Heute ist Reformationstag!

Dieser Tag hat nix mit den gruselig verkleideten Kindern da draußen zu tun … was dann?

Der Reformationstag soll an den Tag erinnern, an dem die evangelische Kirche durchstartete. Bis vor ca. 500 Jahren gehörten alle Christen einer Kirche an und ihr Chef und Oberhaupt war der Papst. Es gab im Grunde nur die katholische Kirche. 

Katholisch bedeutet von seinem griechischen Ursprung her "das Ganze betreffend" oder "allgemein".


Im Jahr 1517 – also im Mittelalter – gab es dann einen Streit.

Martin Luther, ein Mönch, war 34 Jahre alt und Christ. Damals einer der wenigen Menschen, die überhaupt lesen konnten und dazu noch Fremdsprachen beherrschten. Martin las die Bibel, er studierte sie und kam zu dem Entschluss, dass er einiges darin ganz anders verstand, als der Papst und die Pfarrer in den Kirchen es lehrten.

Er hielt einige Glaubensansätze für falsch und so manche Lebensregel, die der Papst aufstellte, die fand er in der Bibel gar nicht erst. Deshalb setzte er sich in der Kirche dafür ein einiges zu reformieren. Reformieren bedeutet erneuern / verändern.

 

Der Papst erzählte z.B. damals, dass die Christen für jede Sünde nach dem Tod im Fegefeuer büßen müssen. Viele Menschen hatten eine Heidenangst davor. Nur wer Geld hatte, war gut dran. Denn der Papst verfasste teure Ablassbriefe. Den Käufern versprach er die Vergebung der Sünden. Nur wer reich war, hatte also eine Chance, sich von seinen Sünden zu befreien und dem Fegefeuer zu entkommen. Mit dem Geld, was der Papst durch die Ablassebriefe kassierte, baute er ne riesen Kirche, den Petersdom in Rom.

Als Martin die Bibel studierte, erkannte er, dass Jesus genau wegen der Sünden der Menschen gekommen war: um ihnen den Weg zu Gott – den Weg in echte Freiheit zu zeigen und ihnen zu sagen, wie Gott wirklich drauf ist. Jesus wollte keine Kohle, er wollte eine echte Beziehung zu den Menschen, die von Liebe und Vertrauen geprägt ist.
 

"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich."

Johannes 14, 6 Luther Bibel

Auch andere Ansichten vom Papst hielt Martin für falsch. Seine Ideen und Vorschläge schrieb er in 95 Thesen auf. Diese lange Liste hängte er in der Stadt Wittenberg, wo er lebte, öffentlich aus. Das waren heiße Zeiten, denn eine hitzige Diskussion brach aus.

Dem Papst und vielen Christen ging das gewaltig gegen den Strich. Doch andere Gläubige stimmten Martin Luther zu. Sie schlossen sich seinem Protest an und leiteten als Protestanten die Reformation ein. Die Veränderungen führten bald zur Gründung einer neuen Glaubensrichtung im Christentum. Das ist die evangelische Kirche.


Eigentlich wollte Martin keine komplett neue Kirche gründen, sondern die Kirche erneuern!

Er wollte auf den Ursprung zurück – Back to the roots – zurück zu dem, was wirklich in der Bibel steht und was Jesus den Menschen gelehrt und gezeigt hat. Wahrscheinlich findet sich auch heute kaum ein Katholik, der die katholische Kirche von damals zurück haben will.

Und da es die Bibel damals nur in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache gab, machte sich Martin die Mühe die komplette Bibel auf deutsch zu übersetzen. So hatten die Menschen in Deutschland, die lesen konnten, die Möglichkeit nachzulesen, was wirklich in der Bibel steht, und mit dem abzuchecken, was ihnen der Pfarrer im Gottesdienst erzählt.

 

Dazu möchte ich heute am Reformationstag aufrufen:

Stimmt Dein Leben mit Deinem Glauben überein? Oder braucht Dein Leben (wieder einmal) eine Reformation?

 

Denk mal drüber nach!

Fetten Segen
Deine Mandy
 


Filmtipp, nicht nur für heute:

 


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Dieser Beitrag wurde am 31. Oktober 2013 veröffentlicht.

