommission stellt fest, daß die Bildschirme wirklich weniger wert sind als der Zöllner veranschlagt hat. Der Zöllner hat den Händler also praktisch um einen gewissen Geldbetrag betrogen. Aber nicht absichtlich. Er kann nicht einfach alle ohne zu kassieren durchlassen, weil er dann ganz schnell ans Hungertuch käme. So ne Zollpacht kostete ne schöne Stange Geld, dier erst einmal erwirtschaftet werden mußte. Und dann gibt es nicht nur ein Handelsgut, das transportiert wird (etwa Flachbildschirme), sondern alles mögliche (zum Teil vielleicht osgar Zeug, daß der Zöllner noch nie gesehen hat und dessen Preis daher schwer abzuschätzen ist). Als guter und ehrlicher Geschäftsmann wußte Zachäus, daß es nie ohne Konflikt abgehen kann. Und so oft wie er drauflegt hat seine Firma sicher auch (wenn auch unbeabsichtigt) zu viel kassiert. In dem Fall hat er die vom Staat geforderte Strafe gezahlt und somit den Geschädigten entschädigt, womit die Sache vom Tisch war.

         

        Umgekehrt wäre es doch ein bißchen komisch, daß Zachäus jetzt so ein toller, geläuterter Zöllner sein sollte, wenn er den Geschädigten plötzlich nur das zahlt was vom Gesetz eh verlangt wird und lediglich die Hälfte des Vermögens gibt, wo Jesus vom reichen Jüngling (bzw bei Lukas ist es ein reicher Oberer) die Aufgabe des ganzen Vermögens verlangt. Da hätte man doch bei Zachäus erwarten können, daß er wie Levi die Zollstation hinter sich läßt und Jesus nachfolgt. Statt dessen gibt er aber nur einen Teil des Vermögens her…

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      2. luise

        Vielleicht hatte er geahnt,dass in der Zukunft so eine Alice kommen würde und 

        hat sich gedacht "So will ich nicht enden" und von daher der Sinneswandel.

        Sry aber den konnt ich mir nicht verkneifen.Werd dran arbeiten.x3

        Antworten
  2. Andrea

    Wenn Zachäus schon vor der Begegnung mit Jesus so fromm war, warum sagt Jesus dann: "Heute hat dieses Haus Rettung erfahren". Nein, ich denke doch, er war vorher ein Betrüger, hat sich bekehrt und deshalb den Leuten das Geld vierfach erstattet.

    Antworten
    1. Mandy Artikelautor

      Beziehst Du Deinen Kommentar auf mich oder "De Benny" (letzter Absatz) ? 

      Ich glaub wirklich nicht, dass der groß fromm war vorher … eher neugierig, offen, gespannt was ihn erwartet. Vielleicht hast du das aus dem Text nicht so verstanden?

      Grüßle
      Mandy

       

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  3. De Benny

    warum sagt Jesus dann: "Heute hat dieses Haus Rettung erfahren".

    Dem Haus (nicht nur Zachäus) ist σωτηρία geworden. Das kann "Rettung" bedeuten, aber eben auch "Heil". Das Heil liegt im Besuch Jesu in diesem Haus. Der Grund dafür ist nicht, daß Zachäus deshalb so ein toll reuiger Sünder wäre, sondern: "denn auch er ist Abrahams Sohn."

    Jesus macht mit Seinem Besuch klar, daß auch Zöllner Menschen sind, die zur Gesellschaft gehören, und im Verlauf der Perikope wird klar, daß der Zöllner sich eben auch anständig verhalten hat, daß es also keinen Grund gibt gegen den Besuch Jesu in diesem Haus, außer eben die Vorurteile der Menge.

