Jeder Mensch ist einzigartig – behandle ihn auch so!

Copyright: Andrea Kusajda / pixelio.de

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Wenn ich mir das Leben von Jesus in der Bibel anschaue, dann fällt mir immer wieder neu auf, dass er an den Lebensgeschichten der einzelnen Menschen, sehr interessiert war. Er hörte jedem aufmerksam zu, sah ihn ganz persönlich und
individuell. 

Jesus ist war kein Typ für Standardlösungen und Pauschalrezepte. Und genau deshalb bekam er
immer wieder Stress mit Leuten, die gern allgemeingültige Regeln aufstellen:

"So lautet das Gesetz – darum muss jetzt genau dieses und jenes passieren!" 

Jesus sah das anders! Er sagte dazu:

"Nein, ihr verwechselt da was. Der Mensch ist nicht für die Gesetze da, die Gesetze sind für den Menschen da!" (lies mal Römer 7)


Auf Klartext:

Schere nicht alle über einen Kamm, sondern akzeptiere und respektiere, dass jeder Mensch anders gestrickt ist – einzigartig – behandle ihn auch so. Schau, was diesem Menschen gut tut und was er braucht.


Da kommt z.B. ein blinder Mensch zu Jesus – was braucht der wohl? – "Na, der will wieder sehen!", würden wohl die meisten von uns antworten. Aber Jesus fragt ihn erstmal: "Was willst Du? Was soll ich für Dich tun?" vgl. Lukas 18, 41

Jeder Mensch hat die Freiheit zu entscheiden und selbst mitzuteilen, was er sich wünscht – was ihm am Herzen liegt, was ihm fehlt!


Ich glaube, viele Menschen wissen das, aber sie leben es nicht und das finde ich schade.

Vielleicht kann ich mit meinem Blog ein bisschen zum Umdenken beitragen, das ist mein Wunsch!

Auch ich selbst muss mich immer wieder neu dran erinnern, dass andere Menschen anders gestrickt sind als ich. Sie denken, reagieren und handeln oft anders, als ich es tun würde. Dennoch sollte ich nicht pauschal bewerten und etwas als richtig oder falsch hinstellen. 


Nehmen wir ein Beispiel: Scheidung. 

Natürlich ist die Ehe eine ganz besondere und wertvolle Verbindung zwischen zwei Menschen, um die man kämpfen sollte. Doch was ist, wenn die Frau erlebt, dass der Mann die Kinder sexuell missbraucht und sie womöglich jeden Abend schlägt?! Dann wäre es absolut unmenschlich und dumm, dieser Frau zu raten, bei ihrem Mann zu bleiben!

"Nimm Deine Kinder und geh so schnell wie möglich weg von ihm – bring Dich in Sicherheit!", das wäre mein dringender Rat an diese Frau. Wenn der Mann uneinsichtig ist, feige … Wer kann es der Frau verdenken, dass sie die Scheidung will?

Wer kann erwarten, dass die Kinder später ihren "Vater ehren" – der ihre Kindheit und ihre Seele mit Füßen getreten hat … der ihnen schwere Verletzungen zugefügt hat?! Möglicherweise wäre es wünschenswert,  wenn sie ihm irgendwann vergeben können, um sich selbst ein Stück weit frei zu machen, aber "ehre" ist wohl das letzte, was ihnen zu diesem Mann einfällt! 

Ja, es mag sein, dass es einige wenige doch schaffen, diesen Mann zu ehren – mit Gottes Hilfe.
Aber das schaffen nur sehr wenige … Ein Gesetz kann und darf man daraus nicht machen.


Jesus hat mehrmals gesellschaftliche Normen und Gesetze missachtet – nicht, weil er sie abschaffen wollte oder weil er auf Rebell gebürstet war, sondern weil es für ihn ein Gebot gab, dem alle anderen untergeordnet werden sollten: die Freiheit der Liebe! - 2. Korinther 3, 17


Anderes, bekanntes Beispiel – die Sache mit dem Sabbat – zu lesen im Lukas 13, 10 – 17.

Der Sabbat war ein Ruhetag; Füße hoch, nix machen, außer Gott lauschen …

Doch was, wenn plötzlich jemand Hilfe braucht? Für Jesus keine Frage, der steht auf, geht zu diesem Menschen und hilft, wo und wie er kann.

Denn mal ehrlich, nur weil es dieses und jenes Gesetz gibt, darf man es nicht über die Freiheit und Würde des Einzelnen stellen. Niemand darf aufgrund eines Gesetzes Leid, Not oder Schmerzen erleben – wenn das so ist, dann läuft gewaltig was falsch!

 

Gott behandelt nicht jeden Menschen gleich, er behandelt jeden Menschen individuell, weil jeder von uns einzigartig ist!