71 Gedanken zu „Heute ist Reformationstag!

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  1. Christina

    Mir steht es nicht zu Luther zu verurteilen, aber ich kann Sebastian da nur zustimmen. Einen Mann Ehre zu erweisen der, obwohl er die Bibel fast auswendig hätte kennen müssen und mit Sicherheit Jesu Worte in sich aufgenommen hat, so grauenhafte Dinge unterstützt hat – kann ich nicht.
    Das wäre fast wie den Lichtbringer, der sich schön und gut zeigen wird bis er sein wahres Gesicht zeigt, Ehre zu erweisen, weil er ja vorher Gutes getan hat. Judenverfolgung, Hexen…. hm, ich weiß nicht.
    Ich fühle mich dabei nicht wohl, den Reformationstag zu feiern.
    Vorallem weil es für Nachfolger ein eher unwichtiger Tag sein sollte, denn Jesus hat keine Kirche gegründet. Das waren Menschen die aus seiner Nachfolge etwas fürchterliches gemacht haben.

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    1. Karin

      Der, der ohne Schuld ist werfe den ersten Stein.
      So wie Luther fehler machte und nicht perfekt war, so sind auch wir es nicht. Genauso wie auch die Bischöfe oder der Papst.

      Er machte die Bibel zugänglich und schob der Ausbeutung der kath. Kirche den riegel vor. Das ist eine gute Sache und sicher wurde er von Gott dazu gebraucht. Dafür sollten wir Gott dankbar sein, oder?

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      1. Sebastian

        Ja, klar: er hatte gute und schlechte Seiten. Dem Volk die Bibel zugänglich zu machen war definitiv eine gute.

        Aber ich finde es – in welche Richtung auch immer – verkehrt, nur das Eine zu sehen und das Andere auszublenden. Darum ging es mir.

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        1. Mandy Artikelautor

          Hallo Sebastian. 

          In meinem Blogbeitrag geht es um die Erklärung des Reformationstags. Kurz und prägnant. Es geht dabei um Luther und wie er Kirche verändert hat – es geht nicht um die Person Luther im Allgemeinen. Wenn ich über Luther und sein Leben schreiben würde, würden gute und weniger gute Seiten von ihm erwähnt.  ;-) die Person Luther im ganzen.

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    1. Helga

      Nein! Diese Seite wird nicht bejubelt, aber auch nicht verschwiegen. Aber gerade jetzt ist das Jubeln über die Verdienste dran! ;-)

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  2. Martina

    Luther wollte die Kirche reformieren, keine neue Kirche gründen. Schade, das es zur Trennung kam. Es hat zu lange gedauert, bis die katholische Kirche im Zweiten Vatikanischen Konzil so gut wie alle Vorschläge der diversen Reformatoren eingepflegt hat. Es gibt so große Unterschiede wie damals nicht mehr. Die Frage ist die Leitung: Johannes Paul II stellte sie zur Debatte, Benedikt XVI und Franziskus ebenso. Aber von evangelische Seite kam wenig zurück. Ist die Abgrenzung wichtiger als die Einheit? Oder geht es allein um die Macht? 50 % der Bischöfe könnten wir einsparen, viele “Sesselfurzer-Jobs” ebenfalls. Wenn ein Jesuit eher mit Evangelikalen über Lobpreis, Mission und Glaubenszeugnis sprechen kann als mit Katholiken und sein Priesteramt kommentarlos akzeptiert wird, stimmt was im Grund nicht! Waren wir nicht schon weiter? :(

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  3. Stephanie

    Martin Luther war auch der Überzeugung dass jedes Mädchen und jeder Junge lesen, schreiben und rechnen können muß, dass jeder die Bibel selber lesen kann und verstehen kann. Er hat unsere heutige neuhochdeutsche Sprache gefördert, denn es gab viele Fürstentümer und Gegenden, in denen Sprachen gesprochen wurden, die keiner von außerhalb verstsnd, wie friesisch oder bayrisch. Im verdanken wir unsere heutige neuhochdeutsche Sprache. Er war auch der erste der die soziale Marktwirtschaft predigte. Das wissen nur wenige.

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  4. Stephanie

    Durch die Reformation hat sich allmählich dankenswerterweise mehr Humanität und Freiheit in Deutschland insgesamt ausgebreitet. Auch ein Grund zum Feiern.

