Bei Gott kannst Du Dich auskotzen!

Ich gebe zu, es gab schon appetitlichere Blogtitel.

Aber ich finde, der trifft es gerade recht gut. Mag sein, dass dem ein oder anderen dieser Titel etwas zuwider ist… aber ganz ehrlich?

So manche Lebenssituation ist es auch! Die ist nicht zum spucken oder zum übergeben … Nein!


Die ist zum Kotzen und zwar im extra hohen Bogen!

 

So ungefähr steht das auch in der Bibel.


Im 1. Samuel 1, 15 heißt es:

"Ich habe dem Herrn mein Herz ausgeschüttet."

 

Das hat die Hanna gesagt. Hanna war ziemlich entmutigt, denn sie konnte keine Kinder bekommen.

Damals war es extrem wichtig für eine Frau Kinder zu bekommen. Kinder waren Arbeitskräfte in der Familie, auf dem Hof und später waren sie dafür zuständig, die alten Eltern zu versorgen. Wenn eine Frau keine Kinder bekommen konnte, wurde sie nach einem alten nahöstlichen Brauch oft dazu gezwungen, ihrem Mann eine Affäre mit einer ihrer Mägde zu erlauben, damit diese für sie Kinder bekommen sollte. 

 

Hannas Mann war Elkana. Seine Freunde und Bekannten rieten ihm damals sogar, die Scheidung einzureichen, weil Hanna keine Kinder bekommen konnte. Krass, oder?

Elkana verließ seine Frau nicht. Aber er suchte sich eine weitere Frau. Damals war es ziemlich normal mehrere Frauen zu heiraten, also wurde Peninna Ehefrau Nummer 2. Mit ihr bekam er dann auch mehrere Kinder. 

 

Peninna war ziemlich fies unterwegs, sie stichelte gegen Hanna wo es nur ging. Nicht "nur" unter sich, sondern auch vor versammelter Mannschaft.

"Stets begann Peninna dann, Hanna mit Sticheleien zu kränken, weil sie kinderlos war. … Peninna verletzte Hanna mit ihrem Spott so sehr, dass sie vor Ärger und Traurigkeit nur noch weinte und nichts mehr essen wollte." – 1. Samuel 1, 6 – 7 HFA 

Das war für Hanna eine furchtbare Tortur, wie man sich gut vorstellen kann. Sie wurde richtig krank und eines Tages da kotzte sie sich bei Gott so richtig aus! Jo, ich glaube das kann man wirklich so sagen. Lies mal selbst ab 1. Samuel 1, 9

"Ich habe dem Herrn mein Herz ausgeschüttet." - Vers 15

Sich auskotzen ist umgangssprachlich und bedeutet soviel, wie sich mal allen Mist und alle Probleme von der Seele zu reden. 


Hanna hat nicht erst nach tollen Formulierungen gesucht oder nach irgendwelchen Gebetsfloskeln, sondern ehrlich und authentisch erstmal alles rausgelassen, was sich so angestaut hatte. 

Und wie das beim Kotzen so ist, man kann sich selten den richtigen Zeitpunkt und die passende Location dafür aussuchen. Wenns kommt, dann kommts … ähnlich bei Hanna. Denn die kotzte sich mal eben vorm "Heiligtum des Herrn" aus. Das war sowas wie ein heiliger, goldener Altar vorm Tempel, wo eher Priester und wichtige Leute hingingen, aber keine "Randgruppen" wie kinderlose, verzweifelte Frauen. 

 

Ich habe heute die Bude gewischt und das Treppenhaus und dann das Putzwasser aus dem Eimer ins Klo geschüttet …. Du willst nicht wirklich wissen was das für nen fetten Bodensatz gab!

 

Ich glaube ähnlich ist das manchmal, wenn wir mit Gott sprechen. Wir reden mit ihm über dies und das, achten aber penibel drauf, dass der Bodensatz zurückbleibt, der eklige Schmodder – die dunkelsten Stellen im Leben!

Ist das so oder hab ich Recht?


Ich bin für regelmäßiges auskotzen!  

 

Kipp Gott all Deine Probleme, komischen Gedanken, dunkelsten Momente … vor die Füße!

 

Übrigens: Wer Gott ganz ehrlich sein Herz ausschüttet, der hat auch noch keine Antworten parat!

Wie oft hab ich schon gebetet und Gott mein Problem geschildert, aber im Hinterkopf schon den Lösungsvorschlag zusammen geschustert? So nach dem Motto: "Hier das Problem – so will ich es lösen – bitte hilf mir dabei!" 

