Wieviel Glauben braucht ein Wunder?


Diese Frage kam mir heute in den Sinn, als ich diese wundersame Bibelstelle las:

 

"Bald darauf verließ Jesus diese Gegend und kehrte mit den Jüngern in seinen Heimatort Nazareth zurück.

Am Sabbat ging er in die Synagoge, um dort zu lehren. Die Leute, die ihm zuhörten, staunten über ihn und fragten:

"Wie ist so etwas nur möglich? Woher hat er diese Weisheit? Wer gibt ihm die Macht, solche Wunder zu tun? Er ist doch der Zimmermann, Marias Sohn. Wir kennen seine Brüder Jakobus, Joses, Judas und Simon. Und auch seine Schwestern leben alle unter uns."

Sie ärgerten sich über ihn. Da sagte Jesus:

"Nirgendwo gilt ein Prophet weniger als in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner eigenen Familie."

So konnte er dort keine Wunder tun. Nur einigen Kranken legte er die Hände auf, und sie wurden gesund.
 
Er wunderte sich über den Unglauben der Leute."
 
 
 
 
Nanu, was geht denn da vor sich?
 
Jesus konnte in seinem Heimatort Nazareth keine Wunder tun? Weil es den Leuten da an Glauben mangelte? Oder warum nicht? Aber mal ehrlich, hingen die Wunder, die Jesus tat wirklich vom Glauben der Leute ab, für die er betete?
 
Das würde ja bedeuten, dass man Jesus' Fähigkeiten dämpfen würde, indem man nicht genügend glaubt?!
 
Das Jesus einen tiefgründigen Glauben lobt, dass ist eigentlich keine Frage. Er schreibt Heilung und Vergebung den Menschen zu, die einen großen Glauben hatten.
 
Ich denke dabei gerade an den Mann, der krank war und von seinen Freunden durch das Dach herabgelassen wurde, um zu Jesus zu kommen. Da hatten die Freunde und Angehörigen mächtig viel Glauben – deshalb brauchten sie die Aktion ja überhaupt.
 
Nachlesen kannst Du das im Markus 2, 1-12.

Es gibt aber auch genauso Geschichten in der Bibel, wo Jesus Wunder tat und die betroffenen Personen hatten wenig oder gar keinen Glauben. Z.B. die, als Jesus den Sohn einer Witwe wieder zum Leben erweckte:

"Als er sich dem Stadttor näherte, kam ihm ein Trauerzug entgegen. Der Verstorbene war der einzige Sohn einer Witwe. Viele Trauergäste aus der Stadt begleiteten die Frau.
 
Als Jesus, der Herr, sie sah, war er von ihrem Leid tief bewegt. "Weine nicht!", tröstete er sie. Er ging zu der Bahre und legte seine Hand darauf. Die Träger blieben stehen. Jesus sagte zu dem toten Jungen: "Ich befehle dir: Steh auf!" Da setzte sich der Junge auf und begann zu sprechen.
 
So gab Jesus der Mutter ihr Kind zurück."

Lukas 7, 11-17

 
Wie es aussieht, hatte Jesus Mitleid mit der weinenden Frau und ging deshalb auf sie zu. Die Mutter war voller Trauer und Tränen – ich denke die war viel zu beschäftigt, um jetzt zu glauben Jesus könnte ihren toten Jungen wieder auferwecken. Und der Junge selbst? Tschja, der arme Kerl war mausetot und somit nicht mehr in der Lage zu glauben.
 
Wer hatte also den Glauben für diese Wunder? Jesus!
 
Jesus wollte den Jungen wieder lachen sehen und die Tränen der Mutter wegwischen – er wollte, dass der Junge lebte. Also erweckte er ihn wieder zum Leben.
 
Oder nehme wir die Bibelstelle mit der Speisung der Fünftausend. …. da dachte wohl nicht wirklich einer dran, dass die fünf Brot und zwei Fische soviele Menschen satt machen konnten. Nachlesen kannst Du das im Markus 6, 30-44. Aber Jesus wollte das alle satt werden, als musste ein Wunder her!
 