    Martin Luther war auch ein Wegbereiter der sozialen Marktwirtschaft.: Bis heute ist sie ja die beste Wirtschaftsform. Sie verbindet den Einsatz und die Leistung Engagierter und Tüchtiger recht optimal mit der christlichen Fürsorge für die sozial Schwächeren. Gewöhnlich verbreitet sie sozialen Wohlstand.

    Luthers Reformation förderte erfolgreich auch Gesang, Kirchenlieder und Instrumentalmusik. Denken wir an Johann Sebastian Bach. Vor allem hat Martin Luther das allgemeine Schulwesen für alle gefordert und umgesetzt. Nicht nur eine Elite, sondern alle Mädchen und Jungen sollten lesen und schreiben und rechnen können und eine wäre haben. Alle sollten auch die Bibel selbst lesen und verstehen können.

    Relativ unbekannt ist aber bisher, dass das Entstehen unserer neuhochdeutschen Sprache von Martin Luther stark beeinflusst wurde. Ihm verdanken wir Wesentliches, was unser gemeinsames Hochdeutsch und damit auch unsere nationale Identität betrifft. Darauf möchte ich heute Ihre Gedanken lenken. Vor Luther gab es nur Kanzlei-Sprachen und Lateinisch als Sprache des Rechts, der Theologie und der Wissenschaft. Sonst haben sich die Deutschen je nach ihren Wohnorten und Stammesgebieten verständigt. Überregional gab es meistens Verständigungs-Schwierigkeiten zwischen bayrischem Dialekt bis friesischer Sprache, von Kölsch bis Sächsisch.

    Martin Luther hatte sein reformatorisches Erlebnis beim Bibellesen gehabt. Beim Bibellesen kann man Gottes Nähe spüren. Das das gehört seitdem zum evangelischen Glauben. Als Konsequenz davon hat Luther das hebräische Alte Testament und das griechische Neue Testament verständlich und mit Begeisterung sehr fleißig und sehr engagiert übersetzt. Es gab vorher wie gesagt schon bescheidene, holperige deutsche Übersetzungen. Luther war aber nicht nur der bedeutendste Theologe, sondern auch ein Sprachgenie. Vor allem hat er danach gefragt wie ein Normalbürger den Text übersetzen würde und verstehen kann. Das hat er im Sendbrief vom Dolmetschen deftig formuliert: Man muss der Mutter, den Kindern und dem Mann auf der Straße “aufs Maul schauen wie sie reden und danach übersetzen.” Man kann nach Luther zum Beispiel einen Vers wörtlich übersetzen: “Warum ist diese Verlierung der Salbe geschehen?” Gutes Deutsch aber ist: “Es ist schade um die Salbe.” Wer übersetzen will, muss nach Luther: “Kunst, Fleiß, Vernunft, Verstand und einen großen Vorrat an Worten haben.” Diese Fähigkeiten hat Luther für die Übersetzung eingesetzt und auch Freunde wie Melanchthon mit eingespannt. Nach manchen passenden Wörtern hat er wochenlang gesucht. Viele neue Wörter hat er zusätzlich erfunden, wie zum Beispiel: “auf immer und ewig, friedfertig, Nächstenliebe, ein Herz und eine Seele, Judaslohn und Ebenbild.” Manchmal hat er zur Betonung Wörter hinzugefügt. Nicht nur “aus Gnade gerecht” hat er geschrieben, sondern “allein aus Gnade gerecht.”

    Martin Luther ist die Übersetzung der ganzen Bibel so genial gelungen, dass durch seine Übersetzung und die weite Verbreitung seiner Bibel allmählich in ganz Deutschland unser Hochdeutsch als zentrale Sprache gefördert wurde. Man kann sogar sagen: “Bis Goethe hatte jeder Dichter seine Luther-Bibel im Kopf.” Er hat das Hochdeutsch gefördert, indem er zuerst die sächsische Kanzlei-Sprache verwendet hat. Unglaublich wichtig war danach, dass kurz vor der Reformation Gutenberg den Buchdruck erfand. Eine Bibel brauchte nicht mehr in Monaten per Hand abgeschrieben werden, sondern die Seiten konnten auf dem Druckstock beliebig oft hintereinander bedruckt werden. Übrigens gab es damals auch in Lübeck eine bedeutende Bibeldruckerei der Luther-Bibel. Die Bibel wurde das verbreitetste Buch damals.