    Wieso sollte ein reicher Betrüger so eine Anstrengung auf sich nehmen und auf einen Baum klettern, nur um einen Wanderprediger besser sehen zu können? Welchen Grund haben wir überhaupt anzunehmen, daß er ein Betrüger war, außer unserem Vorurteil? Seine Antwort auf die Vorwürfe: "Siehe, ich gebe die Hälfte den Armen und wenn ich jemanden betrogen habe gebe ich vierfach zurück" kann man eben nicht nur auf die Zukunft beziehen, sondern auch als Auskunft über das verstehen, was er sowieso immer tut: Siehe, ich stehe morgens um 7 auf, frühstücke, putze die Zähne, rasier mich und geh zur Arbeit… Das würden wir auch nicht verstehen als neuartigen Wechsel in den Gewohnheiten, oder? Man würde es ansehen als Beschreibung dessen, was man jeden morgen halt so tut. Wieso bei Zachäus nicht? Weil er ein Zöllner ist und Zöllner per se Betrüger sind?

    Antworten
    1. De Benny

      Jesus schon, aber die Frage ist, ob es Dir egal ist, ob Dir wichtiger ist, Jesus zu sehen, oder ob es Dir wichtiger ist, Dich Deiner Position und Würde als reicher Mann des Imperiums entsprechend zu verhalten (wa ssowohl rumgerenne als Baumklettern ausschließen würde).

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  4. Sandra

    Ich finde alle genannten Aspekte gut und richtig. 

    Ich denke, es geht hier eher um den WELTLICHEN Zachäus und JESUS. 

    Ob er nun ein Abzocker, der Zachäus, oder nicht, meine Güte, das ist eigentlich nicht der Schwerpunkt. Es geht darum, ob er seinen REICHTUM aufgibt, ihm also die oberste Priorität nimmt. Denn sicher war, bevor Jesus sein Haus betrat, Reichtum sehr wichtig für Zachäus. 

    Und darauf bezieht sich auch "ist dem Hause Heil wiederfahren" …. 

    Die Priorität hat sich verändert. 

    Mandy, Benny … alles, was Ihr geschrieben hat, verdient es, bedacht zu werden. 

    Insofern: Schöner Austausch :-)

     

     

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    1. De Benny

      Es geht darum, ob er seinen REICHTUM aufgibt, ihm also die oberste Priorität nimmt.

      Meine Punkt ist ja, daß es gerade darum NICHT geht. Den Reichtum hat er, aber er spielt keine große Rolle für ihn.

      Denn sicher war, bevor Jesus sein Haus betrat, Reichtum sehr wichtig für Zachäus. 

      Gerade das sehe ich eben nicht. Wo steht das? Nur weil er reich war? Nun, er hat vielleicht auch hart gearbeitet dafür, hat vielleicht sogar sich fast ein Bein ausgerissen, um dahinter her zu sein, daß seine Angestellten die Leute nicht übervorteilten. Wieso soll er da nicht auch reich sein dürfen. Wenn man ins AT sieht, wie groß der Tross des Abraham war, oder auch der des Jakob, da war Zachäus im Vergleich sicherlich ein kleiner Fisch dagegen. Reichtum ist ja nix schlimmes, wenn man ihn nicht gegen andere einsetzt.

      Ich will hier aber auch keinen Glaubenskrieg anfangen (ist wohl schon zu spät dafür), sondern nur auf die Möglichkeit hinweisen, daß man die Perikope auch so verstehen kann. Wie gesagt müßte man sonst ja fragen, wieso Zachäus so wenig gibt im Vergleich zu dem, was Jesus vom reichen Jüngling verlangt. Mein Ansatz wäre wie gesagt, daß es nicht um's Geld geht (auch beim reichen Jüngling nicht), sondern hier darum, daß auch Zöllner anständige Menschen sein können und beim Jüngling (bzw bei Lukas ist es ja ein Oberer) darum, daß man nicht dem Geld anhängen soll.