Und diese Tatsache, die mehrfach in der Bibel zu lesen ist, dürfen wir niemals vergessen! Was Gott tut oder nicht tut, lässt sich nicht mit irgendwelchen Formeln ausrechnen und man darf ihn in keine Schablone pressen. Und so so kann man auch nicht sagen:
 

  • "Du musst regelmäßig in der Bibel lesen!"
  • "Du musst den Obdachlosen helfen!"
  • "Du musst zu bestimmten Zeiten beten!"
  • "Du musst in diese Gemeinde gehen, sie ist so gut!"
  • "Du musst Dir ganz viel Lobpreismusik anhören!"
  • "Du musst Dich ganz schnell taufen lassen!" 

"Du musst, Du musst, Du musst, Du musst, Du musst, Du …. "

Jeder dieser Aspekte kann in bestimmten Situationen, bei bestimmten Menschen, durchaus segensreich sein – andere brauchen etwas völlig Anderes …

Traue Gott zu, dass er seine Liebe über jede Regel stellt und das er bei anderen Menschen ganz anders handelt als bei Dir, um die Liebe und den Glauben zu fördern!


Glaube sollte sich selbstständig entwickeln können, ohne irgendwelchen festen Strukturen zu folgen. Natürlich ist es gut und auch wichtig, jemandem Rat zu geben, Unterstützung anzubieten – aber ob er das annimmt und umsetzt, das muss jeder Mensch für sich entscheiden.

Schon in den ersten Kapiteln der Bibel lässt Gott die Menschen selbstständig denken und handeln, weil sie nur dann eine ernsthafte Entscheidung für ein Leben mit Gott treffen können.


Gott lädt Menschen ein, ihn auf verschiedene Art und Weise kennenzulernen, ganz ohne Zwang und Druck. Tun wir das doch bitte auch bei unseren Mitmenschen!

Erzähle ihnen von Deinem Glauben, aber lass ihnen Zeit und vor allem die Entscheidung, ob sie Deinen Glauben teilen, ob sie mehr darüber erfahren möchten oder nicht.

Ich wünsch Dir alles Gute und fetten Segen!

Deine Mandy
 

 


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Dieser Beitrag wurde am 16. Januar 2014 veröffentlicht.

18 Gedanken zu „Jeder Mensch ist einzigartig – behandle ihn auch so!

  1. Corinna

    Ganz genau so ist Jesus. Leider sind wenige Christen so. Sie entscheiden nicht individuell sondern sehen die Bibel wie eine Gebrauchsanweisung. Als wären wir Menschen eine Serie.

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  2. Sonja S.

    Es ist immer so schön und befreiend, was Du schreibst, liebe Mandy, in keiner Weise "engstirnig". Das gefällt mir ganz besonders. Ich spüre aus Deinen Worten, dass Du Dir den Glauben nicht nur angelesen oder angeeignet hast, sondern durch und durch davon erfüllt bist. Da ist nichts Angstmachendes oder Abschreckendes, gerade für Menschen, die noch zu Gott finden wollen. Wunderbar.

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  3. Sonja S.

    Vielleicht sollte ich noch sagen, dass ich durch einen Hauskreis für ca. 10 Jahre vom Glauben abgefallen bin, weil man mir mit angstmachenden Vorschriften kam.

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  4. Gerhard Lenz

    Habe gestern dazu einige Gedanken auf Kath.net gefunden, die gut zu Mandys Artikel passen: "Bitte passen wir auf, dass wir unserem Diskussionspartner – auch und gerade im Internet! – gegenüber respektvoll bleiben und es nicht aus einem Ärger heraus dem Anderen zu leicht machen, die Kirche (und jeder von uns steht für sie!) als eine menschenverachtende RTL-Castingshow zu betrachten, die Personen diskriminiert – und das alles unter dem Deckmäntelchen der Liebe – was wirklich abstoßend wäre. Gott selbst erschlägt uns nicht mit seiner Wahrheit, was sollte uns also das Recht geben, das bei anderen Menschen zu versuchen? Beten wir, bleiben wir geduldig, stehen wir Rede und Antwort, bitten wir um Verzeihung, wenn wir lieblos geworden sind, auch, wenn der andere noch zehnmal liebloser erscheint. Es kann sonst passieren, dass wir zwar sehr richtige Dinge sagen, aber (mit) schuld daran sind, wenn ein anderer diese nicht einmal soweit an sich heranlassen kann, um kurz darüber nachzudenken. Sollte das, was wir sagen, weiterhin unerwünscht sein, beißen wir uns nicht fest, sondern schütteln den Staub von den Füßen und gehen weiter – und das bitte, ohne die beleidigte Leberwurst zu spielen!"

