Wenn Dich der Satz: “Gott hat einen Plan für Dein Leben!” ankotzt….

"Gott hat einen Plan für Dein Leben" – ja nee, is klar.


Wer in der frommen Szene unterwegs ist, der wird diesen Satz schon zig mal gehört haben. Eigentlich gehört der zum "Gottesdienst Bingo" – weil er in fast jeder Predigt vorkommt. Bei Google gibt es dazu immerhin ca. 498 000 Einträge….

 

Was bedeutet das denn eigentlich, wenn Gott einen Plan für mich hat?


Manchmal kann dieser Satz ja auch ziemlich plump und unsensibel daher kommen:
 

  • "Hey, Gott hat einen Plan für Dich – auch wenn Du gerade Krebs hast!"
  • "Gott hat einen Plan für Dich, auch wenn Du gerade arbeitslos bist und nicht weiß wie Du Deine Miete bezahlen sollst!"
  • "Gott hat einen Plan für Dich, auch wenn Du gerade im Knast sitzt!"

 

Ich glaube tatsächlich, dass Gott für jeden von uns einen Plan hat und der umfasst viel mehr, als wir uns vorstellen können.

Paulus versichert den Philippern, dass Gott ein gutes Werk in ihrem Leben begonnen hat und dieses Werk auch fortsetzen wird, bis Jesus wieder kommt. Er schreibt:

"Denn wir sind Gottes Schöpfung. Er hat uns in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir zu guten Taten fähig sind, wie er es für unser Leben schon immer vorgesehen hat." Epheser 2, 10

 

Wenn alles super läuft, dann isses ja auch kein Problem, das zu glauben. Doch in einer Krise wird das schnell in Zweifel gezogen. Denn so wie es momentan aussieht, kann man den göttlichen Plan beim besten Willen nicht erkennen. Wenn Du davon ausgehst, dass Gott ein sorgenfreies Leben für Dich vorgesehen hat – dann behaupte ich mal, dass Du Gott und die Bibel nicht verstanden hast.


Es mag seltsam klingen, aber ich bin Gott auch dankbar, dass ich Krisenzeiten hatte – z.B. als ich längere Zeit krank war oder vielleicht auch jetzt mit etwa 1-2 epileptischen Anfällen die Woche. Ich habe keine Ahnung, wie lange ein Gehirn sowas mitmacht. 

Ich habe auch keine Ahnung, was für einen Plan Gott mit Dir hat oder was für einen Plan er mit mir hat. Aber ich weiß, dass meine Abhängigkeit zu ihm wächst, gerade dann, wenn ich an meine Grenzen komme und eben nicht mehr selbst in der Hand habe, wie es mir geht.

Christen erleben die gleichen Probleme, wie Menschen, die mit Gott nichts am Hut haben. Vielleicht sogar noch mehr, wenn man mal die geistliche Welt in Betracht zieht. Der Unterschied ist, dass Christen ihre Power aus Gott ziehen. Mir persönlich gibt das Trost, weil ich weiß, ich bin geliebt, selbst wenn gerade vieles kacke ist.

 

Wie gehts Dir gerade mit dem Satz: Gott hat einen Plan für Dein Leben?

"Ich bin ganz sicher, dass Gott, der sein gutes Werk in euch angefangen hat, damit weitermachen und es vollenden wird bis zu dem Tag, an dem Christus Jesus wiederkommt." 1. Philipper 1, 6

 

Grüße und Segen
Deine Mandy
 

 

PS: Lies mal den, ganz passend dazu:

– Was bringt beten, wenn Gott bereits einen Plan hat?

 

 


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Dieser Beitrag wurde am 8. April 2013 veröffentlicht.

54 Gedanken zu „Wenn Dich der Satz: “Gott hat einen Plan für Dein Leben!” ankotzt….

  1. Janine

    Ich lese gerade das Buch "Where is God when it hurts" von Philip Yancey und es beschäftigt sich genau mit diesem Thema (übrigens sehr empfehlenswertes Buch, weiß leider nicht ob es auf Deutsch verfügbar ist). Er erleutert darin auch, dass unsere moderne Gesellschaft nur gute Zeiten erleben will und fast abhängig ist. Ich glaube Gott möchte, dass wir ehrlich sind und sagen was Sache ist. Man darf auch wütend mit ihm sein! Er weiß ja eh was in unserem Herzen ist. Falsche Frömmigkeit findet er glaube ich ziemlich blöd.
     