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      1. Sandra

        Ich lese in den Zeilen, in denen Zachäus zu Jesus sagt, dass er das, was er zuviel genommen hat, zurückzahlen wird, schon die "Einsicht", etwas wieder herzugeben, was einem nicht gehört, so dass man also interpretieren darf, es war ihm vorher einerlei, ob er zuviel genommen hat oder nicht. Aber deshalb sagte ich ja, dass auch der Ansatz mit "auch Zöllner sind Menschen" genauso richtig ist. Im Endeffekt sind ja beide Quintessenzen richtig für ein Jesus-Nachfolge-Leben …. :-)

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        1. De Benny

          Ich lese in den Zeilen, in denen Zachäus zu Jesus sagt, dass er das, was er zuviel genommen hat, zurückzahlen wird, schon die "Einsicht", etwas wieder herzugeben, was einem nicht gehört

          Wie gesagt, es muß gar nicht um Dinge gehen, die er selbst zuviel genommen hat, es muß auch nicht um etwas gehen, daß er wissentlich zu viel genommen hat. Wenn die Bedienung im Restaurant die Tische verwechselt, kassiert sie an einem vielleicht auch zu viel ab, ohne es zu wollen. Ebenso kann ein Zöllner damals den Warenwert falsch eingeschätzt haben, ohne es zu wollen und zu wissen, meinst Du nicht?

          Im Endeffekt sind ja beide Quintessenzen richtig für ein Jesus-Nachfolge-Leben

          Ich hab ein bißchen ein Problem, was ich mit der gängigen Auslegung anfangen soll. Soll ich auf Bäume klettern in der Hoffnung, daß Jesus mich mal besucht? (ich übertreib jetzt ein bißchen) Esmuß ja irgend einen Grund haben, wieso Lukas die Geschichte für so wichtig erachtet hat, daß er sie ins Evangelium schrieb (die anderen drei haben die Geschichte ja nicht). Die gängige Auslegung läßt höchstens ein bißchen fromme Verehrung für den geläuterten Zöllner zu, aber das ist ein bißchen wenig, da die anderen Geschichten im Evangelium eher tiefer gehen und tiefere Erkenntnisse bringen. Wenn man die Geschichte so versteht, daß ein krasses Vorurteil über die Zöllner als unrecht und unchristlich offenbart wird, geht das meiner Meinung nach tiefer und passt besser zu den anderen tiefen Geschichten im Evangelium.

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  5. luise

    Ja ,die Alice.Die Frau die für Abtreibung war und Hausfrauen als Unterdrückte gern mal hinstellte…Aber dass nicht jeder ihren Lebensstil leben will,das kommt dieser Person nicht in den Sinn.Ich will ihr auch nichts unterstellen,aber ich mag sie einfach nicht.Vielleicht genau deswegen wie du es beschrieben hattest,wegen der Erlichkeit die Zachäus hatte und bei ihr anscheinend nicht.

    Naja aber Jesus und Gott sind immer für eine Überraschung gut :-)

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  6. Klaus

    "Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist; denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist." – Mit diesem Satz Jesu ist eigentlich alles gesagt und man muss schon Philosoph, Humanist oder Theologe sein, um diesen Satz misszuverstehn. Jesus kam und rettete Zachäus und sein Haus, er sagt "heute", also war dieser Mann zuvor nicht gerettet. Er war vorher zwar ein Mann aus dem Geschlecht Abrahams, von dem alle Juden und Israeliten abstammen, aber Jesus sagte seiner Zeit ganz klar den Pharisäern, dass dies nichts zählt. (Johannes 8:39). Was die Werke Abrahams sind, die ihn gerecht gemacht haben ist auch in der Bibel in Hebräer 11, insbesondere Vers 8, beschrieben. Es ist der Glaube und nichts als der Glaube. In dem Moment, wo Jesus bei Zachäus auf der Bildfläche erschien, richtete der Heilige Geist seinen Scheinwerfer auf die Vergangenheit des Obersteuereintreibers. Es ereignete sich eigentlich genau dasselbe, was geschah, als Jesus im Gespräch mit dem "reichen Jüngling" war ( Matthäus 19:18-22). Aber die beiden reagierten unterschiedlich. Der Jüngling "ging betrübt weg, denn er hatte viele Güter", aber Zachäus tat Buße und brachte Früchte der Buße, indem er die Dinge wieder gut machen wollte und seinen Gütern keinen Wert mehr zumaß. Jesus konnte ihm seine Errettung zusichern, weil er genau wusste, dass er auch für die Schuld des Zachäus am Kreuz hängen würde, aber die Entscheidung trafen sowohl der "reiche Jüngling" als auch Zachäus ganz allein in ihrem Herzen. Genau so gehts uns heute. Entweder wir setzen unser ganzes Vertrauen in das Erlösungswerk Jesu und lassen uns vom Heiligen Geist in Umkehr und Sinnesänderung (Buße) leiten oder wir gehen davon aus, dass unsere guten Werke schon ausreichen werden. Ich halte das zweite allerdings für ein äußerst gefährliches Spiel. – Mandy, du hast eine herrlich unkomplizierte Art, Dinge auf den Punkt zu bringen. :) Mögst du vielen weiterhin zum Segen sein.