    Luther war ein Sprachgenie. Vergleicht nur ein Beispiel die Übersetzung des 23. Psalms (etwa in der Mitte der Bibel) mit anderen alten und modernen Übersetzungen, so merken Sie gewiss den Unterschied. Hier die Übersetzung durch Luther: “Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn Du bist bei mir, Dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar.”

    Kennt ihr eine bessere Übersetzung des Psalm? Welche hat solche Betonung und ist so prägnant und einprägsam? Welche verwendet so starke Bilder und Symbole aus der Tiefenpsychologie?

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  5. Stefan

    Wir feiern heute abend ReformationsFEST! Nach einer Andacht zur Erinnerung an die von Martin Luther angestoßene Reformation essen wir gemeinsam Kürbissuppe und Lutherbrot und trinken dazu ein “eynpökisch Pier” (Einbecker Urbock dunkel, ein Bier, das Luther gerne mal zur Brust genommen hat), sitzen zusammen und klöönen. Wo? – StephanusGemeinde, 30827 Berenbostel, Stephanusstr. 22

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  6. Wolfgang

    Vielleicht sollten sich die Kirchenvertreter wieder einmal mehr mit Luther beschäftigen. Das Weglaufen ihrer “Schäfchen” zeigt deutlich, dass ihre Predigten an ihren “Schäfchen” vorbei gehen!

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    1. Alexandra

      “wie es ihm in den Kram passte”? Wäre nett, wenn da mal Belege kommen, wo Luthers Übersetzung falsch sein soll…
      Ich habe das griechische neue Testament hier und prüfe das gerne nach.
      LG
      Alexandra

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  7. Steffi

    Hier eine Idee, wie wir den Reformationstag seit Jahren bei uns im Dorf feiern und die viele Nachahmer sucht:

    Wir veranstalten ein Lagerfeuerfest von 17-19 Uhr für Jung und Alt auf dem Kirchplatz – ohne Halloweenverkleidung.

    An 4 Lagerfeuern kann man gemütlich sitzen. Es gibt Kürbissuppe aus dem Dreibeintopf, Stockbrot zum selberbacken, Punsch und jede Menge süßen und salzigen Handkuchen von vielen Spendern. Die Jungschar hat stimmungsvolle Lichter gebastelt, an einem Feuer werden Lieder gesungen und es herrscht ein buntes, fröhliches Gewusel.

    Da es der Herbsthöhepunkt der Kinder ist, hat keiner mehr Zeit, um die Straßen unsicher zu machen und die Häuser zu "überfallen" – es wäre eh niemand zuhause, denn jeder geniesst die Suppe auf dem Kirchplatz.

    Wir freuen uns, wenn überall in der Republik aus diesem gruseligen Abend wieder helle Lagerfeuerfeste werden würden.

    Gruß Steffi

     

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  8. Harald

    Der leichtfertige theologische Umgang mit Schuld ist gefährlich. Im Grunde war das auch schon die Sünde der Hohenzollern-Clique, mit der Luther zu tun hatte.

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  9. Walter

    Und die Reformation geht weiter – bis sie wieder zu den Anfängen des Urchristentums kommen wird! 1.. Petrus 2,9 – allgemeine Priesterschaft – jeder der glaubt! Wir brauchen keine Pastoren und keine Priester mehr!- Jeder der an Gott glaubt, ist ein königlicher Priester und kann direkt zu Gott kommen! Ergo müsste heute die Versammlung der Kirchen (Gemeinden) ganz anders aussehen und dazu braucht man keine komischen Gewänder noch Prachtbauten – alles umsonst und dient wieder nur einer Kaste!

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    1. Bianca

      Es hilft sich nicht an den Äußerlichkeiten festzumachen. Unseren Pater nennen wir "Erklärbär" , weil er die Gabe hat auch gerade den Kindern die Bibel ganz bodenständig und auch auf uns heute bezogen, zu erklären. :-) ich möchte auch ungern 100 Leute in meinem Wohnzimmer unterbringen müssen. :P

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      1. Walter

         Wenn du die Geschichte der römisch-katholischen Kirche über die Jahrtausende anschaust – dann kann das niemals der Geist Jesus Christus gewesen sein- aber dein Pater als Mensch kann sicher in Ordnung sein! Ich an seiner Stelle, würde so einem System der Macherhaltung nicht dienen! Und wo zwei oder drei in Jesus Namen beisammen sind – da ist er mitten unter uns! Ob es in einer Wohnung, Saal oder in der Natur ist – es ist eigentlich ganz einfach und man braucht dazu eben keine Prunkbauten die auf Kosten von Menschen – die gar nix hatten – errichtet wurden! Sorry meine Erkenntnis der Geschichte!

