Geistlicher Missbrauch – Wie komm ich da raus?

Vorgestern schrieb über geistlichen Missbrauch und was das überhaupt ist:

Geistlicher Missbrauch – Was ist das?


Heute nun möchte ich mich damit beschäftigen, was man dagegen tun kann.

Vornweg möchte ich nochmal erwähnen, dass ich selbst nie geistlichen Missbrauch erlebt habe und denke, dass mir so auch wichtige Punkte gar nicht klar sind. Wenn Dir etwas auffällt, dann fühl Dich frei mich zu berichten bzw. zu ergänzen.

Ich kann in diesem Artikel auch nur im groben zusammenfassen, wie so ein "Ausstieg" aussehen kann – wenn Du betroffen bist, dann informiere Dich bitte weiter z.B. in den Büchern oder Links, die ich Dir am weiter unten empfehle.

 

Geistlichen Missbrauch erkennen

Ich denke wichtig ist es den Missbrauch überhaupt erstmal als solchen zu erkennen und dann zu überlegen was zu tun ist. Oftmals stecken Menschen tief drin in diesem System, bis sie erkennen das "etwas nicht stimmt."

Ich rate Dir, Dir jemanden zu suchen dem Du vertraust. Damit er das alles auch verstehen kann, ist es wichtig, dass er Christ ist – denn sonst fehlt ihm einfach der nötige Ein- und Durchblick.

Sprich mit ihm über das, was Du erlebst und betet gemeinsam.

 

Es ist krass etwas als "geistlichen Missbrauch" zu bezeichnen, da solltest Du wirklich vorsichtig sein, um keinen Missbrauch mit diesem Begriff zu treiben:


"Prüft in allem, was ihr tut, ob es Gott gefällt. Lasst euch auf keine finsteren Machenschaften ein, die keine gute Frucht hervorbringen; im Gegenteil: helft sie aufzudecken." – Epheser 5, 10 + 11


Es geht nicht darum eine Gemeinde zu erschaffen, die so tickt und funktioniert wie man das selbst gerne hätte. Es geht darum in einer Gemeindschaft zu leben, die so zusammenarbeitet wie sich das Gott vorstellt.

Mein Artikel, was Missbrauch überhaupt ist oder die Übersicht auf geistlicher-missbrauch.ch kann helfen, zu prüfen ob etwas missbräuchlich ist oder eben nicht.

 

Stell Dich dem Schmerz

Ich möchte Dich ermutigen, Deine Gefühle rauszulassen. Wenn Du verärgert bist, wütend, traurig… egal was, lass es raus. Wenn Dir nach heulen ist, dann heule … Wenn Du schreien willst, dann schreie …

Sich den Wunden und dem Schmerz zu stellen – Gefühle auszudrücken – ist ein wichtiger Schritt zur Heilung.

Sprich über all das, was Dich beschäftigt. Manchmal hilft es auch, dass aufzuschreiben.

 

Deine Vorstellung von Gott überdenken

Häufig wird das Bild von Gott durch geistlichen Missbrauch total verdreht. Gerade geistliche Leiter beeinflussen Dich in Deinen Vorstellungen, die Du von Gott hast.

Es gibt da einen Spruch, den ich oft schon zitiert habe. Er lautet: "Christen können enttäuschen – Christus nie!"

Ich glaube, da ist sehr viel Wahres dran und das solltest Du Dir klar machen. Missbraucht haben Dich Menschen und nicht Gott. Es ist auch keine Strafe Gottes und Du brauchst keine Angst haben Dich Gott zu nähern, denn nicht er hat Dich betrogen und verletzt.

 

Deine Vorstellung von Menschen vorallem Christen überdenken

Mach Dir auch klar, dass nicht alle geistlichen Leiter oder Christen lügen und missbrauchen. Häufig sagt man sich nach einer Verletzung: "Ich traue keinem mehr!" oder auch: "Christen kann man doch alle in die Tonne kloppen!"

Das ist Blödsinn und das weißt Du auch. Da darfst Du Dich nicht emotional bescheissen lassen. Natürlich ist manchem Menschen nicht zu trauen, aber es ist eine Lüge, zu behaupten alle Christen sind verlogen und man darf keinem mehr vertrauen.