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    1. De Benny

      aber die Entscheidung trafen sowohl der "reiche Jüngling" als auch Zachäus ganz allein in ihrem Herzen

      Dieser Satz fordert am ehesten meinen Widerspruch heraus, denn wenn wir es sind, die uns entscheiden müssen, dann können wir Mist bauen und Gottes Gnade aus eigener Schuld verfehlen. Ist das nicht Werkgerechtigkeit in neuem Gewand? Man muß dann vielleicht nicht genügend alten Damen über die Straße helfen, um in den Himmel zu gelangen, aber man muß trotzdem immer noch etwas tun, nämlich zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung zu treffen. (übrigens: Daß der Jüngling betrübt wegging bedeutet ja nciht, daß er nicht wegging, um seine Habe zu verkaufen)

      Jesus kam und rettete Zachäus und sein Haus, er sagt "heute", also war dieser Mann zuvor nicht gerettet.

      Bleibt die Frage, was "Rettung" bedeutet. Sehen wir nach Lk 1,71:

      dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen

      Hört sich doch ein bißhen nach der murrenden Menge an, für die Zöllner das Letzte waren. Dadurch, daß Jesus in sein Haus kam, hat Er ihn gerettet, weil Jesus damit anzeigte, daß auch er ein Mensch und vor allem ein Mitmensch ist. Jesus hat damit den Vorurteilen eine Absage erteilt. Das ist die Rettung. Die Menge weiß nun: Nach Jesu Verständnis ist der Zöllner in Ordnung. Sie weiß auch: Der hat eigentlich nie etwas falsches getan, hat sogar Almosen gegeben (die Hälfte des Vermögens!), wie es von Reichen erwartet wird. Jesus hat damit dem Haß den Grund entzogen, welcher das Vorurteil bildete, daß Zöllner schlechte Menschen wären.

      Er war vorher zwar ein Mann aus dem Geschlecht Abrahams, von dem alle Juden und Israeliten abstammen, aber Jesus sagte seiner Zeit ganz klar den Pharisäern, dass dies nichts zählt. (Johannes 8:39).

      Man darf sich auf die Abrahamssohnschaft nichts einbilden, da stimmt Jesus mit den Propheten des AT überein, die auch immer klar machten, daß Gott sich durchaus auch gegen Israel und Juda richten kann. Denn die Hoftheologen neigten dazu, den Königen das zu sagen, was diese hören wollten, und nötige Kritik zu unterlassen. Man vergaß darüber, daß der König auch eine Aufgabe hatte und diese nicht darin bestand, das Volk auszunehmen. Man hoffte auf "den Tag des Herrn", an dem Gott erscheinen würde und die Feinde hinwegraffen, wiel man war ja Gottes Volk. Die Propheten dagegen sagten, daß der "Tag des Herrn" nicht den Zweck hat, die Unterdrücker des Volkes zu schützen, auch wenn es Israeliten sind, sondern darin, die Unterdrückten zu befreien und die Unterdrücker zu strafen. Und so kam es auch. Es kam nicht zum großen EIngreifen Gottes gegen Assur und Babylon, sondern Assur beendete das Nordreich Israel und Babylon beendete das Südreich Juda. Gott griff zu Ungunsten der Eliten in Samaria und Jerusalem ein.