    LG Janine


    Where Is God When It Hurts?

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  2. Anke

    Ja klar hat Gott einen Plan für mein Leben! Ich habe meine Krebserkrankung überstanden, auch wenn ich noch mindestens 5 Jahre alle paar Monate einen große Untersuchung über mich ergehen lassen muss. Aber ich weiß. dass ER noch viel mit mir vorhat. Außerdem habe ich heute wieder gute Werte nach einer Infusion (Knochenaufbau). Ich kann nur dankbar sein!

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  3. Gekreuz(siegt) Moderator - Soenke

    Es ist doch immer wieder erstaunlich wann die Blogeinträge von Mandy auftauchen. Gestern sprach ich grad ein Gebet. Ich gehöre ja zu der Gruppe die nicht arbeitet und daher nicht weiß welchen Plan Gott mit mir hat außer nutzlos siene Schöpfung zu bestaunen anstatt mich gegen Entgelt irgendwo dort einzubringen. Und darum habe ich ihn gestern einfach mal im Gebet zur Rede gestellt. Naja ich habe mal gelernt, dass Antworte auf Gebete auch durch Mitmenschen kommen können wie halt durch Mandy. Ich denke mal dieser Blogeintrag ist die promte Antwort auf mein Gebet. .:-)

    Wenn Du davon ausgehst, dass Gott ein sorgenfreies Leben für Dich vorgesehen hat – dann behaupte ich mal, dass Du Gott und die Bibel nicht verstanden hast.

    Das sind doch klare Worte. Danke dafür Mandy. Auch die Osterbotschaft zeigt uns ja auch das das Leben nicht nur aus Spaß besteht sondern vor der Auferstehung auch die Kreuzigung kommt. Es gibt halt Licht und Schatten. Aber Gott hat immer einen Plan.

    Ich will keine Hitliste anstellen ob nun finazielle Sorgen schlimm sind oder Sorge um die Arbeit. Aber wenn es um die Gesundheit geht kann man schnell vom Glauben abfallen. Mandy du hast meine tiefste Bewunderung, dass deine Krankheit eher noch gefestigt hat. Diese Seite zeigt, dass Gott einen Plan mit dir hat. Und ich bin gespannt was er noch mit dir vor hat.
    Gruß Sönke

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  4. Detlev

    Bin auch mit diesem Slogan geistlich groß geworden, fand ihn immer richtig und habe ihn gern weiter gegeben. Bis ich durch eine Allergie als Krankenpfleger berufsunfähig wurde. "Häh? Was soll das jetzt?" Aber es ging weiter, das Arbeitsamt (hieß damals noch so) spendierte mir eine Weiterbildung im Pflegemanagement. "Aha! Da steckt der Plan! Meine Berufserfahrung und die Zusatzqualifikation, ergibt einen Pflegemanager, dem die Berufswelt offen steht!" Aber als ich fertig mit der Ausbildung war, war ich 48 Jahre ALT und keiner wollte mich. Dann nur Sch. . . -Jobs, gescheiterte Selbständigkeiten und nach 5 Jahren zum Schluss Arbeitslosigkeit. Da kam ich zu dem (Trug-)Schluss, dass Gott einfach wohl doch keinen Plan für uns hat. Nach dem Motto: Lebe normal vor dich hin, alles andere ist eitel! Und dann kam auch noch der JobCenter-Mitarbeiter (hieß mittlerweile so) und prophezeite mir ab kommenden Jahr: Hartz-IV gleich Null Euro! (Frau hat ja Job!) Da habe ich mich gefragt: "Detlev, was möchtest Du eigentlich am Liebsten tun?" Oder war es Gott, der mich das gefragt hat? Jedenfalls war meine Antwort: "Am Liebsten wieder ganz normal als Krankenpfleger in einem Krankenhaus arbeiten!" Da das in Deutschland (über 200 Bewerbungen bundesweit) nicht ging, habe ich mich in Österreich beworben. Eine Bewerbung, ein Vorstellungsgespräch ("Sie sind doch erst 55 Jahre!") und meinen Traumjob in einem Traumkrankenhaus in einem Traumland bekommen. Bin jetzt dort, wo ich immer hin wollte ohne zu wissen, dass ich dort hin wollte. GOTT HAT EINEN PLAN! 