 


Vergib Dir selbst

Wahrscheinlich ist es zuerst dran, sich selbst zu vergeben. Vielleicht machst Du Dir Vorwürfe und hälst Dich für total verblödet, weil Du nicht eher gerafft hast, was da abgeht.

Aber hey, Du hast es jetzt kapiert und das ist wichtig!

Es gibt wohl keinen Menschen, der los geht und sagt: "So, jetzt lasse ich mich missbrauchen!" - In einen geistlichen Missbrauch "rutscht" man rein…. Stück für Stück, immer ein kleines bisschen weiter.

Bitte Gott auch um Vergebung, für das was Du vielleicht aus dem Zorn und dem Schmerz heraus getan hast und was nicht korrekt war.

 

Vergib den Menschen, die Dich verletzt haben

Ich glaube, um wirklich frei zu werden ist es dran Menschen zu vergeben, die Dich verletzt haben. Wie sagte Jesus, als er am Kreuz hing?


"Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" – Lukas 23, 34


Ich vermute den allermeisten Menschen, die ihre Autorität als geistlicher Leiter missbrauchen und somit Menschen missbrauchen – stecken so tief drin, dass die gar nicht mehr raffen, was da überhaupt ab geht.

Ich glaube der Schritt zur Vergebung kostet viele Tränen, Wut und auch Trauer. Doch ich bin überzeugt davon, dass es ist wichtig ist auch diese Gefühle zuzulassen, um sich endgültig zu lösen und wieder klar denken zu können.

Vergebung bedeutet nicht, dass alles vergessen ist und das Du ab sofort nie mehr dran denken darfst. Vergebung ist so wie das aufstechen von einem dicken Pickel. Das Eiter kann abfließen, aber die Wunde muss noch heilen und das braucht Zeit.


Werde geistlich erwachsen

Wer sich mit der Gott und der Bibel beschäftigt, der lernt im Laufe der Zeit dazu. Er wird vom Baby zum Erwachsenen, wie es Paulus schon bezeichnet hat – siehe 1. Korinther 3

Ich finde es wichtig, wenn Dir etwas während dem Gottesdienst klar wird… nach der Predigt zum Pastor zu gehen und ihn drauf anzusprechen. Du bist für Dich und zum Teil auch für andere Menschen, die eben "Babys" im Glauben sind verantwortlich.

Wenn der Typ hinter der Kanzel totalen Dünnsinn erzählt, dann weise ihn freundlich drauf hin. Du sollst ihm nicht gleich an die Gurgel springen, denn vielleicht ist ihm das gar nicht ganz bewusst und er ist Dir sogar dankbar für Deinen Hinweis und Deine Berichtigung.

 

Ich hoffe ich konnte Dir einige gute Ratschläge geben.


Sei gesegnet und wachsam!
Deine Mandy
 


Noch einige Buch und Linktipps:
 

 

 

Hilfreiche Links:

 

Hast Du geistliche Missbrauch erlebt?

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Dieser Beitrag wurde am 30. April 2012 veröffentlicht.

16 Gedanken zu „Geistlicher Missbrauch – Wie komm ich da raus?

  1. Matthias

    Hallo,
    danke für die gute Zusammenfassung. Finde ich gut, wie Du das machst.
    Eine Anmerkung zu geistlicher-missbrauch.ch: Ich finde 99% von dem, was sie da schreiben, stimmt. Was ich jedoch als total übertrieben empfinde ist, Mentoring per se als ein Mittel geistlichen Missbrauchs zu diffamieren. Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Natürlich werden Gemeinden, in denen missbräuchliche Kontrollstrukturen herrschen, auch Mentoring benutzen können, um diese Kontrolle aufrecht zu erhalten. Gemeinden, die aber ihre Mitglieder zu mündigen Christen werden lassen wollen, werden Mentoring zu einem diametral entgegengesetzen Zweck einsetzen, nämlich zur Befähigung der Heiligen (vgl. Eph 4,12)
    Ich habe den Eindruck, dass die Autoren der Seite geistlicher-missbrauch.ch hier aus irgendwelchen Gründen ausschließlich negative und einseitige Erfahrungen gemacht haben und möchte darum ausdrücklich etwas Positives dagegen setzen. Ich persönlich habe von meinen Mentoren bisher nur profitiert. Es war keine Maßnahme zur Steuerung oder Kontrolle, sondern zur Förderung meiner eigenen Persönlichkeit.
    Ich selbst bin auch Mentor für einige Mitarbeiter – und ich würde mir lieber die Zunge abhacken, als Mentoring als Mittel zur Kontrolle zu verwenden.
    Biblische Belegstellen für Mentoring gibt es auch: Apg. 18,26 oder natürlich das klassische Beispiel von Paulus und Timotheus. Ein "Mentor" ist nach der klassischen Definition genau das, was man in der Gemeinde als geistliche Väter und Mütter bezeichnen würde. Zwischen diesen Dingen also einen Unterschied zu konstruieren, ist sachlich falsch.
    Gruß,
    Matthias