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  5. Miriam

    Das hat mich gerade sehr deftig getroffen! Ich stehe gerade mal wieder, wie schon oft vor der Situation, das jemand, der mir wichtig ist, das Leben hinschmeißen will und sich gegen die Option Gott oder wenigstens einfach mal Jugendkreis sträubt und das patout nicht will…. es ist oft echt schwer, dann geduldig zu bleiben und Gott so doll zu vertrauen, dass man nicht zu sehr drängelt.

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  6. Rosemarie

    Danke für diesen Artikel Mandy, ist wie für mich gemacht, genau damit habe ich oft Probleme, danke für die guten Denkanstösse!

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  7. Edith

    LiebeMandy

    Dein heutiger Artikel ist wieder – für mich betrachtet – sehr sehr wertvoll. Er bestätigt mir wieder, dass es sinnvoll ist, häufiger in der Bibel zu lesen. Selbst konnte ich beobachten, dass ich durch Gebete ebenfalls viel erreichen kann.  Man kann zwar versuchen durch Gespräche Menschen zum Glauben hinzuführen, doch was sie persönlich daraus machen ist ihre eigene persönliche Entscheidung.

    Eine Bekannte von mir wurde nicht christlich erzogen und sie fragte mich, wie ich eigentlich mit seelischen Problemen fertig werde. Ich erklärte ihr, dass ich dann zu Gott bete und ihn in diesem Gebet um Hilfe bitte, dass er mir die Kraft gibt, damit fertig zu werden. Sie hat mich gebeten, dass sie doch gerne mal in meiner Bibel lesen möchte. Während dieser Zeit habe ich gebetet, dass ich sie gerne mal am heiligen Abend mit in die Kirche mitnehmen möchte. Sie selbst sagte zu mir "Nimm mich bitte am heiligen Abend mit in die Kirche ich will an diesem Gottesdienst teilnehmen". Sie hat sich sehr gefreut, dass ich sie mitgenommen habe und wir gingen zufrieden und glücklich nach dem Gottesdienst wieder nach Hause. Ihr Leben hat sich sehr verändert und sie sagte zu mir sie ist mir sehr dankbar, dass ich sie zum Glauben hingeführt habe.

    In Deinem heutigen Beitrag ist mir während des Lesens das alles wieder eingefallen und ich kann sagen, dass man mit Gebeten wirklich sehr sehr viel erreichen kann. Natürlich danke ich Gott in Gebeten für seine Hilfe, denn ich spüre ja, dass er mir das gibt, worum ich ihn gebeten habe.

    Mandy bitte mach weiter so und vieln Dank, dass es Dich gibt.

    Ich wünsche Dir und Deinem Team einen glücklichen segensreichen Tag.

    Liebe Grüße von Edith

     

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  8. CARSTEN Beschorner

    Genau da haste mir aus der Seele geschrieben. Ich habe mich auch scheiden lassen weil bei uns Gewalt war und Kindesmissbrauch und die Baptisten-Kirche hat es nicht verstanden

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  9. Angelika

    Genau getroffen, Mandy, das ist die wahre Freiheit des Glaubens und wir erkennen in ihr die unendliche Liebe und Wertschätzung Gottes seinen KINDERN gegenüber. Danke, Mandy, mit diesem Impuls gehe ich befreit und zuversichtlich in die neue Woche. Fühl dich umarmt…

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  10. Kitschautorin

    Sehr schöner Text. Leider halten sich viele Christen nicht dran. Stichwort Homosexualität (und Andersgläubige).

    (Nein, ich sage von mir nicht, dass ich mich immer korrekt verhalte, bevor mir irgendwer damit kommt.)

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    1. Sandra

      Bei allem Ansporn dürfen wir auch nicht vergessen, dass wir auch uns selbst nicht verurteilen sollen. Wir sollen reflektieren und uns unserer Sünden bewusst werden. Und wir dürfen zu Jesus immer wieder so kommen, wie wir sind. Und ihn um Vergebung bitten. 

      Das Argument vieler Menschen … "wenn DAS Christen sind, will ich lieber keiner werden" ist in meinen Augen auch oft eine Ausrede. Es ist immer sinnvoll, sich mit der BIBEL und mit JESUS zu beschäftigen. Wir werden immer wieder angespornt, uns anständig zu verhalten, weil viele Menschen eben NICHT die Bibel lesen, sondern – wie es unser Pastor gestern sagte – das 5. Evangelium (=die Christen). 

      Es kann gar nicht genug Ansporn geben. 

      Aber in all dem darf man sich auch nicht zerfleischen, wenn man Fehler macht. 

      Über allem steht immer wieder die LIEBE. Die Menschen, die ohne Liebe durch das Leben laufen, haben oft oder gar immer ein großes Päckchen zu tragen. Dies anzunehmen ist eine tägliche Herausforderung. Für die Person selbst, aber eben auch für ihr Gegenüber. 

       

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