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    1. Sabine

      Danke Detlev für deinen kurzen Blick in dein Leben. Mir geht es ähnlich und dein letzter Satz:  "Bin jetzt dort, wo ich immer hin wollte ohne zu wissen, dass ich dort hin wollte." hat mir Mut gemacht, daran zu glauben, dass Gott wirklich einen Plan für mich hat

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  5. Dominik

    kennt ihr die schnee flocken predigt so?
    wen du eine schneeflocke schon mal genauer unter miroskop gelegt hast dan wirst du erkennen das es immer ein sechs eck ist . aber immer anders aus sieht immer jesus aber jede beziehung zum ihm ist einzigartig .
    und meinst du nicht auch das es so einen groß gott gibt der wen er schon jede schnee flocke einzigartig machen das er eine ganz  speziealen giganten plan hat mit dir der dein denken schon bei weitem überschreit und er hat nicht nur einen plan sonder tausender solche paln A+ also seine nicht trauig , sauer wen etwas nicht so klapp wie du dir es vorstellt der da oben der hat alle züge in der hand und alle asse 
    vertau  auf in
    psalm 34, 18-20

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  6. Rose

    … danke Detlef für das Weitergeben Deiner Erfahrungen … das ermutigt mich gerade …. kurz nach meiner Umschulung , Berufswechsel wegen eines Freizeitunfalls … und in mittlerem "Alter" aktiv auf Jobsuche …  . Wow, wie schön, dass nach so einer langen Durststrecke der Durchbruch kam !  …

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  7. Dorena

    Theas Kommentar hat mich sehr angesprochen : gestern ist vorbei,morgen noch nicht da,heute hilft der HERR.
    Ich komme auch immer wieder an Grenzen und denke,ach,warum ist alles so schwer,aber objektiv betrachtet,
    mache ich mir vieles im Alltag auch selber schwer. 
    Mal sehen,was noch kommt………………….und ob das wirklich stimmt,dass wir kleinen Menschenkinder es nicht überblicken können,was wir nötig haben. Jedenfalls hab ich erstmal wieder ein bisschen Mut geschöpft.
     
    Gruss Dorena
     

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  8. Katharina

    Liebe Mandy, du kennst meine Geschichte und ich glaube fest dass Gott einen Plan hat. Erst heute war ich an meiner ehemaligen Schule wo ich Ausbildung gemacht habe und habe dort meine Geschichte erzählt nun schon das 5. Jahr in Folge. Ich habe inzwischen über 600 Menschen meine Geschichte erzählt und aufzeigen dürfen wie ER in meinem Leben wirkt. Schau doch mal auf meiner FB Seite vorbei und sieh dir mein Gitarrenspiel an. Liebe Mandy du bist schon mitten in der Verwirklichung seines Plans für dein Leben. Möge er sich segnen und dir Freude in Fülle schenken. 

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  9. Sabine

    Ihr habt alle so viel Wahres geschrieben. Jeder geht seinen eigenen ganz persönlichen Weg mit Gott. ER will uns dort gebrauchen, wo wir stehen: im Erfolg, in Krankheit, im Alleinsein und in Gemeinschaft. IHM nachzufolgen, IHM ähnlicher zu werden, sich gebrauchen zu lassen nach SEINEM Willen und IHN in allem zu loben und zu danken – für das was war, ist und sein wird….zu SEINER EHRE Hört sich alles super fromm an und ich kämpfe darum, jeden Tag, mich loszulassen und mich zu öffnen für IHN. Mich gebrauchen zu lassen und in SEINEM REICH zu leben und nicht in der Welt und deren Maßstäben. Seit 2 Jahren bin ich zu Hause, gesundheitlich stark eingeschränkt und nicht besonders belastbar. Hartz IV aber die Leidenschaft im Herzen, IHM zu dienen…. aber vielleicht möchte ER mich anders gebrauchen, als ich es mir vorstelle? Weltlich gesehen: 50 Jahre, nicht gesund, keine Famile und keine finanziellen Rücklagen – und ich versuche mich mit Theater im christlichen Bereich selbständig zu machen….. Völlig absurd – doch irgendwie glaube ich, dass das mein Weg sein könnte…es ist die völlige Abhängigkeit von IHM und manchmal fehlt mir das Vertrauen … und es geht nur ganz langsam voran und im Moment gehen keine Türen auf…. immer wieder Zweifel….. immer wieder aufstehen und weitergehen…das macht soo müde….und manchmal fehlt mir einfach die Kraft und die Energie mich an IHM festzuhalten….und zu entscheiden, was dran ist: aufstehen und weiterkämpfen oder ausharren auf SEIN Eingreifen….