    Antworten
    1. Mandy Artikelautor

      Hallo Matthias.

      Ich denke das haben die etwas falsch ausgedrückt. Ich verstehe es nicht so, dass sie Mentoring generell als geistlichen Missbrauch verstehen. Sondern das es geistlicher Missbrauch ist, wenn Mentoring eben missbraucht wird und falsch "angewendet" wird und als Mittel der Kontrolle dient.

      So wie du schon ganz gut erklärt hast.

      Antworten
  2. Chrissie

    Hallo :-)
    Danke für den Artikel. Er hat mir sehr geholfen und mich weiter gebracht.
    Gott segne dich und deine Arbeit.

    Liebe Grüße
    Chrissie

    Antworten
  3. ursula berger donatz

    Danke Mandy, wieder einmal hat Dich der Geist Gottes befähigt viele komplexe Dinge einfach und überschaubar darzustellen .Den Link hin,das wir in Jesus wachsen dürfen/sollen finde ich sehr wichtig.Was mir geschehen ist kann zu meiner geistigen Reife dienen wenn ich sie ganz Gott hingebe,Vergebung ausspreche und annehme.Es führt zur Freiheit und befähigung immer mehr mit Gottesaugen zu sehen und Mitmaenschen mit Barmherzigkeit zu begegnen Nun noch ein Votum.Noch nicht lange her wurde mir aufgezeigt,dass  das  Wort Mentoring im Ursprung bedeutet.Nachzusehen in Googel etc.In meiner Gemeinde sprechen wir von Bezugsperson oder Geistige-Elternschaft.In der Bibel wird davon ja gesprochen das weir Väter und Mütter im Geist weden sollen. Und immer daran denken,für JESUS ist NICHT,S unmöglich Wünsche allen "Opfern" den Weg des Wachstums,der Freiheit und die zunahme der Fülle in Jesus! Herzlich Ursula,die das erleben darf.

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  4. Stefan

    Hallo Du,

    danke erstmal für die wirklich gut gelungene Zusammenfassung.

    Ein Buchtipp noch von mir: "Die Machtfalle – Machtmenschen in der Gemeinde" von Volker und Martina Kessler.

    ISBN 3-7655-1225-7

    Es ist im Brunnen – Verlag erschienen.

    Ich denke jeder sollte es lesen, um besser vorbereitet zu sein, wenns drauf ankommt. Hat nur 80 Seiten.

     

    Herzliche Grüße

     

    Stefan

    Antworten
  5. Annette

    Seufz.

    In Kurzform unterschreibe ich Deinen Artikel – Du hast da locker ein paar Jahre (!!) zusammengefasst :) .

    Böseste Stolperfallen sind meiner Meinung nach:

    Vorsicht mit dem Vertrauen! Nicht, weil jemand Christ ist, ist er auch vertrauenswürdig. Manchmal kann auch eine "weltliche" Therapie hilfreich sein. Ein guter Therapeut wird nämlich niemals Deine Glaubensüberzeugung verunglimpfen.

    - Vorsicht mit dem Vergeben! Bitte nicht unreflektiert und vorschnell christlich-fromm. Das führt nur zu Verzweiflung oder Heuchelei, aber nicht zu Heilung und Vergebung.

    – Ja und Amen zu: Christen enttäuschen, Christus nie! Bitte lest die Bibelstellen, besonders die über Unterordnung, Vergebung, Verantwortung sehr sorgfältig und ohne fromme Brille!