      Ebensowenig kann man sich zu Jesu Zeiten auf die Abrahamssohnschaft berufen. Allerdings hat das Zachäus auch mit keiner Silbe getan. Vielmehr hat ihm Jesus zugesprochen, ein Sohn Abrahams zu sein (und damit ein Mitglied des Volkes und kein Heide, den man meiden soll). Außerdem, in Mk 7, 26 wird klar, daß Jesus durchaus erst mal auf die Juden sah. Eine gewisse Rolle hat es also vielleicht doch gespielt.

      Es ereignete sich eigentlich genau dasselbe, was geschah, als Jesus im Gespräch mit dem "reichen Jüngling" war ( Matthäus 19:18-22). Aber die beiden reagierten unterschiedlich.

      Daß sich das gleiche ereignete, glaube ich nicht, denn es steht gar nicht da. Auch gibt Zachäus viel weniger her als vom Jüngling gefordert wird. Hat er einen Rabatt beim Herrn erhalten? Heute alles zum halben Preis? Denn er gibt nur die Hälfte seines Vermögens her, wo von Jüngling alles gefordert wird, inklusive der Nachfolge, die Jesus von Zachäus nicht fordert. Wahrscheinlich blieb er weiterhin als Oberzöllner in Jericho. Hat Zachäus Jesus beim Schlußverkauf erwischt, so daß er billiger an die Gnade kam?

      oder wir gehen davon aus, dass unsere guten Werke schon ausreichen werden

      Die Geschichte findet vor der Kreuzigung statt. Zchäus hat also gar keine Chance zu verstehen, daß es nicht auf die Werke angeht. Er hält sich als guter Jude ans Gesetz. Mehr verlangt Jesus auch nicht an der Stelle. Er kehrt bei ihm ein, die Menge murrt aufgrund ihres Vorurteils, und Zachäus kann sein normales Handeln, das er immer tut, offenbaren (vielleicht hat er vorher nie groß Worte darum getan), um damit Jesus in Schutz zu nehmen, denn es wurde ja Seine Entscheidung kritisiert. Damit wurde das Auftauchen Jesu zur Rettung auch (und vor allem) für Zachäus, der nun als anständiger Mann offenbar wurde, und nicht als "sündiger" Zöllner. Daß diese Dinge offenbar werden würden,hat Jesus vorher schon zweimal (Lk 8,17; Lk 12,2) gesagt. Hier haben wir ein Beispiel, wie das umgesetzt wird.

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      1. GekreuzSIEGT Moderatorin - Sandra

        Hallo Benny,

        es beeindruckt mich, wie intensiv Du Dich mit der Bibel befasst. Es erfreut mein Herz. Ich habe gestern Abend einen fantastischen Artikel über “Die Frau aus Sprüche 31″ in der neuen Lydia gelesen. Da geht es u.a. darum, dass wir Christen durchaus auch Dinge aus der Bibel herauslesen, die da so gar nicht stehen. Die Frau aus Sprüche 31 ist gar keine Superwoman, die rund um die Uhr PERFEKT agiert, sie ist eine Frau, die Dinge mit MUT tut …, was sich auch auf EINE Sache beziehen kann. 

        Jetzt will ich nicht vom Thema ablenken, aber dieser Artikel hat mir gezeigt, dass man die Bibel und ihre Geschichten natürlich auch subjektiv liest und analysiert. Das lässt sich gar nicht verhindern. 