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        1. Alexandra

          “System der Machterhaltung”: Das fängt meistens schon damit an, dass jemand über andere richtet – und das finde ich bei Dir. Denn Du stellst Dich damit über die anderen und übst Macht aus. Jesus wollte das auch nicht (vgl. Mt 7,1-5) oder Mt 13,24ff.
          Eine reine und wahre “Urkirche” gab es nie. Schon in der Apostelgeschichte findet man sehr plastisch beschrieben, wie sehr sich die Aposten um zentrale Fragen gestritten haben (z.B. Beschneidung). Wer die Urkirche idealisiert, muss sich fragen lassen, warum? Menschen wahren und sind keine Engel – auch in der Urkirche war das nicht anders: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ (1 Joh 1,8). D.h. auch dort war nicht alles Gold, was glänzt. So what…?

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    1. Harald

      Luthers Leitfrage "Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?" ist aber unverändert aktuell für jeden einzelnen von uns. :-)„smile“-Emoticon

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      1. Hans-Gerd

        Schrieb nicht Walter der Kasper in seinem Katechismus die beruhigenden Worte, daß nirgendwo belegt sei, daß auch nur ein einziger Mensch in der Hölle schmore?

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          1. Hans-Gerd

            Er hat insofern recht, als man von keinem Menschen sagen kann, daß dieser bestimmt in der Hölle sei. Daraus zu schließen, daß es keine Hölle gebe, ist ein Fehlschluß. Die häufigste Rede Jesu im Neuen Testament ist die Gerichtsrede. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wir wissen, daß die Hölle voll ist – aber mit wem genau?

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  10. Harald

    Als Einstieg zu Luther nicht schlecht. Wenn man genauer hinsieht – was sich lohnt! -, dann ist es nicht nur weniger schwarzweiß. Man lernt dann auch sehr viel über das Gewissen und über die Gnade.

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  11. Cornelia

    schade nur das die evangelische kirche im 2 Weltkrieg sich so auf die seite hitlers gestellt hat. :( und auch heute noch läuft nicht alles bei der kirche richtig

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  12. Alois

    „Die Sünde hat nur zwei Orte, wo sie ist. Entweder ist sie bei dir, dass sie dir auf dem Halse liegt, oder sie liegt auf Christus, dem Lamm Gottes. Wenn sie nun dir auf dem Rücken liegt, so bist du verloren; wenn sie aber auf Christus ruhet, so bist du frei und wirst selig. Nun greife zu, welches du willst..“

    Martin Luther

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  13. Rüdiger

    Bleibt noch zu ergänzen, dass Luther sich äußerst negativ über die Juden geäußert hat und sich in der Zeit der Bauernaufstände (in denen sich die Bauern gegen die Unterdrückung und Ausbeutung durch die Fürsten zur Wehr gesetzt hatten), eindeutig auf die Seite der Landesherren geschlagen hat. Er rief dazu auf, man solle die Aufständischen “zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss” (wörtliches Zitat). Und er fährt fort: “Solche wunderlichen Zeiten sind jetzt, daß ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann” Da könnte man doch glatt den Eindruck gewinnen, dass Luther sich auch nicht so ganz an die Evangelien gehalten hat.

    Antworten
  14. Rüdiger

    Bleibt noch zu ergänzen, dass Luther sich äußerst negativ über die Juden geäußert hat und sich in der Zeit der Bauernaufstände (in denen sich die Bauern gegen die Unterdrückung und Ausbeutung durch die Fürsten zur Wehr gesetzt hatten), eindeutig auf die Seite der Landesherren geschlagen hat. Er rief dazu auf, man solle die Aufständischen "zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss" (wörtliches Zitat). Und er fährt fort: "Solche wunderlichen Zeiten sind jetzt, daß ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann" Da könnte man doch glatt den Eindruck gewinnen, dass Luther sich auch nicht so ganz an die Evangelien gehalten hat.