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  10. Ulli P.

    Hallo alle miteinander! :-)

    Über diesen Satz bin ich auch immer wieder irritiert gewesen. Denn jedesmal wenn ich dachte: Ja, das ist es, dafür werde ich gebraucht…schwupps, schon war´s auch wieder vorbei. – Irgendwie sehr deprimierend, das Ganze…

    Als Altenpflegerin hatte ich jeden Tag die Möglichkeit Liebe zu geben. – Jetzt bin ich gesundheitlich ausgemustert und lebe so abgeschottet, dass ich außer meinem Mann kaum jemandem begegne. Nur im Vorbeigehen, wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe. Und ab und zu mal ein Treffen mit Freunden, die aber alle berufstätig sind und dem entsprechend wenig Zeit haben.

    Also, augenscheinlich keinen Plan für Ulli P. …oder etwa doch?

    Als ich wieder mal darüber nachgrübelte, ging mir ein Satz durch den Sinn: Ich bin in jedem Augenblick meines Lebens, genau da wo Gott mich haben will. Auch dann wenn ich gerade alleine zuahause hocke.

    Egal ob es nach Stillstand aussieht oder ob es weiter geht, ich aber keinen Schimmer habe wo der Weg hinführt. Ich weiß jetzt, da wo ich bin, da sollte ich auch hin. – Und Morgen…ja…Morgen gehts vielleicht schon weiter.

    Und was für mich jetzt nur Schmerz bedeutet und gerade keinerlei Sinn ergibt, das hat für dieses Leben vielleicht wirklich keinen weiteren Sinn, als mich für etwas zu formen was noch weit in der Zukunft liegt.

    LG Ulli

     

     

     

     

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  11. Gekreuz(siegt) Moderator - Soenke

    Hallo Ulli!

    Ich schrieb ja weiter oben schon das ich auch in so einer Situation bin und gar nicht weiß welchen Platz Gott für mich vorgesehen hat. Sicher ist es schwer sich darüber den Kopf zu zerbrechen welchen Plan Gott wohl für einen vorgesehen hat. Aber Gott hat einen Plan vorgesehen! Und aus so einer radikalen Änderung des Lebens kann sich auch immer eine neue Chance entwickeln. Ich finde die Kommentare unter diesem Artikel immer spannend, wenn Menschen erzählen welche Wendungen ihr Leben genommen hat und sich doch alles zum Guten gewandelt hat, weil Gott mal wieder einen geilen genialen Plan hatte den man sich so überhaupt nicht vorstellen konnte.

    Gruß Sönke

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  12. Ulli P.

    Hallo Sönke,

    nicht das du meine obigen Worte falsch verstanden hast. Ich wollte damit nicht sagen, das Gott keine Pläne mit uns hat, sondern das wir schon mitten drinstecken in seinem Plan, egal wo wir sind und was wir tun. :-D

    Mich bauen die Erfahrungen anderer auch auf und wenn ich auf mein eigenes Leben schaue, dann hat sich noch immer alles richtig Schlimme nicht nur wieder zum Guten gewendet, sondern oft auch noch zum Besseren.

    Ich meine halt, es gibt keinen Leerlauf, wir sind immer mitten drin in Gottes Plan, auch dann wenn wir nicht wirklich wissen, was grade abgeht.

    LG Ulli

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  13. Gottlos

    Was ist eigetlich der Plan Giottes mit den zvilen Opfern von Kriegen? Was ist der Plan Gottes mitMenschen wie Frau Kampusch und was ist Gottes Plan Menschen der dritten Welt?

    Was ist daran barmherzig und was liebend, hm? Scheint mir eher nach Willkür und Sadismus!!!