        Wichtig ist, dass wir Jesus mit ganzem Herzen folgen, ihm treu dienen und an ihn glauben. Ein lebendiger Austausch über die Bibel kann da doch nur weiterhelfen. 

        Sandra 

        Antworten
        1. De Benny

          Hallo Sandra,

          ja, Du hast Recht. Viel ist subjektiv. Nur wenn Klaus schreibt, daß alles ganz klar ist, dann schreib ich halt, wieso ich das anders seh. Ich wollte ursprünglich auch gar nicht so ne riesige Auseinandersetzung starten. Ich hab den Artikel gelesen und mich daran erinnert, daß ich mich mit der Zachäusgeschichte mal näher befaßt habe, und diese alternative Auslegung vorstellen. Wenn jetzt manche nachfragen, antworte ich. Und wenn andere mich einfach abkanzeln wollen, dann hab ich darauf auch ne Antwort.

          Nichts für ungut. :)

          Gottes Segen

          Antworten
          1. GekreuzSIEGT Moderatorin - Sandra

            Hi Benny, 

            es ist doch gut, wenn Menschen sich miteinander und mit der Bibel auseinandersetzen. Ich finde das toll. 

            Manche Menschen setzen sich im Restaurant zusammen und diskutieren, andere diskutieren auf Blogs. Hauptsache, es bleibt höflich und anständig. Dann ist das lebendige Diskussion.

            Dir auch Gottes Segen. 

            Antworten
  7. Klaus

    Ja, Jesus reichte dem Zachäus die Hand und zog ihn da raus mit seiner Kraft und das er diese Hand annahm, war ein Neubeginn für Zachhäus. Nicht nur ein Neubeginn, sondern auch ein neues Leben, denn er war eine neue Kreatur geworden.

    Antworten
  8. Klaus

    Genau :) Und da steht auch: "Und er stieg eilends herab und nahm ihn auf mit Freuden." (Lukas 19:2). Er hatte sein altes Leben satt und suchte von ganzem Herzen eine persönliche Beziehung mit Jesus. Diese Beziehung zu haben und die Sehnsucht danach, dass diese Beziehung immer tiefer wird ist das, was alle "neuen Kreaturen" von denen unterscheidet, die noch "alte Kreatur" sind, auch wenn sie sich als "christlich" bezeichnen.

    Antworten
    1. De Benny

      Er hatte sein altes Leben satt

      Wo steht denn, daß sein altes Leben anders aussah? Er suchte doch von Anfang an, Jesus zu sehen, Ihm zu begegnen, rannte durch die Stadt und kletterte wie Kinder auf einen Baum…

       

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    1. De Benny

      Niemand sagt, das römische System sei gut gewesen. Aber auch nicht schlecht. Es ist wohl wie mit allen Steuer- und Zollsystemen: Für denjenigen, der zahlt, können sie nicht niedrig genug sein. Und die Finanzbeamten sind per se "Raubritter"…

      Zachäus macht zwei Aussagen: EIne betrifft die Gaben an die Armen. Das ist das, was ein jüdischer Gerechter tut. Er gibt Almosen. Insofern ist er dem Handeln nach ein guter Jude.

      Bleibt das andere Problem. Er ist Zöllner. Das ist ungefähr so, als wenn heute jemand drogenabhängig ist oder Punker oder so. Mit "solchen" Menschen hat ein "anständiger" Gläubiger keinen Umgang.

      Das widerspricht der Vorstellung, daß er ein Gerechter sein könnte. Nur gibt er eben doch Almosen. Einziger Ausweg für die Vorurteile: Er ist Zöllner, das heißt doch, er haut jeden übers Ohr! Also ist er ein Halsabschneider. Also kann er kein Gerechter sein!

      Jetzt ist es aber so, daß er die entsprechende Atrafe auf sich nimmt und sie immer zahlt.

      Nur: Wieso wurde überhaupt mal jemand übers Ohr gehauen, wenn Zachäus doch so dufte ist?