    - Zeit lassen. Wut, Schmerz, Trauer, Lust auf Ballerspiele mit Namensvergabe werden kommen, manchmal als Flashbacks noch recht lange. Vor allem, wenn man Euch auch fernerhin als "Abtrünnige" oder "Feinde" diffamiert. Oder Ihr vor Eurem nächsten Geburtstagskuchen allein sitzt, weil alle dageblieben sind…

    - Nicht aufgeben. Jesus ist der Sieger, nicht das A***loch, das Euch das angetan hat. Macht weiter mit Jesus, mit was immer Euch Gott gegeben hat.

    Love you, be blessed, feel hugged,

    Annette

     

    P.S. Wie genau kriegt man hier Bilder reingestellt??

    Antworten
  6. Gekreuz(siegt) Moderatorin - Ulrike

    Hallo Mandy.

    es wie Jesus zu machen und sich vor Augen zu halten, dass sie nicht wissen was sie tun, ist ein guter Ratschlag, denn er hilft zur Ruhe zu kommen und wieder Frieden zu finden. 

    Wie du ja weißt, wurde ich 24 Jahre lang geistlich missbraucht und durch eine machtbesessene pseudochristliche Religionsgemeinschaft von Jesus fern gehalten. 

    Das mir die Augen aufgingen, ist nun ca 8 Jahre her…die Konsequenzen offiziell zu ziehen, ist 6 Jahre her und das ich zu Jesus gefunden habe, ist 4 Jahre her. Es braucht halt alles seine Zeit.

    Was ich rückblickend festgestellt habe, ist, das Gott mich als liebevoller Vater trotzdem nicht verlassen hat. Er war die ganze Zeit über bei mir, hat diesen Irrweg zugelassen und – bis auf ein paar immer noch schmerzhafte Auswirkungen – das allermeiste zum Guten geführt.

    Darum gefallen mir deine Gedanken dazu sehr gut. Auch die Zusammenfassung von Annette bringt es super auf den Punkt.

    Aber vor allem das Vergeben macht den Unterschied. 

    Ich habe den direkten Vergleich…während meine Wunden alle verheilt sind, weil ich zu Jesus gefunden habe, sind mir nahe Menschen zu bitteren Zynikern geworden, die Gottes Wort nur noch für ein Märchenbuch halten. Von innerem Frieden ist bei ihnen leider keine Spur. 

    Ich kann und werde nicht aufhören für sie zu beten und hoffe immer weiter darauf, dass auch sie zu unserem Herrn Jesus finden und denen verzeihen können, die ihnen wirklich Schlimmstes zugefügt haben…nicht nur geistlich, sondern in diesem Zuge auch körperlich. Ich weiß noch von anderen, die sich auch – so wie ich – von Jesus heilen ließen und darum kann ich nur sagen, das es wirklich so ist…ihn IHM allein, liegt alles Heil.

    Vielen Dank also, für deinen Artikel, von dem ich mir erhoffe, dass er vielen geistlich missbrauchten Menschen  helfen wird, zwischen menschlichen Führern und Jesus Christus zu unterscheiden.. :)

    LG Ulli

     

     

    Antworten
  7. Mandy Artikelautor

    Hallo Ihr Lieben,

    da habt ihr ja wieder was ausgegraben. Musste erstmal nachlesen, was ich damals dazu geschrieben hatte.

    Vielen Dank für die ergänzenden Kommentare! Sie sind sehr wichtig, weil es es auch betroffen hat und Ihr da nochmal einen anderen Blickwinkel drauf habt. Danke ;-)

    Lieben Gruß 
    Mandy

    PS: Annette, Bilder kannst Du nur bedingt in Kommentare einfügen (per Link, vorletztes Zeichen). Das ist auch mit Absicht so. Denn ich muss dafür gerade stehen, wenn jemand Bilder hier einfügt, an denen er nicht die Rechte hat. Das kann teuer werden – Urheberecht.

    Antworten
  8. Andrea

    Danke für diesen wichtigen Beitrag, ich kenne Geistlichen Missbrauch leider auch. Es ist aber nicht immer Absicht und man soll sich hüten, Leute zu verurteilen.

    Tipps: Prüfet alles! (Das hilft enorm)

    Außerdem finde ich es auch ganz wichtig für die Gemeindeältesten zu beten.