Ich erinnere mich an John Wimber, dessen Biografie ich mal las – er ist der Gründer der Vineyard Bewegung. Er schrieb, dass er irgendwann mal seinen kompletten Glauben verloren hatte…. und dann wurde plötzlich jemand wie durch ein Wunder geheilt, für den er betete.
 
 
Ich denke Glauben zu haben ist hilfreich, wenn man ein Wunder nötig hat – aber es ist nicht zwingend erforderlich, damit Gott ein Wunder tut!
 
Es ist quatsch zu sagen, Jesus könne erst heilen, wenn ein Mensch das unbedingt will und an seine Heilung glaubt. Jesus hat alle Macht von Gott und er kann jederzeit tun, was er möchte und bei wem er möchte.
 
Dennoch ist der Glaube, meiner Meinung nach, ein wichtiger Punkt bei der Heilung von Menschen im neuen Testament. Wenn wir unsere Hoffnung auf dem Glauben aufbauen, werden wir viel empfänglicher für Gottes Wirken an uns – das habe ich selbst erleben dürfen.
 
Aber kommen wir mal auf die Bibelstelle ganz oben im Text zurück:
 
Warum konnte Jesus keine Wunder tun in seinem Heimatort Nazareth? So wie ich die Stelle verstehe – ich habe in verschiedenen Bibelübersetzungen nachgelesen – war es keine Sache des wollens, sondern er konnte es einfach nicht.
 
Dazu kommt noch, dass er sich wunderte über den Unglauben der Leute. Er war überrascht, vielleicht sogar schockiert?
 
Nun, ich kann Dir nur meine Erklärung weitergeben – sie ist eine Vermutung. Ich denke diese Stelle zeigt deutlich das Jesus eben nicht nur ein Gott voller Superkräfte war, sondern auch Mensch mit Gefühlen, den man durchaus kränken und traurig machen konnte.
 
Vielleicht hat ihn das Verhalten seiner Leute, wo er viele wahrscheinlich schon von Kind auf kannte, so traurig gemacht – das er unfähig wurde zu handeln?
 
Was meinst Du dazu?
 

Fetten Segen und schöne Woche.
Deine Mandy
Jesus Punk

 

© Foto: flickr.com

 


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Dieser Beitrag wurde am 5. Dezember 2012 veröffentlicht.

12 Gedanken zu „Wieviel Glauben braucht ein Wunder?

  1. Matt

    Ich denke auch nicht, dass Jesus auf den Glauben der Menschen "angewiesen" ist.
    Beispiel: Der besessene Mann (Gesarena) der von vielen Dämonen besessen war. Der hatte schon gar keinen freien Willen mehr und auch nicht den Glauben, dass Jesus ihn befreien könnte. Und Jesus hat diesen armen Mann von dieser Plage befreit, weil er seine Not gesehen hat. Nicht weil dieser an ihn geglaubt hat. Übrigens mit beeindruckender Vollmacht bei der ca. 2.000 Schweine im See Genezareth baden gegangen sind … was für eine Schweinerei … ;)
    Aber Jesus schmeisst auch keine "Perlen vor die Säue" (schon wieder Schweine) und tut große Wunder, nur um die Leute zu beeindrucken.
    Hätte jemand in Nazareth glauben gezeigt, hätte Jesus geholfen. Der Glaube schenkt Jesus also nicht die Vollmacht, sondern Jesus erbarmt sich über den Glauben.

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  2. P. Vinzenz von Paul

    Ich glaube auch nicht, dass man den Glauben braucht, um geheilt zu werden. Man braucht wohl eher den Glauben, um die Heilung auch dem zukommen zu lassen, der sie veranlasst hat. 
    In Nazareth wäre wohl niemand auf die Idee gekommen, dass von ihrem alten Kumpel, den sie schon als Kind kannten ein Wunder geschieht (selbst wenn es geschehen sollte). Da bin ich voll auf Deiner Linie Mandy: Ich glaub er war traurig und verzweifelt und wusste wohl auch, dass der "Prophet im eigenen Land" nichts gilt! Was nicht heißen soll, dass er nicht auch dort Wunder getan hat. Nur hat die wohl keiner Ihm zugeschrieben?!
    Das Heil der Welt wird uns allen ohne unser Zutun zuteil, wir müssen es aber auch annehmen…  
    P. Vinzenz

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  3. Josef Sefton

    Hebraer 6:11
    Aber ohne Glauben ist's unmoeglich, Gott zu gefallen…
    Die Menschen, die Jesus kannten waren priviligiert wie keine andere. Wie undankbar waren sie. Erinneren wir uns was geschah in der Wueste wegen jahrelanger Undankbarkeit. Moege die Gegenwart Gottes uns zum Gottes Lob bringen!