Aber das ist totaler Quatsch!


Herz ausschütten bedeutet, erstmal alles loswerden – ungeordnet, ungeschrieben, unvollkommen!

 

John Bunyan, ein englischer Pastor und Autor, sagte mal:

"In den besten Gebeten sind oft mehr Seufzer als Worte."

Wie wahr, wie wahr!

 

Die ein oder andere Erfahrung hat mich gelehrt: nach dem (aus)kotzen geht es einem meisten schon sehr viel besser … 

 

In diesem Sinne … 

Deine Mandy
 

 

PS: Übrigens Hanna brachte später doch noch einen Sohn zur Welt! 

 


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Dieser Beitrag wurde am 15. Oktober 2013 veröffentlicht.

27 Gedanken zu „Bei Gott kannst Du Dich auskotzen!

  1. Meeting Jesus

    Ach wie herrlich, dass du gerade diesen Gedankengang hattest. Erst kürzlich hatte ich ein Gespräch mit jemanden, wo es genau um diesen Thema ging. Und jetzt les ich das und denk, dass ist ja krass, dass passt wie die Faust aufs Auge. Zufall? Ich glaub nicht! Find ich grad herrlich. Gleich mal den Artikel weiter geleitet. ;)

    Antworten
      1. Josef Sefton

        Das ist ein unreines Bild! Gott hat kein Gefallen an unreines Benehmen! Sein Name ist herrlich! Sein Name werde geheiligt. Ihr entheiligt ihn mit solch einem unreinen Bild. Ein großer König ist würdig gelobt zu sein!

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        1. Patrick Theuss

          Ja sein Name ist heilig und ich würdige seinen Namen.

          Ist Gott nicht unser liebender Vater? Der seine Kinder liebt und alles für sie tun möchte?

          Was macht ein Vater für seine Kinder….. er macht alles, er ist für sie da. Wenn Du ein Baby bist

          säubert er dich (volle Windel) .  Bist Du ein Kind, liebt er Dich auch wenn Du Ihn anlügst.

          Bist Du Jugendlich und Säufst zuviel, ist er für Dich da und wischt Deine K…. weg. 

          Gott Vater Abba liebt uns wie wir sind und egal wie wir uns ausdrücken,

           

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          1. Josef Sefton

            Bist Du Jugendlich und säufst zuviel, ist er (Gott) für Dich da und wischt Deine K…. weg.

            Nein das tut er nicht. Wer zuviel säuft, kann sogar sterben! Wer absichtlich verlässlisches, gefährliches Benehmen betreibt, ehrt Gott nicht.

            Bist Du ein Kind Gottes, würdest du ihn nicht absichtlich anlügen. Achtung! Es gibt konsequenzen wie wir uns ausdrücken!

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  2. Tobias

    Volltreffer!

    Früher hing ich dem Irrglauben nach, man könnte Gott verletzen, wenn man ihm alles so sagt, wie mans meint. Und manchmal sind da gerade keine guten Worte bei gewesen… (Naja, kotzen riecht ja auch net so angenehm ;-) )…Habe mich dafür dann geschämt! Bis mir Gott offenbarte, dass ich allein das nicht aus meinem Leben schaffen kann, was mich stört. Also regelmäßiges  AUSKOTZEN ist gesund für die Seele!

    Danke Mandy!

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  3. Heike

    Gibt es ne Grenze zwischen "Auskotzen" und sich gegen Gott auflehnen oder murren, wie die Israeliten es in der Wüste getan haben?

     

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    1. Mandy Artikelautor

      Hallo Heike.

      "Auskotzen" und "Murren" unterscheiden sich durch die Herzenhaltung. 

      Auskotzen bedeutet alles loszuwerden, was einen bedrückt oder zu schaffen macht. Murren bedeutet auf beleidigte Leberwurst machen und rumschmollen wie ein Kind, was keine Süssigkeiten bekommt.

      Wichtig ist ehrlich zu Gott zu sein.

      Ich weiß nicht ob das Deine Frage beantwortet? So richtig verstehe ich sie nicht.

      Grüßle Mandy
       

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      1. Heike

        Naja, manchmal bin ich mir nicht sicher, ob Gott mein Klagen eben nicht wie reines Loswerden versteht, oder ob ich da schon mürrisch bin, wenn ich ihm das so sage, wie ich es meine.

        Aber ich denke, mir ist es jetzt klarer geworden!

        Danke schön!