    Antworten
    1. Rüdiger

      Ich möchte mit meinem Beitrag nicht die positiven Impulse abwerten, die Luther zweifelsohne gesetzt hat. Meiner Meinung nach ist es aber auch wichtig zu wissen, dass er auch sehr dunkle Seiten hatte (wie wir eben alle auch).

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      1. L.F.

        Moin Rüdiger,
        danke, dass du die dunklen Seiten kennst und nennst, aber Luther deswegen nicht komplett ablehnst. Ich kenne vor allem die Leute, die seine “dunklen Seiten” ignorieren (oder nicht kennen) oder die Leute, die ihn dafür verachten.
        Ich selber denke so wie du, dass er einfach ein Mensch war wie wir alle auch. Nicht besser und nicht schlechter, sondern mitsamt guten und schlechten Seiten.
        Da Luther ja auch ein kluger Mann war und fand, dass Gottes Liebe bedingungslos für jeden gilt, wäre es ja sogar spannend, zu schauen, warum er so aggressiv gegenüber Juden war. Ich würde niemals Juden verurteilen wollen, aber man kann sich doch wenigstens mit allen Texten und Hintergründen auseinandersetzen und sich ein differenziertes Bild machen können, ohne Angst zu haben, gleich in die Nazi-Schublade gesteckt zu werden.
        Mein Motto: “Prüft alles und das Gute behaltet.” (1 Thess 5,21) :)

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  15. Martina

    Ach ja, Mandy,

    Luther macht mich total traurig, wenn er als Rechtfertigung für die Kirchenspaltung verzweckt wird. Als ich noch nicht geboren war, heizte der Papst Johannes der Dreiundzwanzigste den Ofen für das Zweite Vatikanische Konzil so an, das die Zauderer hier meinten, der von unten kokelt mal wieder oben rum.

    Statt dessen wurde allerhand alter Müll aus grauer Vorzeit entsorgt, neue Fenster geöffnet und in dem Gespräch zwischen den verschiedenen Kirchen schaltete sich der Vatikan ein.

    Im Urgroßvatertempo, weil wir halt 2000 Jahre auf dem Buckel haben. Immerhin bewegten sich die ehrwürdigen Opas bei uns, wenn auch in Schildkrötengeschwindigkeit.

    Die Resonanzen waren eher lau. *find*

    Hier vor Ort spüre ich immer noch Vorbehalte, obwohl wir schon lange gut zusammen arbeiten. Da habe ich keine Idee.

    Es gibt auf Erden nur einen Ort, den ich für mich als allein christlichen Ort erfahren habe, unvermischt, ohne Vorbehalte und mit klarem Profil:

    Taizé in Burgund. Das habe ich fünfmal schon als Nagelprobe für die Ökumene erfahren, wer die Ökumene in Taizé *bäh* findet, mag anderen Konfessionen auch nicht näher als auf Schlagstockweite kommen lassen. (Die Orthodoxen separieren sich in die Dorfkirche dort)

    Ich gebe nicht auf und lade zum Gespräch ein: Was bedeutet Deine Kirche für Dich, wie gestaltet sich die Gottesbegegnung konkret vor Ort und wie manifestiert sie sich im Einsatz für die Benachteiligten?

    "Lebe, was du vom Evangelium verstanden hast, und sei es noch so wenig, aber lebe es!"

    Bruder Roger Schutz von Taizé

     

    Liebe ökumenische Grüße,

     

    Martina

    Antworten
  16. Susanne

    Ich darf bei uns den Schaukasten machen. Dabei bin ich schon öfter über die 4 Soli gestolpert. Ich finde sie echt klasse! Wer kann sich schon 95 Thesen merken und warum sollte man? Aber die 4 Soli sind einprägsam: Solus Christus! Allein durch Christus! Sola scriptura! Allein durch die Schrift! Sola fide! Allein durch den Glauben! Sola gratia! Allein durch Gnade!

    Antworten
  17. Rebecca

    Ich kannte, bis ich letztes Jahr eine Predigt darüber gehört habe, nichtmal die Bedeutung, obwohl ich seit ich klein bin mit diesem Glauben aufwachse, deswegen halte ich diesen Tag jetzt besonders in Ehren

    Antworten
  18. Andreas

    Luther war nicht nur einer der wenigen, die lesen konnten. Er hatte auch eine Art "Sondergenehmigung" zum Lesen der Bibel. Das war nämlich damals von der Kirche gar nicht so gern gesehen. Angeblich, weil das "einfache Volk" nicht würdig war, so ein heiliges Buch zu lesen!