      Dazu ein bißchen Background. Zöllner waren damals keine STaatsbeamten, sondern Unternehmer. Sie pachteten das Recht, Abgaben, wie Zölle und Steuern, einzutreiben, in einem bestimmten Gebiet. Jericho war in dem Fall ne ganz rentable Nummer, weil es an der Grenze des römischen Reiches lag und ne Handelsrute durch ging, die weiter nach Jerusalem führte, aber auch in andere Landesteile. Dort die Zölle zu kassieren brachte sicherlich fiel ein. Allerdings kostete die Pacht auch einiges. Der Vorteil für den Staat war: Er hatte das Geld gleich, statt erst später und das Risiko eines Ausfalls, etwa durch Schließung der Grenzen oder sonstigen Rückgang des Handels lag beim Pächter. Der Pächter hatte den Vorteil, daß er Geld verdienen konnte. Es konnte ein lukratives Geschäft sein.

      Jetzt mußte der Pächter (der reich war und sicher nicht selbst am Zoll saß, sondern dafür seine Angestellten hatte) zusehen, daß die Ausgaben auch wieder herein kamen. Wie gesagt, der Betrag mußte im Voraus entrichtet werden, das heißt, der Pächter mußte zusehen, daß das Geld reinkommt, von dem er leben kann (und auch seine Angestellten bezahlte).

      Dabei ist es durchaus möglich, daß es mal zu Engpässen kam, weil nicht so viel rein kam wie müßte, um die Angestellten zu bezahlen. Da kann der ein oder andere Angestellte ja denken, wenn das nicht so läuft, hält er sich an den Händlern schadlos. Beziehungsweise gibt es überall unehrliche Leute, sicher auch unter den Angestellten. Wenn die jemanden übers Ohr gehauen haben, dann haftet erst einmal die Firma. Dann hat die Firma jemanden betrogen. Und die Firma Zachäus hat die entsprechenden gesetzlichen Strafen gezahlt.

      Eine weitere Möglichkeit ist, daß alle Angestellten auch ehrliche Leute waren. Nur ist es so, daß die Zöllner die gehandelten Waren bewerten mußten. Heute haben die Zollbeamten Listen dazu, früher wahrscheinlich auch schon, aber die Waren waren nicht industriell gefertigt und von sehr unterschiedlicher Qualität und Größe. Vielleicht wurde auch einmal ein Privateigentum als Handelsgut angesehen und Zoll erhoben (erinnert sich wer, daß man bei im Urlaub gekauften Klamotten die Preiszettel abmachen soll, damit man am Zoll sagen kann, es sind eigene KLamotten und keien Handelsgüter?). Da können Fehler passieren. Und jeder solcher Fehler ist ein Betrug, und zwar einer, von dem der Zöllner wußte. Schließlich weiß er, was er wofür verlangt. Aber es ist eben ein Fehler. Damit das nicht einreißt, gab es drakonische Strafen (aus späteren Zeiten sind noch höhere STrafzahlungen bekannt).

      Zachäus hat diese Strafen gezahlt. Wie es sich für einen ehrlichen Bürger gehört. Aber ganz verhindern hätte er diese Fehler wohl nicht können, wie man auch heute in keinem Beruf sichergehen kann, daß es nie zu Fehlern kommt.

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  9. Klaus

    Wer wirklich eine persönliche Beziehung mit Jesus hat, weiß genau, was damals im Hause Zachhäus abgegangen ist. Er weiß genau warum Zachäus eilends ging und auch warum er ihn mit Freuden aufnahm, weil er sich daran erinnern wird, dass seine eigene Beziehung mit Jesus nicht anders begonnen hat. – Manche haben diese Erfahrung hinter sich, andere noch vor sich. Und wie das Ergebnis dieser Begegnung mit Jesus aussieht, hängt  halt vom Einzelnen ab. Damals in der Bibel und heute. Es hat sich nichts geändert, weil unsere Gottheit nicht verändert hat, Gott der Vater nicht, Jesus nicht und auch der Heilige Geist nicht.