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        1. Bernd Zündorf

          Hallo Heike,

          da wir vor Gott eh keine Geheimnisse haben können, ist es doch am ehrlichsten, wenn du ihm das, was dich gerade bedrückt oder stört, einfach im Gebet sagst. Es ist ein schmaler Grat zwischen Klagen und Murren, das ist richtig. Aber solange für dich klar ist, dass Goltt am besten weiß, was kommen wird, und du dich einfach darauf einlässt, auch wenn du die Situation vielleicht nicht verstehst, so lange ist das eben noch kein Murren, sondern Klagen.

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  4. Anna

    Super geschrieben und einfach die Wahrheit! Wir dürfen uns immer bei Gott “auskotzen”, warum tun wir es dann nicht einfach? Wenn einer offen für unsere Probleme und Sorgen ist, dann ER! Danke Mandy! :)

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  5. Henning

    Auskotzen vor Gott tut eigentlich immer gut !!!
    Hab das schon oft gemacht und gerade jetzt auch wieder wo
    mir Sticheleien und Verleumdungen sehr zu schaffen
    machen, aber es tröstet auch ungemein, dass Jesus dasselbe
    erleben musste und er auch zu seinem Vater damit ging.
    Ich denke da an, Vater vergib ihnen denn sie wissen nicht
    was sie tun. Auf jeden Fall ist der Herr immer die beste
    Anlaufstelle alles abzuladen und er macht, wie immer,
    nur das Allerbeste draus !!

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  6. Maria

    Danke für diese Worte, die mir gerade gut tun.

    Ich bin dem mal nachgegangen, was Gott wohl unter "Wahrheit" versteht… z.B. zu dem Vers aus dem Psalm "du freust dich über Wahrheit, die aus dem Innersten kommt"… und kam für mich zum Schluss, dass es wohl um dieses absolut authentisch sein geht. Darum, seine innersten Gefühle ganz ehrlich zuzugeben. Manchmal ist der erste schwerste Schritt vermutlich der, sie vor sich selbst einzugestehen… und dann erst vor Gott. Ich glaube, dass dieses Auskotzen von dem du heut schreibst absolut dazu gehört. 

    Grüessli
    Maria

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  7. Anonymous

    Gebet ist ein Opfer und das Wort „auskotzen“  und der Kloschussel sollten wegbleiben.

     

    Verachtung Gottes durch minderwertige Opfer

     

    Maleachi 1

    6 Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo fürchtet man mich?, spricht der HERR Zebaoth zu euch Priestern, die meinen Namen verachten. Ihr aber sprecht: »Wodurch verachten wir denn deinen Namen?«

    7 Dadurch dass ihr opfert auf meinem Altar unreine Speise. Ihr aber sprecht: »Womit opfern wir dir denn Unreines?« Dadurch dass ihr sagt: »Des HERRN Tisch ist für nichts zu achten.«

    8 Denn wenn ihr ein blindes Tier opfert, so haltet ihr das nicht für böse; und wenn ihr ein lahmes oder ein krankes opfert, so haltet ihr das auch nicht für böse. Bring es doch deinem Fürsten! Meinst du, dass du ihm gefallen werdest oder dass er dich gnädig ansehen werde?, spricht der HERR Zebaoth.

    9 So bittet doch Gott und seht, ob er uns gnädig sei! Denn meint ihr, nachdem solches von euch geschehen ist, er werde euch gnädig ansehen?, spricht der HERR Zebaoth.

    10 Dass doch einer unter euch die Türen zuschlösse, damit ihr nicht umsonst auf meinem Altar Feuer anzündet! Ich habe kein Gefallen an euch, spricht der HERR Zebaoth, und das Opfer von euren Händen ist mir nicht angenehm.

    11 Denn vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang ist mein Name herrlich unter den Heiden, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Opfer dargebracht; denn mein Name ist herrlich unter den Heiden, spricht der HERR Zebaoth.

    12 Ihr aber entheiligt ihn damit, dass ihr sagt: »Des Herrn Tisch ist unheilig, und sein Opfer ist für nichts zu achten.«

    13 Und ihr sprecht: »Siehe, welch eine Mühsal!«, und bringt mich in Zorn, spricht der HERR Zebaoth, denn ihr bringt herzu, was geraubt, lahm und krank ist, und bringt es dar zum Opfer. Sollte mir solches gefallen von eurer Hand?, spricht der HERR.

    14 Verflucht sei der Betrüger, der in seiner Herde ein gutes männliches Tier hat und es gelobt, aber dem Herrn ein fehlerhaftes opfert. Denn ich bin ein großer König, spricht der HERR Zebaoth, und mein Name ist gefürchtet unter den Heiden.