    Antworten
  19. Jacky

    Bei allem Respekt vor den guten Dingen, die Luther geschafft hat, ich bin schon traurig darüber, dass es nicht "die eine" große Kirche gibt – das ist natürlich ein Wunschtraum, aber ich sehe die immer zunehmende Zersplitterung des Christentums halt auch kritisch. Deshalb würde ich am Reformationstag nicht unbedingt die Entstehung einer weiteren Kirche feiern (die die Wahrheit auch nicht für sich gepachtet hat), sondern, dass Luther manche Dinge wieder richtig gerückt hat und die Bibel für alle zugänglich gemacht hat!

    Auch im Mittelalter schon gab es nicht nur die römisch-katholische Kirche. Schon viel früher haben sich die griechisch-orthodoxen Strömungen abgespaltet. Ich bin da auch keine Expertin, aber ich meine, dass es ganz in den Anfängen des Christentums mal so war, dass es ein paar gleichberechtigte "Päpste" bzw Bischöfe gab, jeder war für eine große Gemeinde zuständig, und das war die christliche Urkirche. Über einen Glaubensstreit haben sich die anderen Bischöfe vom römischen abgewandt, weil der irgendwann der Meinung war, er hätte die einzig wahre Auslegung der Bibel.

    Schade, dass es immer weiter auseinander driftet…ich denke, man kann in jeder Konfession Wertvolles finden….man muss halt alles für sich prüfen, und das Gute behalten…

     

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  20. Philipp

    Kleine Verbesserung: Die römisch-katholische Kirche war auch vor der Reformation nicht die einzige christliche Kirche. Da sollten Protestanten nicht vom Selbstverständnis der römisch-katholischen Kirche auf ihre tatsächliche Einordnung schließen.

    Gruß
    Philipp

    Antworten
  21. Angelika

    hab den Film gesehen,Super.und ich finde es so genial,das er sich von Gott so gebrauchen lies,obwohl es damals noch viel schwieriger war.Er hat die Bibel studiert und Gott sei dank hat er sich nicht vor diesm Papst und seinem Gefolge gefürchtet.Wir haben ihm echt zu verdanken,das wir sie heute in sovielen Sprachen lesen dürfen.

    Antworten
  22. peter

    oh-oh…….

    Luther……er war für Hexenmord, verdammte Behinderte als Teufelsbrut etcpp……wahrhaft kein "nur Guter"!

    Mit Huldigung dieses "Reformators" wäre ich etwas vorsichtig.

    Zudem: auch in der heutigen Zeit arbeitet die Evangelische Kirche mit einigem Elan daran, dem Christentum einigen Schaden zuzufügen…….Koranlesungen in Gotteshäusern usw.

    Ganz ehrlich Mandy: weder Luther noch dem Protestantischen Kirche kann ich allzuviel abgewinnen – ist leider so.

    Antworten
    1. Ulrike P.

      Hallo  Peter,

      stimmt, Luther war auch nicht "ohne", so hat er denen die später wagten IHM zu widersprechen auch  die Pest an den Hals gewünscht. Da war er dann auch nicht besser als die katholische Kirche…

      Aber dennoch verdanken wir es seinem Mut sich mit diesem übermächtigem Apperat anzulegen und die Bibel dem gemeinen Volk zugänglich zu machen, dass wir heute wissen was in der Bibel steht. So das wir uns heute davor schützen können, dass uns irgendwelche geistigen Führer, egal aus welcher Ecke sie kommen, ein X für ein U vormachen.

      L Ulli

      Antworten
  23. Himmelskind

    Danke Mandy, das kann man glatt so lassen und den Kindern vorlesen (und die Erwachsenen (auch die, die nicht so gut deutsch können) verstehen es gleich mit. Super formuliert!

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  24. Daniel

    Es ist auf der einen Seite stark zu sehen, wozu sich Luther hat gebrauchen lassen und auf der anderen Seite auch beruhigend zu wissen, dass er kein Übermensch war (späterer Antijudaismus).

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