    Unter Annahme, dass der Schwachsinn mit Gott, Satan etc. tatsächlich stimmen würde muss ich sagen wäre ich eher ein Anhänger Satans, des Befreiers der Menschheit von der Sklaverei Gottes!!!

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    1. Ulrike P.

      Hallo Gottlos.

      Gegenfrage: Was gibt es einen gottlosen Menschen, auf christliche Seiten zu gehen und dort herumzustänkern?  – Wessen Geistes Kind du bist, hast du ja großtönend kundgetan.

      Ich weiß zwar, dass dich die Antwort auf deine Frage nicht die Bohne interessiert, dass zeigt dein letzter Satz…aber ich will sie trotzdem beantworten, für alle diejenigen die sich ernsthaft darüber Gedanken machen:

      Wir sind schon mitten drin in Gottes Heilsplan, der mit dem Tod Jesu am Kreuz seinen Anfang nahm und einen seiner Höhepunkt darin findet, dass er alle die durch ihre Grausamkeit ihrem Herrn, dem Satan nachfolgen, für all ihre furchtbaren Taten zur Rechenschaft ziehen wird.

      Während er deren Opfer die Tränen abtrocknen und alles erlittene Unrecht, an ihnen wieder gut machen wird.

      So steht es geschrieben und so wird es geschehen.

      LG Ulli

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    2. Gekreuz(siegt) Moderator - Hanspeter

      Intressante Frage: Gott verantwortlich zu machen, für das was er mit einen Anweisungen verhindern will. Würden sich alle an Gottes Anweisungen halten, würden sich Kriege erübrigen. Gott möchte uns ja gerade befreien aus der Sklaverei des gott-losen Zustandes.

      Hanspeter

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    3. Gekreuz(siegt) Moderator - Michael

      Lieber Gottlos,

      ich „unterstell“ Dir mal ehrliches Nachfragen und nehm den zynisch, spöttischen Unterton („Schwachsinn mit Gott“, Dein Nickname etc.) nicht so ernst. Weiß ich doch gar nicht, was genau in Deinem Leben Dich hat so werden lassen. (Niemand kommt so wie Du Dich zeigst auf die Welt.) Außerdem hat Jesus selbst auch Spott und Hohn auf seinem Weg ans Kreuz ausgehalten. Sorry also, wenn ich mich da jetzt mal nicht provozieren lasse.

      Mir geht es um was anderes: Es fällt uns Menschen einfach schwer, ja, macht uns fast wahnsinnig, wenn wir in unserem Leben an einen Punkt kommen und erkennen, dass die Frage nach dem Leid umfassend einfach nicht zu beantworten ist. Natürlich kann man sagen, dass manches Leid vom Menschen selbst verschuldet ist (Hungersnot, Verbrechen etc.) und letztlich als „Preis“ zu verstehen ist, dass Gott den Menschen eben mit einem freien Willen (keine Marionetten!) geschaffen hat. Auch Christen verursachen übrigens Leid. Trotzdem: Es gibt noch genügend Unglück bringende Bereiche, hinter denen vordergründig kein menschliches Wirken steht (z.B. Erdbeben).
      Auch die Bibel beantwortet übrigens die Frage nach dem Leid nicht (umfassend). Sie gibt nicht (kaum) Antworten, WOHER das Böse, das Schlimme, kommt bzw. WARUM es da ist. Sie konzentriert sich dagegen darauf, WIE wir damit bestmöglich umgehen können. Aber das ist grad nicht Dein Thema.

      Ernüchternd, oder?
      Man könnte wirklich auf den Gedanken kommen, dass Gott eben KEINEN Plan hat. Man könnt sich sogar dafür entscheiden: "Dann ist die Sache mit Gott für mich abgehakt!"

      Hinzu kommt, dass wir umso länger wir antwortlos fragen, den Eindruck bekommen, wir hätten gar „ein Recht“ auf Beantwortung. Irgendwann meinen wir sogar, dass Gott uns diese „Hürde“ aus dem Weg räumen müsse, sich gegen über uns erklären müsse, da alles andere uns nicht zumutbar wäre. Manch einer steigert sich sogar so sehr da hinein, dass er sich weitere Glaubensschritte verwehrt, bevor nicht die Frage nach dem Leid geklärt ist.