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  10. ellla

    Die Episode mit Zachäus machte mir klar, dass man als sündiger Mensch, erstmal durch die Menschenmenge muss um auf den Weg zum Heil zu gelangen. Ganz nebenbei scheint Zachäus bereits erwählt zu sein. Alle folgenden Handlungsweisen sind Produkt des Willen Gottes.

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  11. Dori

    Im Lukasevangelium ist die Stadt Jericho einer der letzten Städte, in den Jesus sich vor seiner Verurteilung aufhält. Er war nämlich auf seiner letzten Reise nach Jerusalem und wusste, was ihm dort blühen würde. Wenn er hier von Rettung und Heil spricht für Zachäus dann hat das seinen ganz besonderen Grund. Jesus war Jude, Zachäus war Jude, Jesus predigte in erster Linie seinen Lands- und Glaubensgeschwistern. Darauf weist auch mit den Worten "Abrahams Sohn=Zachäus=einer der Nachfahren" hin. Für Juden ist es immanent wichtig, sich ihrer Glaubensherkunft bewusst zu sein und die Gebote zu halten! Zachäus, als Zollpächter war weit entfernt die Gebote zu halten, denn er war ein Abzocker vor dem Herrn. Er nahm die Leute zu seinem Vorteil aus, selbst wenn der römische Staat ihn dazu befugte, hätte er als frommer Jude niemals einen der Seinen übervorteilen dürfen. Das war Sünde! Aber allein die Tatsache, dass er sich mit den Römern als Arbeitgeber einließ, war schon Sünde genug. Egal, kommen wir auf das Wesentliche zurück!

    Jesus ist also auf seinem letzten Marsch, bevor er hingerichtet wird. Selbst da vergisst er sich, um noch einen zu retten aus der Verkehrtheit seines Lebens. Aber er tut dies nicht um seinetwillen. Er macht auch den Zachäus nicht nieder und rügt und droht ihm: "Pass nur auf, wenn du mal stirbst, dann wird´s dir vor Gott aber schlecht ergehen!" Im Gegenteil, er will bei ihm zu Gast sein. Zachäus, der selbst weiß, was für ein Schuft er ist, nimmt ihn freudig mit. Der Rabbi selbst lädt sich bei ihm ein. Diese Zuwendung von Jesus eröffnet ihm die Möglichkeit sich zu ändern, er hat wieder Hoffnung, sein vertraktes Leben noch mal rumzureißen und wieder auf den Pfad seines angestammten jüdischen Glaubens zurückzukehren. Mehr noch: Jesus Christus selbst ist der Weg zu seinem Heil! Für Juden der damaligen Zeit war das ein Affront, weil Jesus sich selbst als Sündenvergeber ausgab. Und er tat dies mit seiner Aufmerksamkeit und Liebe – nicht mit Hass. Das muss man erstmal verstehen. 

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  12. bruder wolfgang

    vielen dank für dieses doch sehr aufschlussreiche gespräch. ich bin froh darum, denn nur allzuoft habe ich in meinem leben sozusagen nur fromme "floskeln" wiederholt. für mich ist jesus jemand, der menschen die außerhalb der "menschheitsfamilie" stehen wieder reinholt – zächäus gehört doch ureigentlich dazu. sünde – bedeutet doch eigentlich getrenntsein von gott und ich sage auch von menschen – wenn ich menschen mit vorurteilen begegne und ihnen deutlich mache – du gehörst nicht dazu ist das auch sünde……nichts ist wichtiger für einen menschen wie geliebt zu sein – du gehörst dazu……. – da geschieht doch heil bzw. rettung wo die liebe wohnt – die moralische kategorie mit der wir menschen allzuleicht belegen ist hier wie in allen begegnungen die jesus mit menschen hatte und immer noch hat nicht angesagt….lieben gruß wolfgang

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