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  4. Nicki

    Ich denke er konnte nicht heilen weill die leute das einfach nicht wollten  und inerlich zu hart wahren .den jesus zwingt sich ja niemanden auf  denke ich und darum konnte er auch niemanden heien weill sie sich dagegen entschieden

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  5. Anonymous

    Es ist quatsch zu sagen, Jesus könne erst heilen, wenn ein Mensch das unbedingt will und an seine Heilung glaubt. Jesus hat alle Macht von Gott und er kann jederzeit tun, was er möchte und bei wem er möchte

    Das ist wohl der Kern der Sache :"[…] bei wem er möchte." Genau, bei manchen will er einfach nicht, ob glauben oder nicht. Wie heißt es so schön: Alle Menschen sind gleich, nur manche sind eben gleicher als andere. Jetzt wird mir alles klar. Vielen Dank du toller Gott!!

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  6. Gekreuz(siegt) Moderator - Soenke

    Alle Menschen sind gleich, nur manche sind eben gleicher als andere.

    Ist das nicht aus Animal Farm? Egal! Klar empfinden wir eine Ungerechtigkeit wenn Gott uns nicht den Lohn gibt den wir meinen zu verdienen. Gott geht da nicht nach Frömmigkeit. Dann wäre ja alles klar. Nein Gott sucht sich seine Begünstigung schon aus. Und auch die die er bestraft wie z.B Hiob. Aber im ersten Moment durch Gott gestraft zu sein kann auch eine Chance sein etwas anders im Leben zu machen.

    Gruß Sönke

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    1. Anonymous

      Ja richtig ist aus Animal Farm, auch wenn hier statt Mensch, Schwein stehen müsste, was im übrigen wohl nicht der falscheste Vergleich wäre. Hiob im übrigen ist ein super Beispiel für Gottes Liebe. "Hey Satan,lass uns mal ne Wette machen. Quäl Hiob mal so richtig schön, damit ich (Gott) dir mal zeigen kann wie toll ich bin." Da glaubt also einer an Gott und darf zur "Belohnung" mal beweisen, wie toll er das macht. Hat sein Leben lang nichts verkehrt gemacht und ihm wird alles genommen, was er im Leben hatte. Nur weil Gott sich vor einem anderen so toll darstellen will. Nur auf Gott verlassen kann man sich nicht. Wenn man mit Gott sprechen möchte, bekommt man keine antwort, wenn es heißt Gott sorgt für einen stimmt es nicht. Man wird allein gelassen und verarscht. Da braucht mir keiner sagen es wär anders, so lange ich mich zurückerinnere ist es immer so. Dann steht in der Bibel, man kann Gott in der Not um Hilfe bitten. Ja klar bitten kann man, aber passieren tut trotzdem nichts. Aber darüber lesen, wie er bei anderen alle Register zieht das darf man jeder Zeit. Dieser Satz das nicht alle Menschen gleich sind, ist dabei mehr als passend. Wer es also in Gottes Augen nicht wert ist, der bekommt es eben jeden Tag zu spüren. Und dann muss man sich ja am besten auch noch darüber freuen, weil Gott einen bemerkt hat. Ich wollte schon so oft so vieles anders und vielleicht sogar besser machen, aber zumindest ich kann es Gott wohl nie recht machen.

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      1. Anonymous

        Was hatte Hiob eigentlich verpflichten? Leider hängt mir die Geschichte seit meiner Kindheit schwer im Magen. Warum sagst Du Hiob musste bestraft werden???

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  7. Josef Sefton

    Der Kern der Sache ist dass Gott ist gerecht. Glauben wird immer belohnt, denn Glauben ist sein enzigartiges Geschenk. Vielen Dank Du treuer, gnaediger, barmherziger Gott!!

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