      Und Gott mutet es uns dennoch zu. Und der lebendige Gott muss sich vor doch niemandem verantworten, denn er ist die absolute Autorität. Und er hält es aus, dass so mancher sich deswegen von Gott, bzw. von seinem Fragen nach Gott, abkehrt.

      Gott mutet auch mir das zu. Und mit der Zeit ist mir klar geworden: Ich kann zwar nicht alles von Gott wissen. Aber ist muss es auch nicht. Es gibt noch so viele Geheimnisse. Manches darf ich im Laufe meines Lebens an Gott noch entdecken. Aber das, was ich bisher erkannt hab/glaub/weiß, trägt und reicht aus. Es reicht, wenn Gott den Durchblick hat. Ich muss ihn nicht immer haben. Das hilft mir irgendwie mit offenen Fragen zu leben. Mit der Zeit ist da eine echte Freundschaft entstanden. – Ja, die Frage nach dem Leid, sie ist da. Mal mehr, mal weniger. An Weihnachten 2004 (nach dem Tsunami) besonders. Aber sie treibt mich nicht mehr um. Sie lässt mich nicht krachen gehen.
      Besonders hilft mir in diesem Punkt, dass ich Gott in der Bibel eben so kennen lerne – gerade und besonders durch Jesus –, als jemand dem Leid NIEMALS egal ist. Er "steht nicht (abgehoben) drüber", sondern er steht mittendrin. Da ist nichts von Willkür. Da ist nichts von Sadismus. Da ist nichts von Gleichgültigkeit. Im Gegenteil: Da ist Emphatie, Trost u. Zuwendung.

      Nein, ich weiß, das beantwortet alles nicht Deine Fragen nach dem WARUM. Aber es kann helfen mit offenen Fragen zu leben und vorsichtig nach und nach zu vertrauen, dass Gott uns unendlich liebt und keiner von uns ihm egal ist. Auch Du bist es ihm nicht. Allein, dass Du den Weg in dieses Forum gefunden hast, finde ich schon bemerkenswert. Bleib dran!
      Danke, dass Du bis hierhin ausgehalten und gelesen hast.

      Blessinx,

      Michael

      Antworten
  14. andrae

    Zitat:

    "Wenn Du davon ausgehst, dass Gott ein sorgenfreies Leben für Dich vorgesehen hat – dann behaupte ich mal, dass Du Gott und die Bibel nicht verstanden hast."

    Es könnte noch hinzugefügt werden: "…und das Leben… nicht verstanden hast."

    Wir neigen oft dazu, das "reale, gefühlte Leben" und "Gott" auseinanderzudividieren. 
    Aber das ist im Grund ein abseitiges Unterfangen.

    Warum ich hier schreibe ?
    Da mir heute morgen der Satz in den Sinn kam: "Gott arbeitet grundsätzlich nur mit Plan B",
    habe ich nun Deine Seite ergoogelt.

    Alles Lebensglück in Gottes B-Plänen für Dich,
    wünscht Dir Andrae

     

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  15. Ein Kind Gottes

    Liebe Leser,

    ich habe Gott in der schwersten Zeit meines Lebens kennengelernt, als ich wortwörtlich in den Himmel schrie´.

    Ich gebe auf.

    Ich gebe mein Ego auf. Meinen Erfolg. Meine Talente. Alles was ich habe, gebe ich auf… ich war vor dem Freitod und das letzte an das ich glaubte war Gott. Ich fragte, wenn es "Dich" wirklich gibt und "Du" wirklich allmächtig bist, dann ist es "Dir" möglich mir zu helfen. Ich habe hier nichts mehr was es sich zu leben lohnt, alles schon gesehen, hol mich hier ab.

    Es vergingen keine Tage und eine jahrzehntelange psychische Misere wandelte sich in ein Leben um das für mich davor nicht mal im Ansatz vorstellbar war: Ein Leben voller Liebe. 

    Auch hatte ich "Alles". Erfolg, Frauen, Geld und sogar einen "Namen" aber all das half nicht aus dem wahren Leiden meines Herzens, die kaum ein näherer Freund von mir kannte. Es ist für Menschen die diese Hölle nicht selbst durchgemacht haben nicht vorstellbar oder in Worte zu fassen was es für hypersensitive Menschen die emotional von einer "Mutter" verkrüppelt wurden, was das für Auswirkungen auf das Leben hat und das die Folgen solch einer "Erzeugerin" kaum bis gar nicht therapiert werden können.