     

    Antworten
  9. Annette

    Ich krieg schon wieder Bauchschmerzen:

    Passt auf mit dem für die Ältesten beten und dem Vergeben. Beides ist richtig und wichtig. Aber nicht so schnell, nicht sooo schnell. Warum? Weil sonst die Gefahr besteht, dass Ihr Euch und Euren Schmerz, Euren Zorn einfach nur christlich übertüncht. Und wenn das passiert, ist kein Raum mehr für echte Heilung und Vergebung.

    Und die Bibelstellen zur Vergebung bitte genau lesen!!!!

    – "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" galt nur für geistlich unwissende "Römer", die wirklich keine Ahnung von der geistlichen Dimension der Kreuzigung hatten (heute vielleicht etwa vergleichbar mit anti-christlichen Extremisten). Es galt nicht für die Schriftgelehrten, die sehr wohl um die Bedeutung des Messias wussten (vergleichbar heute mit bibelkundigen Leitern, die sich wie die Pharisäer damals aber für frömmer, wissender als die Allgmeinheit halten.) Die Bibelstelle passt nicht auf geistlichen Missbrauch!!

    Geistlicher Missbrauch geschieht nicht aus persönlichen Schwachstellen oder blinden Flecken für eigene Schwächen, sondern aus dem gezielten Manipulieren und Ausnutzen anderer unter dem Deckmantel des Gemeindelebens.

    Antworten
    1. Marie

      Danke, Annette, mir geht das auch viel zu schnell mit dem Vergeben und Vergessen.
      Ich bin auch eher für Konfrontation mit dem Missbraucher, weil sich das Verhalten sonst nicht ändern wird und das immer so weitergeht.

      Wir haben z.Zt. selbst so einen Fall bei uns in der Gemeinde: katholischer Ordenspriester, der die Menschen narzisstisch missbraucht.
      Und auch hier geht es vor allem um sein Bedürfnis nach Bewunderung, Anerkennung und Lob. All das geschieht über Manipulation und das typisch narzisstische Geschleime. Und wer es wagt, den Mund auf zu machen oder Kritik an dieser "heiligen" Leiterschaft zu üben, wird gnadenlos attackiert, verleumdet oder sogar postwendend des Hauses verwiesen.
      So einem "Heiligen" und Machtgierigen zu vergeben wäre genau der falsche Weg.
      Für Widerstand braucht man allerdings starke Nerven.

      Ich denke, dass GOTT sich um solche (seine) falschen Hirten sehr gut kümmern wird (s. dazu Hesekiel 34).
      Statt ver-geben wäre über-geben an GOTT wohl der bessere Ansatz.

      Gruß

      Marie

      Antworten
  10. Ines

    Ich hoffe, dass meine Kritik hilfreich ist, denn nichts anderes ist beabsichtigt und ich erhebe nicht den Anspruch in allem richtig zu liegen. Das sind meine Gedanken hierzu (eingerückt Artikel):

    Ich denke man sollte vorsichtig sein und nicht so schnell sagen, dass man "geistlich missbraucht" wird – die subjektive Wahrnehmung kann täuschen.

     

    Im Hebräer 13, 17 steht, dass die Leiter irgendwann mal Rechenschaft ablegen müssen:

    "Hört auf die Leiter eurer Gemeinden und folgt ihrem Rat. Sie müssen einmal Rechenschaft über euch ablegen, denn sie sind für euch verantwortlich. Macht ihnen das nicht zu schwer; sie sollen doch ihre Aufgabe mit Freude tun und sie nicht als eine bedrückende Last empfinden. Dies würde euch nur selber schaden."

    Dieses in der Einleitung des ersten Teils und zum Ende des ersten Teils, dann noch:

    Ich möchte nochmal deutlich machen, dass ich denke und es auch immer fahren habe, dass die meisten Menschen die geistliche Leiter sind, ihre Arbeit ausgezeichnet machen und ihre Autorität nicht missbrauchen.

    Um die geht es aber nicht bei dem Thema, wenn man das einmal (reicht) in einem Artikel erwähnt, finde ich das richtig um da auch klar eine Differenzierung zu vollziehen, allerdings wenn ich das mehrmals lese, dann klingt das für mich wie eine Entschuldigung an diejenigen die es nicht betrifft, das man überhaupt darüber berichtet und Missbrauchsopfer hilft es nicht.

    Ich denke oftmals werden Leiter auch leicht missverstanden, oder es gelingt ihnen nicht, sich verständlich mitzuteilen. Jeder Leiter macht mal einen Fehler, aber deswegen muss er nicht direkt in seiner Herzenshaltung falsch liegen.