     

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  8. modey

    das kenn ich Auskotzen im wahrsten Sinn. Ich arbeite in der Altenpflege und manchmal ( oft:) ) gibts da so Situationen wo ich mir denk was sich Gott blos mit uns ausgedacht hat. Hab manchmal das Gefühl das er es uns absichtlich schwer macht. Ich meine die Situationen, also wenn die Leut einfach schwer sind ( Gewicht, nix essen wollen,usw .Kontrakturen, wenn sie halt nix mehr selber machen können) und da steh ich und denk Scheiße, warum müsst "ihr" ( also die Bewohner) immer alle so schwer sein. Aber was ich sagen will, manchmal muß man halt die Luft anhalten im warsten Sinn. Da macht man jemand frisch und genau da kommt ne super Wolke raus ;(  und ich kriegs ab. Das sind Situationen wo ich auch nen Würgreiz vom feinsten hab.Und genau in dieser Situaton steh ich da und sag Jesus hilf mir bitte und dann ist es halb so schlimm. Und ich weiß das er dann auch da ist, weil im nachhinein gehts dann doch immer. :) So jetzt hab ich mich mal bei Dir ausgekotzt :) Danke für den Blog

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  9. Andreas

    SEHR GUT!

    Adrian Plass hat das mal noch provokanter formuliert: WIR sollen GOTT vergeben!

    Dann hat er es so erklärt: So wie ein Kleinkind seinen Frust und seine Wut manchmal an den Eltern auslässt (wo denn sonst?), sollen wir uns in unserer Not bei Gott auf den Schoß setzen und ihm erst mal zornig an die Brust trommeln. Danach sind wir dann bereit, uns von Ihm in die Arme nehmen zu lassen!

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    1. Josef Sefton

      WIR sollen GOTT vergeben! Welch Dummheit und Frechheit! Welch eine Lüge! Wir brauchen Gottes Gabe der Vergebung nicht umgekehrt!

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  10. Regine

    Ich bin Dir echt dankbar, dass Du das so offen und ehrlich schreibst. Im Grunde meines Herzens weiß ich, dass ich Gott alles vor die Füße werfen darf. Aber oft hält mich irgendein traditioneller Quatsch, der mir in Gemeinden eingetrichtert wurde, davon ab, einfach nur ehrlich zu Gott zu sein. Er kann das ab, dass wir ihm die Dinge so sagen, wie wir denken! Was für mich besonders hilfreich ist, ist was Du geschrieben hast darüber, dass man nicht schon eine Antwort auf die eigenen Probleme haben soll und Gott nicht sagen soll, wie er das Problem lösen soll. Das nehme ich mir jetzt mal zu Herzen! Und das mit dem Unterschied über auskotzen und murren finde ich auch total wichtig. Vielen Dank dafür!

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  11. carola

    Danke für Eure vielen Kommentare, die haben mir richtig Mut gemacht, mich bei Gott "auzukotzen". Stecke selbst grad in einer schwierigen Situation und kann seinen Weg nicht erkennen, aber nach dem Auskotzen kann ich befreiter abwarten, was Er mir jetzt sagen will. Ich bin gespannt, was da so kommt… und bin dankbar für die Worte heute aus der Losung: Jesaja 38,17 Siehe, um Trost war mir sehr bange… Ihr könnt ja mal nachlesen. Jedenfalls sehe ich mich befreit von der Last der Sünde meiner ganzen Vergangenheit. Jeden Tag öffnet mir Gott eine Tür in ein neues weites Feld. Ich brauche nur noch Mut loszugehen ohne Rücksicht auf gestern. Danke.

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  12. Bettina Puchert

    Wir hatten gestern im Hauskreis das Thema authentisch beten, und da ging es u.a. darum, dass viele Gebete so wohlfrisiert klingen und das authentischere wohl im stillen Kämmerlein passiert, obwohl auf dem gemeinschaftlichen Gebet solch ein Segen liegt – schade dass wir da unwillkürlich erst zum "Friseur" rennen :(

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  13. Heike

    Habe gestern diesen Block gelesen. das ist ja das Tolle, dass man bei Gott nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen muss. Heute hatte ich wirklich eine unschöne Begegnung mit meinem Chef und musste mir die ganze Zeit auf die Zunge beißen um nichts Unüberlegtes zun sagen – würde sofort verdreht und gegen mich verwendet.

    Glaubt mir ich war heilfroh, dass ich mich bei meiner Familie und vorallem beiGott dann "auskotzen" konnte, denn nur er ist in der Lage da wirklich zu helfen. Ich hoffe drauf.

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