    Das Kindesherz gebrochen, bevor es zu Schlagen bagnn.

    Das sind meine Worte dazu.

    Als ich dann wenige Tage später aber wieder kurz "zurück" fand in die "irdische Welt" und das alles als "Zufall" abtat, da betete ich um ein Zeichen und es kam exakt in der Sekunde eine Werbe E-Mail mit einem Musiklink zu "Over the Rainbow" und dieses Lied hat eine starke emotionale Bedeutung für mich.

    Seitdem lebe ich ein anderes Leben. Habe ich eine Frage, dann schlage ich die Bibel auf und die erste Seite die ich aufschlage und der erste Satz ist die Antwort, sofern diese Frage von reinen Herzens ist.

    Seitdem lebe ich nach dem Plan Gottes. Was ich tu, gibt nach Außen hin keinen rationalen Sinn aber … vertraut und es wird euch an nichts mangeln … so lebe ich und es ist wahrhaftig. Ich folge den Zeichen und es geschehen Wunder die fern von Logik und rationallem Denken sind.

    Auch sage ich nicht die Bibel ist das Wort Gottes, sondern über diese Worte spricht Gott zu Dir!

    Denn ich muss nicht das Gebot beherzigen eine Mutter zu ehren, die nie eine Mutter gewesen ist oder ein Vater der vor all dem (zu Recht?) flüchtete. Sie ist nicht mehr als das Fleisch aus dem ich auf diese Welt kam aber ich bin ein Kind Gottes. Denn "er" liebt mich und das zeigt "er" mir auch:

    Beinahe jeden Tag.

    Was Gott mit mir tut? Ich bin ein erfolgreicher Künstler geworden und manchmal spricht Gott auch über die Menschen zu den Menschen…

    Bei nahe jeden Tag.

    Seid gesegnet.

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  16. Martin

    Hi Mandy,

    Ich habe auf ein Okay von Christus zu meinem Plan gehofft und spontan gegoogelt.

    Ich bin also hier gelandet und – ohne Dich oder Dein Schicksal näher zu kennen – auf diesen Artikel gestoßen.

    ich weiß auch gar nicht genau was ich schreiben soll oder könnte. Ich hatte nur das Gefühl, dass es schön wäre hier etwas zu hinterlassen. 

     

    Was suchst Du zur Zeit? Was ist Dein Plan in Christus für die Zukunft? Hat sich da schon etwas rauskristallisiert für Dich?

    Ich schau Morgen nochmal rein…

    Liebe Grüße aus der Ecke Hannover,

     

    Martin

    Antworten
    1. Mandy Artikelautor

      Hallo Martin,

      schön das Du hier gelandet bist. Ich denke im allgemeinen, dass sein Plan darin besteht, dass jeder Mensch seine Fähigkeiten und Talente fördert und dann für andere einsetzt. So liebe ich es zu schreiben und hoffe dem ein oder anderem mit meinem Blog zu ermutigen, ihn ein Stückweit zu begleiten und herauszufordern.

      In meinem privaten, persönlichen Bereich denke ich auch, dass Gott dies und jenes mit mir vorhat. 

      Ich bin allerdings nicht die große Lebensplanerin, die in 5 Jahren dies und in 10 Jahren das erreichen möchte. Ich bin da eher flexibel, lebe jeden Tag neu und sehe ihn als Geschenk, egal was da so kommt. Ich frage meistens auch nicht lange nach, ob das nun Gottes Plan ist oder nicht. Ich hör auf mein Herz, denn ich glaube Gott spricht dadurch und damit lag ich meistens auch ganz richtig ;-) 

      Alles Liebe für Dich und viel Erfolg und Segen auf Deinem Lebensweg.
      Mandy

      Antworten
      1. Martin

        Hallo Mandy,

        Danke für die Antwort. Irgendwie ist es schon lange her und ich bin überall und nirgends unterwegs gewesen. Witzig ist, dass es schon so lange her ist und ich wieder hier gelandet bin (dank der abo Funktion ;-)

        Ich hab zwar gerade nix weiter zu melden – aber wenigstens wollte ich bei der Gelegenheit nochmal antworten und Danke sagen!