    Da stimme ich uneingeschränkt zu, dass das kein Missbrauch ist, wenn man sich mal vergallopiert in seinen Ratschlägen als geistlicher Leiter, ist das noch kein Missbrauch. Wir Menschen manipulieren tagtäglich unbewusst. Manchmal gibt es da Grenzüberschreitungen die man ansprechen darf, aber das gleich Missbrauch zu nennen, kann selbt schon missbräuchlich sein. Dennoch finde ich es krass, wieder gleich zum Anfang des zweiten Teils, diesen Satz zu bringen:

    Es ist krass etwas als "geistlichen Missbrauch" zu bezeichnen, da solltest Du wirklich vorsichtig sein, um keinen Missbrauch mit diesem Begriff zu treiben:

    Ich meine es nicht böse, wenn ich das kritisiere, deshalb der Smiley, aber ich meine es durchaus ernst. Es ist nicht der Hinweis an dem ich mich störe, sondern die Position an dem er steht und die Häufigkeit der Erwähnung. Missbrauchsopfer brauchen es gerade am Anfang, dass sie erkennen was passiert ist und dass sie es auch als solches benennen dürfen:

    "Wie würdest Du das nennen, was diese Person da mit Dir gemacht hat? Würdest Du selbst das so mit anderen Menschen handhaben? Glaubst Du das Gott so mit Menschen umgeht? Also noch mal: Was ist mit Dir da passiert?"

    Ich habe es in (missbrauchenden) Gemeinden wirklich oft erlebt, wie beim Thema Missbrauch die Leiter diesen Aspekt: "Den Missbrauch des Begriffes Missbrauch" überstrapaziert haben, anstatt mal zu sagen: "Keiner von uns kann sich von Manipulation freisprechen und wenn ihr da etwas seht, dann dürft ihr uns gerne darauf aufmerksam machen, denn wir brauchen uns alle gegenseitig." Es versteht sich von selbst, dass man dabei nicht etwas zu bekennen braucht, was nicht wirklich Missbrauch ist.

    Vielleicht bin ich aufgrund meiner Erfahrungen deshalb auch etwas sensibler bei diesem Thema, das mag ich nicht ausschließen, aber das muss deshalb ja nicht falsch sein.

    Es gibt da einen Spruch, den ich oft schon zitiert habe. Er lautet: "Christen können enttäuschen – Christus nie!"

    Mag sein, aber wir Menschen können ent/täuscht sein von Gott, wenn wir erkennen müssen, dass Gott zulässt… und es manchmal sehr lange dauert bis wir erwachsen werden. Mit der Wut auf Gott vor Gott, empfehle ich, alles rauslassen.. Gott hält mich aus, fest und nicht los.

    Dein Aritkel ist sehr gut, ich finde die Worte nicht so wie Du sie findest, ich bin ein Mensch der schnell sieht was mir nicht gefällt, hängt mit meiner Geschichte zusammen, das bedeutet aber nicht, dass ich nicht sehe was alles gut ist. Ich darf noch lernen auch das öfters zu kommunizieren. Abschließend Buchempfehlungen zum Thema:

    Geistlichen Mißbrauch heilen von Ken Blue
    Geistlicher Missbrauch: Die zerstörende Kraft der frommen Gewalt von David Johnson und Jeff VanVonderen
    Zerbrochene Flügel: Geistlicher Missbrauch und zerstörerischer Glaube – Erfahrungsberichte von Jutta Wilbertz

    Liebe Grüße und alles Gute, Ines.

    Antworten
  11. Clausen Andy

    Wenn Manipulation geschieht, dann ist es wohl oftmals so geschickt gemacht, dass es schlecht zu beweisen ist; im Nachhinein. Es sieht so aus, als seien im evangelikalen Millieu schon viel Abfall geschehen. Man kann wohl sagen, daß es bis ganz oben, auch bei der sogenannten Clearingstelle ein Tabu geblieben ist, man wimmelt mich ab, wenn ich mich wegen GM melde. Das heißt, ich kann kaum etwas machen um weitere Schädigung von Gläubigen zu verhindern. Um zu gesunden auf Distanz gehen, ist auch nicht so einfach……

    Antworten

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