        Alles Gute weiterhin!

        Martin

        Antworten
  17. Christian

    Habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, aber der Titel Deines Artikels hat mich angesprochen.
    Mich kotzt dieser Satz nicht nur an, sondern ich stufe den Satz auch als biblisch-theologisch falsch ein. Diesen Satz und das Konzept lassen sich nicht in der Bibel finden. Wir sollen mit unserem Leben Gott die Ehre geben. Das können wir als Pastor, als Krankenpfleger, Hausmann und Schüler usw. Solange wir die Gebote Gottes halten, tun wir Gottes Willen. Die Bibel spricht hingegen nicht von einem individuellen Plan Gottes für Frau X oder Herrn Y, den wir erkennen müssten. Das schafft Freiheit und ermöglicht ein Leben als reifen Christen.

    Antworten
    1. anonymaus

      Genau so sehe ich das auch, mich haben solche Sätze fast das Leben gekostet als ich noch sehr jung im glauben war, ich dachte damals mit mir stimmt was nicht, wo ist nur Gott geblieben, ein ganz unvorteilhafter Satz wenns einem schlecht geht ist auch noch folgender “Gott möchte ja nur das beste für dich”… das Problem bei solchen Formulierungen ist, das man sich zu sehr auf die Zukunft fixiert u. sich fragt, na wo ist nun das super Gefühl, mein super Leben, wenn doch Gott nur das Beste für mich will, aber unsere Gedanken sind halt nicht Gottes Gedanken, er möchte das wir uns ganz auf seine Gnade einlassen. Wenn du ständig auf den “Plan” schaust lebst du ja nur in der Zukunft in großer Erwartung das dein Leben noch total spitze wird, wird es aber nicht, es ist ein Kampf u. ein Leiden u. je eher dir das bewusst wird desto mehr schaust du auf Jesus u. lässt dir Stückweise immer mehr an seiner Gnade genüge tun. Das ist auch der Grund warum ich Gemeinden meide, ich halte nichts von Wohlstandsevangelium oder von euphorischen Gefühlszuständen, das Leben ist beschissen, nicht meine Heimat hier.

      Antworten
  18. Christian

    Deine Sicht der Realität finde ich sehr treffend. Damit sage ich nicht, dass wir nicht auch schöne Zeiten erleben, an die wir uns gerne zurück erinnern. Aber schauen wir der Realität ins Auge:
    Es werden nicht alle Menschen geheilt (Gott hat das gar nicht zugesagt), Christen werden depressiv,
    usw. Ich halte es übrigens auch fatal davon zu sprechen, dass man als Christ Gott spürt.
    Auch diesen Gedanken finde ich in der Bibel nicht.
    Ich hoffe, du findest noch eine Gemeinde, die realitätsbezogen ist. Die findest du wahrscheinlich weniger in charismatischen Gemeinden….
    Was Dir bestimmt gefallen könnte ist:
    http://www.mbird.com/2014/06/the-drunken-downfall-and-death-of-thomas-kinkade/
    https://www.youtube.com/watch?v=hDhKOrHHYIQ

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  19. Anonymous

    Was ist der Plan Gottes für unsere mitgeschöpfe vor allem für diejenigen welche grundlos gequält und missbraucht werden oder ist es immer noch nicht aufgefallen das alles leben den gleichen Wert hat ?

    Antworten
  20. Mauerblume

    Mitgeschöpfe finde ich schön geschrieben. Was das viele, viele Leid in dieser Welt zu bedeuten hat, können wir mit unseren beschränkten, menschlichen Möglichkeiten nicht erkennen. Aber es reicht, wenn wir das
    Leid sehen und nach besten Möglichkeiten versuchen zu lindern, oder dagegen vorzugehen, im Sinne der Nächstenliebe und Verantwortung für diese Welt. Das ist unser christlicher Auftrag. Jeder da, wo es möglich ist, und in welchem Rahmen es dem einzelnen möglich ist. Und immer aus der Kraft des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe, die wir durch Gott spüren dürfen. (Auch wenn es darum geht, dass wir selbst leiden, anderen die Gelegenheit zu geben uns zu helfen.)

    “Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.” 1 Korinther 13,12
    “Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe. 1Korinther 13,13

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